Gasteiner Heilstollen
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Forschungslage der Radontherapie

Studien

Studien belegen die Wirksamkeit der Kur bei Arthritis

Zahlreiche Erfahrungsberichte und Studien belegen heute die nachhaltige Wirkung der Radontherapie, also einer Kur im Gasteiner Heilstollen. Seit 1952 nutzen Patienten das natürliche Klima im Gasteiner Heilstollen für diese Behandlungsform. Aktuell widmen sich mehrere Studien der detaillierteren Erforschung der Radontherapie und der kombinierten Radonwärmetherapie. Wir haben eine Übersicht zu den wichtigsten Studien erstellt:

 

Rheuma & Co: langanhaltend weniger Schmerzen und Medikamente

Nach einer Kur im Heilstollen erleben Rheuma-Patienten eine deutliche Schmerzlinderung, die oft monatelang anhält. Sie benötigen weniger Medikamente, erleiden so weniger Nebenwirkungen und können sich wieder besser bewegen. Dies wurde seit vielen Jahrzehnten immer wieder durch Studien belegt:

  • Radonstollen-Therapie bei Patienten mit Morbus Bechterew, Randomisierte kontrollierte Studie mit 100 Probanden, Lind-Albrecht 1994
    Ergebnis: Schmerzlinderung, Schmerzmittelverbrauch und Beweglichkeit verbessern sich bei mit Radon Behandelten stärker und nachhaltiger (9-12 Monate) als bei der Vergleichsgruppe.
  • Radonstollen-Therapie bei Patienten mit Morbus Bechterew, Kontrollierte Studie mit 262 Probanden, Lind-Albrecht 1999
    Ergebnis: Bestätigung der Studienergebnisse aus 1994 – nachhaltige Verbesserung von Schmerzlinderung, Schmerzmittelverbrauch und Beweglichkeit bei Radon-Behandelten.
  • Radonbäder bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (chronischer Polyarthritis), randomisierte kontrollierte Doppelblindstudie mit 60 Probanden, Franke et al. 2000
    Ergebnis: Zusätzlich mit Radon behandelte Patienten profitieren über einen längeren Zeitraum von der positiven Wirkung auf Schmerzempfinden und Beweglichkeit.
  • Kombinierte Radonstollen-Therapie mit Hyperthermie bei Patienten mit Morbus Bechterew, Randomisierte kontrollierte Studie mit 120 Probanden, van Tubergen 2001, 2002
    Ergebnis: Ein dauerhafter Behandlungserfolg bezüglich Beweglichkeit, Krankheitsaktivität, Schmerzmittelverbrauch und Lebensqualität zeigt sich nur bei den Radonwärmetherapie-Patienten.
  • Radonstollen-Therapie bei Patienten mit Morbus Bechterew, Kontrollierte Studie mit Langzeit-Follow-up nach 12 Jahren bei 108 Probanden, Lind-Albrecht 2004
    Ergebnis: Bei den regelmäßigen Wiederholern der Radonstollen-Therapie zeigte sich eine anhaltend stärkere Schmerzmitteleinsparung, häufig sogar der völlige Verzicht auf schmerzlindernde Medikamente.
Forschungslage der Radontherapie

Bei rheumatischen Erkrankungen ist die Forschungslage zur Radontherapie sehr gut

Aber auch neuere Studien bestätigen der Therapie im Heilstollen eine Schmerzlinderung sowie Medikamentenverbrauchssenkung und entsprechen den anspruchsvollen Kriterien der evidenzbasierten Medizin. So haben insgesamt 550 Probanden mit chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Morbus Bechterew, rheumatoider Arthritis oder Arthrosen 2012 an einer internationalen multizentrischen randomisierten Studie (IMuRa) über die Wirksamkeit der Radontherapie teilgenommen.

Eine Hälfte der Teilnehmer erhielt eine Therapie mit zwölf radonhaltigen Wannenbädern bzw. zehn Radonstolleneinfahrten, die andere Hälfte eine vergleichbare radonfreie Behandlung. Ergebnis: Die zusätzlich mit Radon behandelten Patienten hatten über einen längeren, bis zu neun Monate andauernden Zeitraum deutlich weniger Schmerzen. Auf nebenwirkungsreiche, teure Schmerzmittel, zumeist nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), konnten sie weitgehend verzichten. Die vom Verein Europäische Radonheilbäder e. V. (EURADON) beauftragte Studie erfüllt die Klasse 1b der Konzepte der evidenzbasierten Medizin.

Weitere Infos zur Studie finden Sie in unserem Beitrag IMURA-Studie: Radon hilft bei Morbus Bechterew

 

Osteoporose mögliches neues Anwendungsgebiet für Radontherapie

Radonwärmetherapien wirken sich positiv auf den Knochenstoffwechsel bei Morbus Bechterew-Patienten aus. Das zeigte eine Pilotstudie des zur Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg gehörenden Forschungsinstituts Gastein. Es konnte dabei nachgewiesen werden, dass durch die Radonwärmetherapie ein Stoff im Körper gehemmt wird, der für den Knochenabbau verantwortlich ist.

Radontherapie bei osteoporse

Die Radontherapie könnte den Knochenstoffwechsel bei Osteoporose günstig beeinflussen

Hintergrund: Radonwärmetherapien beeinflussen das Verhältnis von Knochenaufbau und -abbau bei Morbus Bechterew-Patienten positiv. Damit liegt die Vermutung nahe, dass dies auch bei Osteoporose ohne entzündliche Begleiterkrankung zutreffen könnte.

 

Neurodermitis im Fokus der Forschung

Erfahrungen vieler Patienten zeigen, dass die Therapie im Heilstollen auch bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis hilft. Viele Patienten berichten beispielsweise von einer Verminderung bzw. auch einem völligen Verschwinden der Hautsymptome, die teilweise bereits nach wenigen Einfahrten erreicht werden. Das Immunsystem wird stabilisiert, die Entzündung gebremst, die normale Reaktionsfähigkeit der Haut wieder zurückgewonnen. Um die zahlreichen positiven Einzelerfahrungen auch wissenschaftlich zu untermauern, läuft seit 2017 eine Wirksamkeitsstudie. Die Universitätsklinik für Dermatologie Salzburg führt zusammen mit dem Forschungsinstitut Gastein der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität und dem Gasteiner Heilstollen die Studie zum Thema „Effektivität der Radon Behandlung bei Atopischer Dermatitis“ in Bad Gastein durch.

Ziel ist, die Effektivität der Heilstollen-Kur bei atopischer Dermatitis zu überprüfen und in den Vergleich zu Probanden, die einer Kontrollbehandlung unterzogen werden, zu stellen. Die ersten Erfahrungsberichte sind zum Großteil sehr positiv. Die neu gewonnenen Erkenntnisse der Studie werden Aufschluss über den möglichen Nutzen der Radontherapie bei Neurodermitikern liefern und die ermittelten Daten sollen eine wissenschaftliche Grundlage für die Fallzahlplanung für größere klinische Studien schaffen. Ergebnisse sollen noch in diesem Jahr vorliegen.

Weitere Infos zur Studie finden Sie in unserem Beitrag Neurodermitis – wie wirkt der Heilstollen?

Radontherapie Wissenschaft

Die Forshcungslage soll sich in den nächsten Jahren weiter verbessern

Neues Radon-Indikations-Register

2016 startete eine große Registerstudie zur Erfassung der Wirksamkeit der Radontherapie für verschiedene Krankheitsbilder. Beobachtet werden dabei die Verringerung des Schmerzes, Verbesserung der Lebensqualität und der körperlichen Funktionalität vor Beginn, am Ende der Behandlung sowie nach drei, sechs und neun Monaten. Pro Jahr werden etwa 1.250 Patientendatensätze der Studienzentren (bspw. Gasteiner Heilstollen) untersucht. Die Erstellung eines Radon-Registers ist insofern von großer Bedeutung, da die Radon-Kur bereits vielen Patienten in den vergangenen Jahrzehnten große Erleichterung in ihrem Krankheitsverlauf gebracht hat. Bisher fehlen jedoch Untersuchungen in großer Bandbreite, die aussagen wie krankheitsspezifisch der Kurerfolg ist und wie lange dieser anhält.

Es geht sozusagen um die Langzeitnachverfolgung des Therapieerfolges, auch über mehrere Kuraufenthalte hinweg. Die Ergebnisse sollen bessere Aussagen über den Effekt der Therapie für das jeweilige Krankheitsbild zulassen. Das hilft, die bestmögliche Behandlungsstrategie für jeden Patienten zu finden.

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