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Corona: Tipps für Morbus Bechterew-Patienten

Rheuma Untersuchung

Der Arzt kann die Veränderungen der kleinen oder großen Gelenke oft auch fühlen.

 Seit Beginn der Corona-Pandemie werden immer wieder die möglichen Auswirkungen bei verschiedenen Krankheiten diskutiert. Viele Patienten mit chronischen Erkrankungen wollen wissen, was genau die Viruserkrankung nun für sie eigentlich bedeutet. Der Begriff „chronisch krank“ ist dabei weit gefasst, betrifft er doch alle Patienten, bei denen ein Krankheitszustand länger als vier Wochen anhält. Krankenkassen hingegen bezeichnen Patienten, die sich aufgrund derselben Erkrankung mindestens ein Jahr in ärztlicher Behandlung befinden, als chronisch krank. Nach dieser Definition sind Rheuma-Erkrankungen wie Morbus Bechterew ebenso eingeschlossen wie Fibromyalgie-Patienten oder Patienten mit Neurodermitis, Asthma oder COPD.

Aber nicht jede chronische Erkrankung begünstigt gleichermaßen das Risiko an Corona zu erkranken oder von einem schweren Verlauf betroffen zu sein. Mittlerweile darf man als gesichert annehmen, dass schon die Stabilisierung der Erkrankung an sich einen wesentlichen Beitrag zu Prävention einer COVID-19 Infektion bzw. eines schweren Krankheitsverlaufs darstellt. Der Begriff Risikogruppe sollte daher auf keinen Fall unbegründete Ängste schüren, sondern vielmehr bei der individuellen Risikoabschätzung unterstützen.

Wer prinzipiell zur sogenannten Risikogruppe zählt:

  • Patienten mit schweren chronischen Lungenerkrankungen wie COPD oder Lungenhochdruck
  • Menschen mit schweren Erkrankungen des Herzens
  • Patienten mit schweren chronischen Lebererkrankungen
  • Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung
  • Menschen mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus und Spätkomplikationen
  • Aktive Krebs-Erkrankung
  • Menschen mit einem angeborenen oder erworbenen schwachen Abwehrsystem oder die sich einer immunschwächenden Therapie (wie z. B. Immunsupressiva, Cortison oder Chemotherapie) unterziehen. Immunmodulierende Substanzen wie viele Biologika gehören nicht zwangsläufig dazu!
  • Ausgeprägte Fettsucht (BMI >40)

Gehören Morbus Bechterew-Patienten zur Risikogruppe?

Welche Gefahr von Corona für Morbus Bechterew Patienten ausgeht, kann nur individuell abgeschätzt werden. Das Risiko ist von Patient zu Patient unterschiedlich, je nachdem welche Medikamente eingenommen werden, wie alt der Morbus-Bechterew-Patient ist, welche zusätzlichen Erkrankungen bestehen und ob er raucht.

Ein junger Morbus Bechterew Patient, der nur gelegentlich zu Schmerzmitteln greift, nicht raucht und sonst gesund ist, hat ein geringeres Corona-Risiko, als ein Patient, der zum Beispiel:

  • Risikogruppe Morbus Bechterewüber 65 Jahre alt ist.
  • raucht.
  • Begleiterkrankungen des Herzens, der Lunge, der Leber oder einen Diabetes hat.
  • Kortison oder andere Immunsuppressiva einnimmt.

Je mehr dieser Faktoren zusammenkommen, desto höher ist das Risiko für Morbus Bechterew-Patienten an Corona zu erkranken oder, dass die Virusinfektion einen schweren Verlauf nimmt.

Achtung! Eine eigenständige Medikamentenreduktion aufgrund der Angst vor einer Corona-Infektion oder eines schweren Verlaufes sollte nicht auf keinem Fall erfolgen. Auch eine nachweislich wirksame Heilstollenbehandlung ist eine wichtige Form der Basistherapie und sollte nach Möglichkeit im gewohnten Intervall fortgeführt werden. Besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt!


Was Morbus Bechterew-Patienten in Corona-Zeiten tun können

Am wichtigsten ist derzeit, dass sich Morbus Bechterew-Patienten mit der Situation auseinandersetzen, ohne jedoch in Panik zu geraten. Das bedeutet: Befolgen Sie die behördlichen Empfehlungen zu Ihrem eigenen Schutz, machen Sie sich aber nicht verrückt oder lassen sich zu vorschnellen Handlungen hinreisen.

Morbus-Bechterew-Patienten sollten folgende Maßnahmen ergreifen, um sich vor Corona zu schützen:

  • Waschen Sie regelmäßig (vor allem nach dem Supermarkt-Besuch, nach Kontakt zu anderen Menschen usw.) und mindesten 20 Sekunden lang die Hände unter laufendem Wasser und mit Seife.
  • Wenn Sie keine Waschmöglichkeit haben (bspw. im Supermarkt) vermeiden Sie, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen oder Speisen aus der Hand zu essen.
  • Halten Sie in der Öffentlichkeit den vorgegebenen Abstand von 2 Metern zumindest 1 Meter zu anderen Menschen ein.
  • Unterlassen Sie Händeschütteln.
  • Tragen Sie wo vorgeschrieben und wenn möglich auch darüber hinaus einen Mund-Nasen-Schutz

Wir wissen heute, dass Stress ein wesentlicher Faktor bei der Krankheitsentwicklung und -verschlimmerung ist. Daher hat unser wissenschaftlicher Leiter Dr. Bertram Hölzl ein paar nützliche Tipps zur Stressreduktion für Sie zusammengestellt:

  • Rollenlagerung Morbus BechterewReduzieren Sie Stress, in dem Sie bewusst Nachrichtenpausen einlegen: Kein Fernsehen, kein Radio und kein Internet.
  • Machen Sie Dinge, die Sie schon immer einmal machen wollten, wenn Sie „mal Zeit haben“: Sortieren Sie Urlaubsbilder, lesen Sie ein gutes Buch oder widmen sich, wenn möglich, einer schönen Tätigkeit wie Gartenarbeit.
  • Versuchen Sie, Stress durch Bewegung abzubauen: machen Sie Sportübungen, dehnen Sie sich oder gehen Sie, sofern möglich, in die Natur.
  • Probieren Sie Entspannungsübungen aus oder machen Sie mal Joga, im Internet finden Sie viele tolle Anleitungen.
  • Seien Sie achtsam mit Ihrem Körper, essen Sie leicht, machen Sie Kneipp’sche Güsse oder Atemübungen.
  • Denken Sie positiv: Machen Sie sich nicht zu viele Gedanken darüber, was jetzt nicht geht, sondern überlegen Sie sich, welche Chancen sich jetzt ergeben und was Sie nach dieser Zeit wieder tun wollen. Fassen Sie gute Vorsätze.

Übungen für zu Hause, welche die Beweglichkeit des Rückens verbessern, haben wir in unserem Artikel 10 Übungen bei Morbus Bechterew für Sie zusammengestellt.


Update: Arztbesuche nicht unnötig aufschieben

Durch die aktuell geringe Zahl an Neuinfektionen haben die meisten Praxen und Ambulanzen bereits wieder normal geöffnet und Sie sollten bereits vereinbarte Termine oder anstehende Kontrolluntersuchungen unbedingt wahrnehmen. Selbstverständlich sind auch hier die entsprechenden Hygienevorschriften einzuhalten.

Bleiben Sie stets über Ihr Krankheitsbild und die Gasteiner Heilstollen-Therapie informiert und melden Sie sich hier zu unserem Heilstollen-Newsletter an.

4 Comments

  1. Praxmarer Christiane sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren.
    Ich bin seit 2014 bei Ihnen im Klinikum und im Stollen. Heuer werden wir wohl verzichten müssen. Hoffen wir das Beste für alle. Vielen herzlichen Dank für diese Information.
    Ich selbst hätte nicht gedacht Risiko Patient zu sein. Ich wünsche Ihnen… Xund… Bleiben.
    Mit freundlichen Praxmarer Christiane

    • Gasteiner Heilstollen sagt:

      Liebe Christiane,

      danke für Ihren Kommentar! Wir freuen uns, wenn Ihnen dieser Beitrag geholfen hat. Achten Sie auf sich und bleiben Sie gesund!

      Ihr Heilstollen-Team

  2. Waltraut Pastner sagt:

    Hallo Ihr Lieben!
    Ich bin seit 1990 Morbus Bechterew Patientin (allerdings nach mühevollen Recherchen sämtlicher Spezialisten)
    egal, wie dem auch sei…ich bin der glücklichste Mensch, dass ich jedes 2.Jahr auf Kur nach Gastein fahren kann.
    Ich kann nur jeden, der eine ähnliche Krankheit hat, empfehlen ….bitte macht die Kur im Gasteiner Heilstollen –
    es ist bitte KEIN URLAUB , aber dannach ist man oder zumindest bin ich so froh dort gewesen zu sein!!!!
    Ich wäre heuer wiederfällig auf Kur zu gehen, hoffentlich macht uns der CORONA-Virus keinen Strich durch die
    Rechnung!!!!!°
    Denkt ein bisserl nach und lebt einigermassen vernünftig, dann geht’s Euch Allen gut!!!!
    Alles liebe Eure
    Waltraut

    • Gasteiner Heilstollen sagt:

      Liebe Waltraut,

      wir freuen uns sehr, dass es Ihnen bei uns so gut gefällt und Ihnen die Kur so gut hilft. Wir hoffen, Sie in diesem Jahr wiedersehen zu dürfen!

      Herzlich, Ihr Heilstollen-Team

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