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Therapie bei Atemwegserkrankungen

Atemwegserkrankungen

Unsere Atemwege sind sozusagen das Tor des Körpers nach außen. Von hier gelangt lebenswichtiger Sauerstoff mit der eingeatmeten Luft in den Organismus und das Stoffwechselprodukt Kohlenstoffdioxid nach außen. Zu den oberen Atemwegen gehören Mund- und Nasenhöhle, Nasennebenhöhlen, Rachen und Kehlkopf, zu den unteren Luftröhre, Lunge, und Bronchien.

Akute, meist rasch vorübergehende Erkrankungen kennt jeder: Erkältungen und grippale Infekte. Halten Husten, Atemnot und Schmerzen im Bereich des Brustkorbs jedoch über einen längeren Zeitraum an, handelt es sich meist um eine chronische Erkrankung der Atemwege. Zu ihnen gehören die chronische Bronchitis, Asthma bronchiale oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Eine Sonderstellung nimmt Sarkoidose ein, eine Erkrankung bei der sich Gewebeknötchen überwiegend in der Lunge, aber auch an anderen Körperstellen, bilden und dadurch zu Husten und Kurzatmigkeit führen.

Bei all diesen chronischen Erkrankungen der Atemwege sind die klassischen Therapieoptionen begrenzt. Eine Heilung ist nur in seltenen Fällen möglich. Daher sind Betroffene meist darauf angewiesen, Therapien zu finden, die ihnen im Alltag mehr Lebensqualität verschaffen und die Symptome der schweren Erkrankungen lindern. Eine Behandlungsoption stellt die Therapie mit Radonbehandlungsserien im Gasteiner Heilstollen dar. Sie lindert jedoch nicht nur die Symptome, sondern wirkt sich auch positiv auf das Immunsystem der Betroffenen aus. Bei allen chronischen Erkrankungen der Atemwege, ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems ein maßgeblicher Krankheitsfaktor.

Klimatherapie im Berg in alpiner Umgebung

Klimatherapien gibt es seit mehr als 150 Jahren und sind anerkannte Naturheilverfahren, die meist im Rahmen einer dreiwöchigen Kur stattfinden. Patienten profitieren davon oft fast ein ganzes Jahr lang. Für Menschen mit Atemwegserkrankungen bieten sich solche Kuren im Hochgebirge, am Meer und in Naturhöhlen oder Heilstollen an. Oft gesellt sich ein ortgebundenes Heilmittel, wie beispielsweise Radon und Wärme im Gasteiner Heilstollen, hinzu.

Klimatherapie bei Atemwegserkrankungen

In den Bergen sowie im Heilstollen gibt es eine staub- und pollenfreie Atmosphäre – eine Wohltat für die Atemwegsorgane

Im Radonthermalstollen in Gastein, der zudem im Alpenraum liegt, gibt es für Patienten mit Atemwegserkrankungen somit vier verschiedene Wirkfaktoren:

  1. In alpinen Lagen über 1.500 Metern gibt es keine Milben, Schimmelpilze oder Pollen mehr, was antiallergische Effekte bei Atemwegserkrankungen erzielt. Zudem verringert sich mit zunehmender Höhe der Luftsauerstoff und der Körper befindet sich im Ausdauertraining – das wirkt sich langfristig auf Blutbild und Sauerstofftransport aus.
  2. Wie im Hochgebirge herrscht im auch Heilstollen eine nahezu staub- und pollenfreie Atmosphäre, wovon vor allem Menschen mit Atemwegsproblemen profitieren.
  3. Im Gasteiner Heilstollen tritt das Edelgas Radon natürlich aus dem Gestein aus und wird über Haut und Lunge aufgenommen. Dies regt körpereigene Zellreparaturmechanismen an, verringert die Aktivität von Entzündungszellen sowie Schmerzbotenstoffen und wirkt immunstabilisierend.
  4. Zusätzlich herrscht im Heilstollen ein tropisches Klima, mit Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit. Verkrampfte Atemwegs-Muskeln entspannen sich so und Schmerzen und Hustenanfälle verringern sich.

Auswirkungen auf Asthma und Allergien

Bei Asthmatikern verstärken sich im Frühling oft Anfälle mit Atemnot aufgrund von Allergien. Eine Kur im Gasteiner Heilstollen mit der besonders reinen Atemluft führt meist sofort zu einer Erholung der Atemwege. Natürliche Gerölle, Felswände und haarfeine Gebirgsrisse funktionieren im Stollen wie ein natürlicher Filter gegen Pollen, Haare, Fasern und andere allergieauslösende Substanzen. Die Luftreinheit und die erhöhte Luftfeuchtigkeit wirken antiallergisch, entzündungshemmend, schleim- und krampflösend.

Die angefeuchtete Luft im Gasteiner Heilstollen beruhigt darüber hinaus die Bronchialschleimhaut, während Radon insbesondere langfristige Wirkungen auf das Immunsystem hat. In einer neuen Studie wurden die Wirkungen der Radontherapie untersucht. So konnte ein temporärer Anstieg von regulatorischen Immunzellen sowie eine langanhaltende Reduktion eines Aktivierungsmarkers beobachtet werden. Beides sind wichtige Faktoren, die bei Allergien oder Asthma positive Auswirkungen auf die Beschwerden haben können.

Patienten mit Asthma berichten nach einer etwa dreiwöchigen Kur über eine nachhaltige Besserung der Symptomatik sowie deutlich geringerem Kortisonbedarf. Anfälle und Infekte treten wesentlich seltener auf. Die Wirkung der Höhlentherapie auf Asthma ist zudem wissenschaftlich belegt. Nach dem Aufenthalt im Heilstollen verbessern sich die Lungenfunktionswerte messbar.

Durchatmen nach der Kur

Die hohe Luftfeuchtigkeit beruhigt vor allem bei Asthma die Bronchien

Symptome der COPD lassen sich vermindern

Die Erkrankung chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) umfasst mehrere Atemwegserkrankungen, die sich alle durch ähnliche Symptome zeigen: Neben Husten, Auswurf, Atemnot beschreiben Betroffene oft auch eine deutliche Leistungsminderung. Medikamente zielen darauf ab, verengte Bronchien zu erweitern. Dies lässt sich aber nur teilweise erreichen. Das Problem: Hat sich die chronisch obstruktive Lungenerkrankung erst einmal manifestiert, ist eine Heilung meist nicht mehr möglich.

Eine Alternative zu Medikamenten ist eine Kur im Gasteiner Heilstollen. Viele Patienten mit COPD berichten von einer langanhaltenden Linderung der Beschwerden. Jedoch müssen Betroffene ausprobieren, ob ihnen ein Aufenthalt guttut. Denn Menschen mit COPD reagieren empfindlich auf verschiedene Formen des Reizklimas: Ist die Luft beispielsweise zu kalt, reizt sie empfindliche Schleimhäute. Menschen mit COPD sollten daher lieber ganzjährig vermeiden, sich dem Reizklima der Nordsee auszusetzen. Es kann Beschwerden verstärken. Aber auch in den Bergen gilt Vorsicht. Denn der verfügbare Sauerstoff nimmt mit der Höhe ab, und das kann Atemprobleme auslösen. Auch die Wirkungen des feucht-warmen Klimas im Gasteiner Heilstollen sollten Betroffene ausprobieren, da die Verträglichkeit von Patienten zu Patienten verschieden ist.

Behandlungseffekte bei Sarkoidose

Atemnot und manchmal Gelenkschmerzen stellen zwei wesentliche Symptome bei Sarkoidose dar. Darüber hinaus finden sich bei Sarkoidose oft eine eine allgemeine Einschränkung der Lungenfunktion, Husten und Erschöpfung. Statt Medikamenten mit unerwünschten Nebenwirkungen, helfen auch Klimatherapien wie im Gasteiner Heilstollen gegen die Symptome.

Schmerzmedikamente

Mit einer Kur bei Atemwegserkrankungen reduzieren viele Patienten über Monate ihre Medikamente

Gerade die oft ausgeprägten Schmerzen der chronischen Sarkoidose lassen sich bis zu 9 Monate langanhaltend lindern und so der Medikamentenbedarf bis zu 1 Jahr deutlich senken. Für viele Betroffene geht dies mit einer deutlichen Besserung ihrer Lebensqualität einher. Zudem ist auch eine Wirkung der Radontherapie auf das Immunsystem nachgewiesen. Auch Entzündungsprozesse im Körper lassen sich durch die Therapie reduzieren. Eine Verminderung des Medikamentenverbrauches ist für Schmerzmittel nachgewiesen, für Cortison realistisch zu erwarten.

4 Kommentare

  1. Tlominska mariol a sagt:

    Habe ich COPD interesiert mich Kur bei euch mus man privat zahlen oder die kosten übernimmt auch Krankenkasse?

  2. Simone Henschel sagt:

    Ich war 2015 für 4 Wochen im Stollen. Vollauf begeistert!
    Wie neugevoren habe ich mich damals gefühlt! Ich leide an einer rheumatoiden Arthritis nahm Cortison, Ebetrexat usw. Danach reduzierte ich langsam die Medikamente! Auch stellte ich zuvor meine Ernährung total um. Man sagte mir ich könne jedes Jahr um diese Kur als rheumatoide Patientin ansuchen. Leider wurde sie mir 2017 verweigert!
    MfG Simone Henschel

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