Osteoporose

Bei der Osteoporose können sowohl in der Phase vor definitiven Frakturen
als auch besonders nach Wirbelkörperfrakturen Schmerzen der Wirbelsäule
mit Ausstrahlungen z.B. in den Brustkorb erhebliche Einschränkungen verursachen.
Den haltungs- und bewegungsabhängigen Schmerzen folgen Tendinosen sowie Störungen der Balance im Muskel-, Sehnen- und Bandapparat. Es entsteht häufig ein Circulus vitiosus aus ‚ Schmerz - muskuläre Verspannung – Schmerzverstärkung’ einerseits und ‚ Schmerz - Vermeidung von schmerzauslösender Bewegung – körperliche Schonung – Muskelabbau – verstärkter Knochenabbau – Schmerzzunahme’ andererseits. Entsprechende Beeinträchtigung auch psychosozialer Bereiche und empfindliche Einbußen der Lebensqualität sind die Folge. Entsprechend hat die Schmerztherapie bei der Osteoporose einen hohen Stellenwert zur Durchbrechung der genannten Teufelskreise. Durch effektive Schmerztherapie werden oftmals die notwendige Bewegungstherapie, die adäquate Sporttherapie und der sanfte Muskelaufbau erst möglich. Außerdem wirkt eine effektive Schmerztherapie der drohenden Depression und dem sozialen Rückzug entgegen.   

Die Gasteiner Heilstollentherapie hat eine sehr gute schmerzlindernde Wirkung bei Osteoporose-bedingten Schmerzen. Neben der Radonaufnahme durch die Haut wird eine Radoninhalation wirksam –und zugleich eine milde Hyperthermie durch die Faktoren der Wärme und der hohen Luftfeuchte im Gasteiner Heilstollen.
Die Überwärmung wirkt bereits eigenständig muskelentspannend und schmerzlindernd. Zusätzlich wird die Schmerzweiterleitung direkt beeinflusst: über einen nachweisbaren bremsenden Effekt der Gasteiner Heilstollentherapie auf den Schmerzbotenstoff Substanz P. Im Weiteren aktiviert die Gasteiner Heilstollentherapie nachweislich einen entzündungshemmenden körpereigenen Botenstoff (das TGF-Beta), welcher ein Gegenspieler des TNF-Alpha ist. Vom Botenstoff TNF-Alpha aber weiß man, dass er nicht nur in der Entstehung von (chronischen) Entzündungen, sondern auch in der Anheizung des Knochenabbaus bei der Osteoporose eine Rolle spielt.  Besonders wichtig ist dieser Aspekt bei sekundärer Osteoporose im Rahmen einer entzündlich-(rheumatisch)en Grunderkrankung.  

So gibt es mehrere plausible Gründe für die ausgesprochen gute Wirksamkeit der Gasteiner Heilstollentherapie bei Osteoporose-Schmerzen. Zumindest indirekt, möglicherweise aber auch direkt wird der Knochenstoffwechsel positiv beeinflusst.   
Unsere langjährige Erfahrung mit Betroffenen zeigt eine Schmerzlinderung, die schon während der Kur beginnt, meist aber erst nach einer Latenzzeit von 1-2 Monaten nach der Therapie vollständig ausgebildet ist und im Mittel etwa 9 Monate anhält. Die konsequente therapeutisch angeleitete Gymnastik und Sturzprophylaxe, die milde Sporttherapie, der sanfte Muskelaufbau als Stützpfeiler des Behandlungskonzeptes werden erleichtert und können im Rahmen eines erweiterten Programms nebst einer Intensiv-Patientenschulung zum Thema Osteoporose bereits am Kurort begonnen werden.
Die Mobilität und die Haltung/Koordination werden langfristig besser, die Funktionseinschränkungen nehmen ab.

Prim. Univ. Doz. Dr. med. Bertram Hölzl
Ärztlicher Leiter