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Rollenlagerung hilft Morbus Bechterew-Patienten

Bad Gastein, August 2013. Bei Morbus Bechterew denken viele an eine Krankheit, die nur Männer in der zweiten Lebenshälfte betrifft. Doch weit gefehlt: Nur bei etwa fünf Prozent liegt der Erkrankungsbeginn jenseits des 40. Lebensjahres. Erste Symptome treten meist bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 20 –25 Jahren auf und betreffen Männer und Frauen gleichermaßen. Infolge der bei Frauen meist milder verlaufenden rheumatischen Erkrankung wird Morbus Bechterew beim weiblichen Geschlecht jedoch sehr viel seltener diagnostiziert. Dennoch wissen auch viele Männer nicht, dass sie unter der mit heftigen Schmerzen im gesamten Rücken, chronischer Erschöpfung und einer Wirbelsäulenversteifung einhergehenden Krankheit leiden. Den nur etwa 100.000-150.000 diagnostizierten Fällen stehen geschätzte 1,6 Millionen betroffene Menschen gegenüber. Neben Maßnahmen zur Schmerzstillung durch Medikamente oder alternative Therapien mit Wärme und Radon steht eine systematische Krankengymnastik im Vordergrund der Behandlung. Dabei hat sich vor allem die sogenannte Lagerungstherapie auf Holzrollen bewährt, um kleinste Gelenke beweglich zu halten.

„Am Anfang jeder Behandlung sollte die Schmerzlinderung stehen“, erklärt Univ.-Doz. Dr. Bertram Hölzl, ärztlicher Leiter des Gasteiner Heilstollen, weltweit größtes Therapiezentrum für Morbus Bechterew. „Dies verbessert nicht nur die Lebensqualität der Patienten, sondern macht krankengymnastische Maßnahmen, welche der Wirbelsäulenversteifung entgegenwirken, oft überhaupt erst wieder möglich.“ Auch entzündungshemmende Maßnahmen sind wichtig, da chronische Entzündungen nach und nach das Skelett Betroffener verformen: Im Lendenwirbelbereich flacht sie ab, im Brustwirbelbereich bildet sich ein Buckel. Zudem geht die Erkrankung mit entzündlichen Veränderungen in den großen Gelenken, Sehnen, Augen und Herzmuskel einher. Neben schulmedizinischen Medikamenten hilft die sogenannte Radonwärmetherapie. Sie hat Erfolgsquoten zwischen 80 und 90 Prozent und ist nebenwirkungsarm. „Patienten berichten über eine Verbesserung bei Schmerzen, Beweglichkeit und Medikamenteinnahme“, erklärt Hölzl.

Erfolge beruhen auf den Wirkfaktoren Überwärmung, hoher Luftfeuchtigkeit und Aufnahme von Radon über Haut und Lunge. Bei Temperaturen über 37,5 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit über 70 Prozent kommt es zu einem
Anstieg der Körperkerntemperatur. Diese sogenannte milde Hyperthermie führt zu einer Muskelentspannung und wirkt immunstabilisierend. Radon wiederum setzt milde Alphastrahlen im Körper frei, die Aktivität von Entzündungszellen sowie Schmerzbotenstoffen deutlich verringert. „Viele Patienten mit Morbus Bechterew, die regelmäßig eine Radonwärmetherapie durchführen, können leichter bewegungserhaltende Übungen durchführen“, berichtet Dr. Hölzl. So zeigt vor allem die Lagerungstherapie auf Holzrollen, die Wirbelsäule und Brustkorb dehnt, sehr gute Erfolge hinsichtlich der aufrechten Haltung. Liegt eine Rolle unter der Brustwirbelsäule und eine zwischen Kreuzbein und Steißbein, verspüren Morbus Bechterew-Patienten ein angenehmes Dehnungsgefühl. „Diese Lagerung tut nicht weh, vielmehr darf sie gar nicht wehtun, sonst ist irgendetwas nicht richtig“, mahnt Hölzl. Dokumentiert sind Vorher-Nachher-Effekte bis zu einer um 5 cm verbesserten Aufrichtung. Wer die Lagerungstherapie sechs bis acht Mal unter Aufsicht durchgeführt hat, kann sie in der Regel auch selbstständig zu Hause durchführen.

Nähere Informationen auch unter www.radonwaermetherapie.com