Gasteiner Heilstollen
Anwendungsbereiche der Radonwärmetherapie
11.02.2014
Forschungslage der Radonwärmetherapie
11.02.2014
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Gasteiner Heilstollen – geschichtlicher Hintergrund


8. Jahrhundert v. Ch.
7. Jahrhundert n.Ch.

Schon die alten Römer kannten das Gebiet zwischen den Bergen Sonnblick und Ankogel, die das Gasteinertal einrahmen. Es galt vor der Jahrtausendwende als das fündigstes Erzgebiet der Alpen.
 

16. und 17. Jahrhundert

Im 16. und 17. Jahrhundert feierte der Gold- und Silberbergbau seine Blütezeit. Allein im Jahre 1557 wurden im Gasteinertal mehr als 800 Kilo reines Gold zutage gefördert.
 

bis 1940

Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde versucht, den Goldbergbau im Gasteinertal zu reaktivieren. Auch der Radhausberg, in dessen Herzen sich heute der Gasteiner Heilstollen befindet, war Ziel der Goldsuche. 1940 wurde mit einer neuen Stollenführung versucht, die alten Erzgänge zu unterfahren, um so wieder auf fündige Gangklüfte zu stoßen und an die Erfolge vergangener Zeiten anzuknüpfen. In der Hinsicht auf Gold war der Radhausberg diesmal eine Enttäuschung. Zu den Gewinnern der Suche gehörten jedoch die einfachen Bergarbeiter. Sie gaben an, ihre rheumatischen Beschwerden, entzündlichen oder durch Verschleiß bedingten Gelenksprobleme, aber auch Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale und selbst Hauterkrankungen während der Arbeiten im Stollen verloren zu haben.
 

bis 1960

Grund genug für die Universität Innsbruck 1946 mit umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen zu beginnen. Bald stand fest, dass neben hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten auch der Radongehalt in der Stollenluft heilende Wirkung besitzt. In einem Gutachten der Universität Innsbruck wurde 1951 übereinstimmend beurteilt, dass der Behandlung im Stollensystem von Gastein ein Heilwert zuzusprechen ist, der bei vielen Patienten aber den Wert aller bisher gebräuchlichen Behandlungsmethoden übertrifft. Seit 1952 fahren jährlich tausende Heilungssuchende in den Gasteiner Heilstollen zur Therapie ein.
 

bis heute

Seither hat sich das Angebot des Gasteiner Heilstollens immer weiter entwickelt. Heute steht für jeden Patienten ein maßgeschneidertes multimodales Behandlungskonzept, bestehend aus Heilstollenbehandlung, physikalischen Anwendungen und entsprechenden Schulungsprogrammen, bereit. 2001 hat die Universität Maastricht in einer kontrollierten randomisierten Studie die hohe Effektivität und das besonders positive Kosten-Nutzen-Verhältnis der Heilstollen-Therapie wissenschaftlich bestätigt. Im Forschungsinstitut Gastein der Paracelsus Privatmedizinischen Universität Salzburg, das 2006 gegründet wurde, bestätigen kontinuierlich Studien die Zuverlässigkeit und Wirksamkeit der Radonwärmetherapie. Seit 2009 koordiniert Prim. Univ. Doz. Dr. med. Bertram Hölzl als Internist und ärztlicher Leiter die medizinischen Geschicke im Gasteiner Heilstollen.