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Corona: Gehören Fibromyalgie-Patienten zur Risikogruppe?

Frau mit Schmerzen

Frauen nehmen Schmerzen anders wahr

Dr. Martin Offenbächer ist Fibromyalgie-Experte

Wie andere chronische Patienten auch, stellen sich Fibromyalgie-Patienten derzeit die Frage, ob sie einem erhöhten Risiko für das Corona-Virus ausgesetzt sind. Noch ist zu wenig über das Virus bekannt, um verbindliche Aussagen treffen zu können. Unser ärztlicher Leiter, Dr. Martin Offenbächer, fasst für Fibromyalgie-Patienten, die derzeit bekannten Informationen zu COVID-19 zusammen.

Chronisch kranke Menschen gehören zur Risikogruppe. Aber nicht jede chronische Erkrankung birgt das gleiche Risiko an Corona zu erkranken bzw. für schwere Krankheitsverläufe. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind folgende Patienten besonderes gefährdet:

  • Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma, chronische Bronchitis oder COPD haben ein erhöhtes Risiko, da bei ihnen die Krankheit auf vorgeschädigte Atemwege trifft
  • Menschen mit Erkrankungen des Herzens
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Menschen mit Diabetes mellitus
  • Krebs-Patienten
  • Menschen mit einem schwachem Abwehrsystem oder die sich einer immunschwächenden Therapie (wie z. B. Immunsupressiva, Cortison oder Chemotherapie) unterziehen müssen

Zudem zählen alle älteren Personen sowie Raucherinnen und Raucher zur Risikogruppe.


Risikogruppe Fibromyalgie-Patienten?

Fibromyalgie-Patienten gelten also – Stand heute – nach dieser Auflistung nicht grundsätzlich als hochgradig gefährdet. Dennoch kann sich das Risiko für einzelne Patienten erhöhen, nämlich wenn sie:

  • über 50 Jahre alt sind.
  • rauchen.
  • Begleiterkrankungen des Herzens, der Lunge, der Leber oder einen Diabetes haben.

Oftmals haben Fibromyalgie-Patienten die Erfahrung gemacht, dass Medikamente gegen die Symptome nicht wirken und nehmen demnach auch keine Tabletten ein. Für alle anderen gilt: Die gängigen Medikamente gegen das Fibromyalgie-Syndrom erhöhen nach derzeitigem Kenntnisstand das Corona-Risiko nicht. Dazu gehören:

Risikogruppe Fibromyalgie

Viele Fibromyalgie-Patienten haben die Erfahrung gemacht, dass Medikamente nicht helfen

  • Antidepressiva (Amitriptylin oder Trimipramin)
  • Serotonin blockierende Medikamente (Tropisetron)
    Schmerzmittel (Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac, Tramadol)
  • Muskelrelaxantien
  • Antiepileptika (Pregabalin, etc.)

Dennoch sollte jeder Fibromyalgie-Patient die bekannten Regeln zur Vermeidung einer Corona-Infektion unbedingt einhalten. Dazu gehören:

  • Waschen Sie regelmäßig (vor allem nach dem Supermarkt-Besuch, nach Kontakt zu anderen Menschen usw.) und mindestens 20 Sekunden lang die Hände unter laufendem Wasser und mit Seife.
  • Wenn Sie keine Waschmöglichkeit haben (bspw. im Supermarkt) vermeiden Sie, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen oder Speisen aus der Hand zu essen.
  • Halten Sie in der Öffentlichkeit den vorgegebenen Abstand von 2 Metern zu anderen Menschen.
  • Unterlassen Sie Händeschütteln.
  • Bleiben Sie zu Hause und lassen Sie andere für sich einkaufen, arbeiten sie von zu Hause.

Stress verschlimmert die Schmerzsymptomatik

Allerdings birgt die aktuelle Krisen-Situation rund um das Corona-Virus ein anderes Risiko für Fibromyalgie-Patienten: den Faktor Stress. Wer sich um seine Gesundheit, die von Angehörigen, um die berufliche oder finanzielle Situation sorgt oder durch Ausgangsverbote unter Druck gerät, leidet vermehrt unter Stress. Nach derzeitigem wissenschaftlichem Stand verstärkt dies die Schmerzsymptomatik und kann die Symptomatik des Fibromyalgiesyndromes insgesamt negativ beeinflussen.

Schmerzen durch RheumaUntersuchungen zeigen, dass Fibromyalgie ein stressbedingtes Syndrom ist. Akuter oder chronischer Stress verstärken demnach die Schmerzen sowie das Müdigkeits- und Erschöpfungsgefühl. Wir vermuten, dass im Nervensystem Stress in Schmerz umwandelt wird. Daher ist es insbesondere für Fibromyalgie-Patienten derzeit ausgesprochen wichtig, auf sich zu achten und gut mit dieser Stresssituation umzugehen.

Folgende Hinweise sollten Fibromyalgie-Patienten beachten:

  • Nehmen Sie sich Auszeiten von den Nachrichten, schalten Sie für einige Stunden Fernseher, Radio und auch Internet ab
  • Beobachten Sie sich: Ärgern Sie sich? Grübeln Sie? Trauern Sie geplanten und nun abgesagten Aktivitäten nach? Vermeiden Sie dies, so gut es geht.
  • Versuchen Sie positiv zu denken: Was wollen Sie nach dieser Zeit machen? Woran haben Sie zuhause Freude? Was wollen Sie schon immer einmal machen, wenn Sie Zeit haben?
  • Unterlassen Sie Multitasking und konzentrieren sich auf nur eine Tätigkeit: Lesen Sie ein Buch, ohne dabei Radio zu hören. Kochen Sie ein leichtes Gericht, ohne dass dabei der Fernseher läuft.
  • Gehen Sie gelassen mit anderen Menschen um, sprechen Sie Konflikte in der Familie aktiv an.
  • Machen Sie Sport, um Stresshormone abzubauen. Es gibt viele Übungen für zu Hause.
  • Seien Sie optimistisch und zuversichtlich.

Wir wünschen unseren Patienten für diese Zeit alles Gute!

„Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen“ – Immanuel Kant.

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1 Comment

  1. Christina Zettl sagt:

    Habe eine Borelliose – Therapie hinter mir. Bei der Titabestimmung hat man festgestellt dass ich wahrscheinlich keine hatte. Habe alle diese beschriebenen Schmerzen. Muss alles nochmals mit meinem Hausarzt besprechen.

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