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Radontherapie: Heilstollen, Bäder und Trinkkuren

Radon ist ein farb- und geruchloses Gas, das natürlich aus Gestein austritt. Jeder Mensch nimmt es über hauptsächlich über die Atemluft auf. Aufgrund seiner hohen therapeutischen Wirksamkeit bei verschiedenen Krankheitsbildern kommt die Radontherapie schon seit Jahrhunderten in niedrigen Dosen als Heilmittel zum Einsatz. Radon ist das ortsgebundene Heilmittel des Gasteinertals und macht die Region weltweit einzigartig. Das hochwirksame Radon kommt nämlich in nur wenigen Heilbädern in Mitteleuropa natürlich vor. Es wird bei der Gasteiner Radonkur in der medizinischen Therapie vielseitig eingesetzt: als Thermalwasser, als Bade- und Trinkkur insbesondere aber im Gasteiner Heilstollen.


Die Wirkungsweise der Radontherapie

Die medizinische Wirkung der Thermalwasser-Bäder im Gasteinertal erlangten schon im Mittelalter Berühmtheit, obwohl der Stoff Radon erst viele Hundert Jahre später vom Ehepaar Marie und Pierre Curie entdeckt wurde. In der jüngeren Zeit hat sich die medizinische Radontherapie, auch Radonbalneologie genannt, durchgesetzt. Eine eindeutige, naturwissenschaftliche Erklärung für den Wirkungsmechanismus der Radontherapie ist zwar noch nicht ausreichend gegeben, ihre schmerzlindernde Wirkung wurde aber in vielen verschiedenen Studien nachgewiesen. Heute weiß man, dass Radon durch die Inhalation radonhaltiger Luft oder durch die Haut in den menschlichen Organismus gelangt. Radon setzt im Körper milde Alphastrahlen frei. Diese regen körpereigene Zellreparaturmechanismen an und verringern die Aktivität von Entzündungszellen sowie Schmerzbotenstoffen.

Infos zur Studienlage: Forschungslage der Radontherapie

Studien Radontherapie

Es gibt viele wissenschaftliche Studien zur Radontherapie


Thermalwasser: Radon-Badetherapie

In Gastein gibt es insgesamt 17 natürliche Quellen, aus denen warmes, mit Radon angereichertes Wasser, das sogenannte Radonthermalwasser, für die medizinische Therapie genutzt wird. Bei dieser traditionsreichen Form der Radontherapie baden Patienten 15 bis 20 Minuten lang in dem warmen Wasser. Es herrschen in der Regel Temperaturen zwischen 36 bis 38 Grad. Die Badetherapie gibt es entweder als Radon-Thermalwannenbad oder als Unterwassertherapie. Meist werden 10 Einheiten dieser Form der Radontherapie im Rahmen einer Kur angewendet. Die Therapien verschreibt ein Kurarzt, lediglich eine Schnupperanwendung ist ohne ärztliche Verordnung möglich.


Radonthermalstollen: Die wirksamste Therapieform

Die Radonwärmetherapie, dass ist wissenschaftlich bewiesen, trägt zu einer langanhaltenden Linderung von Schmerzzuständen und vielen anderen Beschwerden bei. Zudem erhöht sich durch Radon die Produktion von Radikalfängern, die bei rheumatischen Prozessen eine wichtige Rolle spielen. Nicht zuletzt kommt es zu einer verstärkten Ausschüttung der als Glückshormone bekannten Endorphine und einer generell positiven Beeinflussung des Serotoninstoffwechsels. Die positiven Wirkungen des Radons verstärken sich durch den sogenannten Hyperthermie-Effekt.

Radontherapie im Heilstollen

Die effektivste Form der Therapien mit Radon: warme Heilstollen

Temperaturen zwischen 37,5 und 41,5 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit über 70 Prozent bewirken eine leichte Überwärmung des Körpers. Als Reaktion versucht der Organismus durch Schwitzen, Verdunstungskälte zu erzeugen und damit die Haut zu kühlen und die Körperkerntemperatur steigt auf Werte bis 38,5 Grad. Experten sprechen von moderater Hyperthermie. Es hat sich gezeigt, dass sich im leicht überwärmten Zustand die Aufnahmefähigkeit des Organismus für das Naturheilmittel Radon erhöht. Hier liegt auch das zentrale Unterscheidungsmerkmal zur Radontherapie beispielsweise in kalten Stollen, bei welcher der Wärme-Aspekt nicht gegeben ist. Die Einfahrten in den Gasteiner Heilstollen gelten als effektivste Form der Radontherapie und werden meist im Rahmen einer mehrwöchigen Kur in Anspruch genommen.


Radon-Dunstbad: schwächer, aber Kreislauf-schonend

Das Radon-Dunstbad ist eine kreislaufschonende Alternative. Patienten sitzen in speziellen Kastenbädern, die mit Radon-Thermaldunst direkt aus den Quellen versorgt werden. Sie haben in der Regel Temperaturen zwischen 32 und 42 Grad und Patienten inhalieren den Dunst zwischen 20 und 30 Minuten lang. Vorteil dieser Therapieoption: Sie lässt sich leicht an die persönliche Belastbarkeit eines jeden Patienten anpassen. Für Patienten mit schwerer Klaustrophobie ist sie zudem eine Alternative zur Radontherapie im Gasteiner Heilstollen.

Zudem gibt es noch Radon-Trinkkuren mit radonhaltigem Wasser. Hier nimmt der Blutkreislauf Radon über den Magen-Darmtrakt auf. Sie sind jedoch weniger stark verbreitet als die anderen Radontherapien.

Nachruhe

Egal welche Form der Radontherapie – die Nachruhe ist wichtig /(c) Gasteinertal Tourismus GmbH


Bei welchen Krankheitsbildern die Radontherapie wirkt

Die Bandbreite an Indikationen, bei denen die Radontherapien nachweislich positive therapeutische Effekte zeigen, umfasst eine große Zahl verschiedener Anwendungsbereiche. Die Erfahrungen zeigen, dass sie bei einigen Krankheitsbildern eine besonders hohe Wirksamkeit aufweist. Dazu zählen:

  • rheumatische Erkrankungen, allen voran Morbus Bechterew, Rheumatoide Arthritis, Arthrose und bestimmte Formen des Weichteilrheumatismus
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Osteoporose, HWS-Syndrom und degenerative Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen
  • Erkrankungen der Atemwege wie Asthma bronchiale, chronische Nasennebenhöhlenentzündungen, Sarkoidose, Allergien und chronisch-obstruktive Lungenerkrankung und
  • Hautkrankheiten wie Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis.

Zur vollständigen Indikationsliste

Als symptomorientierte Behandlungsform kann die Radontherapie nicht die Ursachen der Erkrankungen beheben, ihre heilsamen Wirkungen halten jedoch über viele Monate an und steigern die Lebensqualität oft nachhaltig. Viele Patienten berichten schon nach einigen Anwendungen über signifikante Schmerzlinderung, wesentlich niedrigeren Medikamentenbedarf und spürbar verbessertes Wohlbefinden.


Informationen

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