Gasteiner Heilstollen
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Geschichte des Gasteiner Heilstollens

Gesundheit in Gastein

Geschichte Gasteiner Heilstollen

Der Gasteiner Heilstollen hat eine bewegende Geschichte hinter sich: Vom Goldbergbau zur Gesundheit, vom Wunderstollen zur anerkannten Gesundheitseinrichtung und von der Nischentherapie hin zum weltweit größten Therapiezentrum für Morbus Bechterew.

8. Jahrhundert v. Ch. – 7. Jahrhundert n.Ch.

Schon die alten Römer kannten das Gebiet zwischen den Bergen Sonnblick und Ankogel, die das Gasteinertal einrahmen. Es galt vor der Jahrtausendwende als das fündigste Erzgebiet der Alpen.

16. und 17. Jahrhundert

Im 16. und 17. Jahrhundert feierte der Gold- und Silberbergbau seine Blütezeit. Allein im Jahre 1557 wurden im Gasteinertal mehr als 800 Kilo reines Gold zutage gefördert.

Geschichte Gastein

Der Bergbau im heutigen Gasteiner Heilstollen

bis 1940

Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde versucht, den Goldbergbau im Gasteinertal zu reaktivieren. Auch der Radhausberg, in dessen Herzen sich heute der Gasteiner Heilstollen befindet, war Ziel der Goldsuche. 1940 wurden mit einer neuen Stollenführung die alten Erzgänge unterfahren, um so wieder auf fündige Gangklüfte zu stoßen und an die Erfolge vergangener Zeiten anzuknüpfen. In Hinsicht auf Gold war der Radhausberg diesmal eine Enttäuschung. Zu den Gewinnern der Suche gehörten jedoch die einfachen Bergarbeiter. Sie gaben an, ihre rheumatischen Beschwerden, entzündlichen oder durch Verschleiß bedingten Gelenksprobleme, aber auch Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale und selbst Hauterkrankungen während der Arbeiten im Stollen verloren zu haben.

 

bis 1960

Grund genug für die Universität Innsbruck 1946 mit umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen zu beginnen. Bald stand fest, dass neben hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten auch der Radongehalt in der Stollenluft heilende Wirkung besitzt. In einem Gutachten der Universität Innsbruck wurde 1951 übereinstimmend beurteilt, dass der Behandlung im Stollensystem von Gastein ein Heilwert zuzusprechen ist, der bei vielen Patienten den Wert aller bisher gebräuchlichen Behandlungsmethoden übertrifft. Seit 1952 fahren jährlich tausende Heilungssuchende in den Gasteiner Heilstollen zur Therapie ein.

Studien zur Heilkraft

Wissenschaftliche Untersuchungen im Gasteiner Heilstollen beglegten die Heilwirkung des Stollens

In den darauffolgenden Jahren wurde der Kurbetrieb im Gasteiner Heilstollen immer weiter ausgebaut. Die einfachen, hölzernen Waggons (sog. Grubenhunten), die die Patienten in den Stollen beförderten, wurden durch neue, geschlossene ersetzt. Man legte eine Schotterstraße hinauf zum Heilstollen an, begann 1953 mit der Errichtung eines Stollenkurhauses und baute daran einen Stollenbahnhof. Ab 1955 wurden mehrere Hundert Meter neue Stollengänge angeschlagen, die bestehende Strecken mit einer Schleife verbunden und eine vierte Therapiestation errichtet.

bis 1980

Die große Nachfrage nach der Therapie im Gasteiner Heilstollen trieb auch die wissenschaftlichen Forschungen voran. Die zahlreichen Untersuchungen bestätigten die Heilwirkung des Heilstollens. Ab 1970 erfolgten Erweiterungen und Umbauten des Gebäudes, dass aufgrund von stetig wachsenden Patientenzahlen aus allen Nähten platzte.

Die damalige Chefärztin Dr. Beate Sandri erkannte die besondere Wirkung des Heilstollens beim Krankheitsbild Morbus Bechterew. Sie machte die außergewöhnlichen Erfolge im In- und Ausland bekannt.

bis 2000

Ein weiterer Umbau, große Erweiterungen und Modernisierungen wurden 1989 vorangetrieben und der Gasteiner Heilstollen entwickelte sich zum modernen Dienstleistungsbetrieb. Verträge mit deutschen und österreichischen Krankenkassen verstärkten das Wachstum des Heilstollens.

1995 zählte man die höchste Einfahrtszahl in der Geschichte des Heilstollens. 92.433 Einfahrten fanden in diesem Jahr statt. Doch das Wachstum wurde durch Reformen im deutschen Gesundheitswesen jäh gebremst. Die Heilstollentherapie wurde nicht mehr in dem Maße finanziert, die Einfahrtszahlen brachen deutlich ein.

Rekord: 92.433 Einfahrten in einem Jahr

Das erfolgreichste Geschäftsjahr des Gasteiner Heilstollen war 1995

bis heute

2001 hat die Universität Maastricht in einer kontrollierten randomisierten Studie die hohe Effektivität und das besonders positive Kosten-Nutzen-Verhältnis der Heilstollen-Therapie wissenschaftlich bestätigt. Im Forschungsinstitut Gastein der Paracelsus Privatmedizinischen Universität Salzburg bestätigen Studien immer wieder die Zuverlässigkeit und Wirksamkeit der Radonwärmetherapie.

2002 erfolgte die Verpachtung des Heilstollens an die „Gasteiner Kur-, Reha- und Heilstollen Betriebsges.m.b.H.“, die unter Leitung des Geschäftsführers Christoph Köstinger wieder zurück in die Erfolgsspur fand. Durch eine betriebliche Reorganisation und eine Neuausrichtung der Geschäftspolitik stiegen ab 2002 die Einfahrtszahlen wieder.

Gasteiner Heilstollen

Gasteiner Heilstollen heute

Seither hat sich das Angebot des Gasteiner Heilstollens immer weiterentwickelt. Heute steht für jeden Patienten ein maßgeschneidertes multimodales Behandlungskonzept, bestehend aus Heilstollenbehandlung, physikalischen Anwendungen und entsprechenden Schulungsprogrammen, bereit. Jedes Jahr bestätigen Studien und wissenschaftliche Untersuchungen den medizinischen Nutzen der Heilstollentherapie. Heute ist der Gasteiner Heilstollen das weltweit größte Therapiezentrum für die Erkrankung Morbus Bechterew. Bei vielen weiteren Indikationen erzielt er ebenso außerordentlich gute Erfolge.

2015 fuhr der 100.000ste Morbus Bechterew-Patient in den Gasteiner Heilstollen ein, zwei Jahre zuvor machte sich bereits der 400.000ste Patient überhaupt auf den Weg in den Stollen. Im Jahr 2018 feierte der Gasteiner Heilstollen die 3,5 Millionste Einfahrt seit Bestehen des Radonthermalstollens. Zudem lagen die Einfahrtszahlen in den letzten drei Jahren wieder zwischen 80.000 und 90.000 jährlich.

 



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