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Therapie bei Rheuma – Interview

Kur in Heilstollen

Eine alternative Therapie bei Rheuma

Stechende Schmerzen in Knien, Schultern und Händen, dazu ständige Erschöpfung und bleierne Körperschwere über Jahre hinweg. Rund 11 Millionen Menschen leiden in Deutschland und Österreich unter Rheuma. Doch was ist eigentlich Rheuma? Welche Therapie gibt es? Und was kann man effektiv gegen die Rheuma Schmerzen machen? Wir haben da mal ein paar Fragen an unseren wissenschaftlichen Leiter Dr. Bertram Hölzl gestellt:

Was genau ist Rheuma?

Unter dem Oberbegriff „Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises“ fassen Mediziner eine Vielzahl von Krankheiten zusammen, die zum Teil ähnlich, oft aber auch sehr unterschiedlich in Erscheinung treten. Gemeinsames Merkmal aller Krankheiten sind starke Schmerzen im Bereich des Stütz- und Bewegungsapparates. Dem entzündlichen Rheuma liegen nach heutigem wissenschaftlichen Stand häufig Autoimmunprozesse zugrunde. Ein gesundes Immunsystem reagiert lediglich auf körperfremde Stoffe, wie Krankheitserreger. Bei Rheumatikern richtet sich der Immunprozess aber auch gegen körpereigene Stoffe. In der Folge ergreift der Körper in Gelenken Abwehrmaßnahmen und produziert dort vermehrt entzündungsfördernde Stoffe. Daraufhin verdickt sich die Gelenkinnenhaut und zerstört Knorpel, Knochen und Bänder.

Schmerzen durch Rheuma

Schmerzen des Rheumas treten oft symetrisch auf

Welche Ursachen für Rheuma kennt man heute?

Wissenschaftlich gesehen sind die Ursachen für den fehlgeleiteten Immunprozess im Körper noch nicht vollständig geklärt. Derzeit gehen wir davon aus, dass erbliche Veranlagung, schädliche Umwelteinflüsse, Infekte und Rauchen zur Erkrankung beitragen. Es scheinen jedoch meist mehrere Ursachen im Zusammenspiel zu dieser Fehlsteuerung des Immunsystems zu führen.

Kann man Rheuma erkennen?

Ja, erste Symptome sind manchmal Müdigkeit, allgemeine Erschöpfung, Appetitlosigkeit oder auch leichtes Fieber. Gleichzeitig oder auch etwas später kommt es zu Entzündungen der Gelenke mit Schmerzen, Steifigkeitsgefühl und Schwellungen. Typisch für Rheuma sind symmetrische Lokalisationen der Beschwerden, also beispielsweise beide Hände, Schultern, Knie- oder Fußgelenke. Schreitet die Krankheit weiter fort, können sich die Gelenke verformen, die Beweglichkeit vermindert sich weiter und Schmerzen nehmen zu.

Jeder zweite Rheumatiker hat bei schlechtem Wetter mehr Symptome, woran liegt das?

Das stimmt. Etwa jeder zweite Rheumatiker plagt sich mit Wetterfühligkeit, die sich meist in Schmerzen, Gelenksteifigkeit und Bewegungseinschränkungen niederschlägt. Ihnen machen zu- und abnehmende Temperaturen und sinkender Luftdruck zu schaffen. Unter diesen Bedingungen verschlimmern sich oft die rheumatischen Beschwerden. Maßnahmen wie Wechselduschen oder Saunabesuche zur Regulation der Reizschwelle verschaffen in manchen Fällen kurzfristige Linderung, ebenso wie Schmerzmittel. Worauf das Phänomen beruht, ist bisher noch nicht bekannt.

Wie sieht die Therapie bei Rheuma aus?

Die meisten rheumatischen Erkrankungen gelten als nicht heilbar, wenngleich es heute viele moderne medikamentöse Therapien gibt. Meist wird mit einer Kombination aus entzündungshemmenden, schmerzstillenden und immunmodulierenden Arzneien medikamentös behandelt. Um betroffene Gelenke beweglich zu erhalten, ist eine regelmäßige Physiotherapie meist wichtiger Teil der Behandlung. Bei manchen Betroffenen ist eine Operation im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung unumgänglich, bei der zerstörte Gelenke durch eine Prothese ersetzt werden. Fast alle Rheuma-Patienten benötigen mit zunehmender Krankheitsdauer mehr Schmerzmittel. Sie lindern Beschwerden zumindest vorübergehend, bringen aber oft unerwünschte Nebenwirkungen wie Magenprobleme, Nierenprobleme oder Zunahme von Gefäßerkrankungen mit sich. Um diesen zu entgehen, greifen viele auf die sogenannte Radonwärmetherapie als natürliche Alternative zurück.

Rheuma Untersuchung

Der Arzt kann die Veränderungen der kleinen oder großen Gelenke oft auch fühlen.

Was bewirkt die radonhaltige Luft im Heilstollen bei den Erkrankten?

Das in der Erdrinde vorhandene Naturheilmittel Radon hat bei Rheumatikern drei wesentliche Wirkungen: Die Therapie wirkt auf den Knochenstoffwechsel, auf das Immunsystem sowie auf das Schmerzempfinden. So wies eine Studie erst kürzlich nach, dass der Spiegel eines Markers im Blutserum durch Radon gesenkt wird. Dies ist ein Hinweis darauf, dass sich der Knochenabbau reduziert. Zudem steigert Radon den Anteil von bestimmten Immunzellen, die die Arbeit des Immunsystems dämpfen. Ein weiteres Immun-Protein, das aktive Immunzellen bilden, wird durch Radon hingegen reduziert. Dieses Protein ist üblicherweise bei Patienten mit entzündlichen Erkrankungen erhöht und normalisiert sich Studien zufolge durch die Therapie mit Radon wieder. Zudem ist dieser Marker auch bei Schmerzen erhöht.

Therapie im Heilstollen

Im Gasteiner Heilstollen helfen Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und Radon bei Rheuma

Die mit der Radontherapie bei Rheumatikern einhergehende schmerzlindernde Wirkung, setzt bei einigen Patienten schon gegen Ende der Kur mit Radonbehandlungsserien ein. Bei anderen tritt der Effekt verzögert nach einigen Wochen ein. Er reicht von erheblicher Schmerzlinderung bis hin zur kompletten Beschwerdefreiheit und hält bis zu neun Monate an. Für viele sind dies wichtige Monate, in denen sich nicht nur die Symptome ihres Rheumas verringern oder gar verschwinden, sondern in denen sie auch deutlich weniger Medikamente zu sich nehmen müssen.

Wie oft ist ein Aufenthalt im Heilstollen zu empfehlen?

Viele unserer Patienten erzielen den bestmöglichen Effekt der Kur, wenn sie einmal im Jahr für zwei bis drei Wochen kommen. Sie fahren dann acht bis zwölf Mal in den Heilstollen für etwa eine Stunde ein. Viele machen die Kur im Herbst, um gut über den Winter zu kommen, denn bei nasskaltem Wetter verstärken sich bei den meisten Rheumatikern die Symptome. Bei einigen Patienten bringt eine zweite Kur pro Jahr eine weitere Besserung der Erkrankung.

Physiotherapie bei Rheuma mit Ball und Gummibändern

Bei Rheuma ist Physiotherapie wichtiger Bestandteil der Therapie

Was kann jeder selbst gegen Rheuma tun?

Spazierengehen oder Radfahren tut Rheumatikern grundsätzlich gut. Bewegung kann Studien zufolge, entzündliche Schübe reduzieren. Darüber hinaus wirkt sie rheumatischen Gelenkversteifungen entgegen, verhindert den muskulären Abbau und stärkt die Knochen. Zudem entlasten starke Muskeln strapazierte Gelenke. Neben Aktivitäten an der frischen Luft, helfen auch gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Aquagymnastik oder Tanzen. Ärztlich verschriebenes Funktionstraining und Krankengymnastik sind als Therapie bei Rheuma äußerst hilfreich.

8 Kommentare

  1. Groll Eva sagt:

    Wie lange muss man im durchschnitt auf einen Termin warten
    Mfg Groll Eva

  2. Kirchsteiger Maria sagt:

    Ich hätte eine Frage ich nehm schon 14 jahre das Medikament ebetrexat 20 mg.seit drei Jahren Spritze ich das ebetrexat meistens noch deflamat zwei bis drei mal in der Woche dazu mein Rheuma heisst poliatrithis habe schon zwei mal ibumentin Therapie in einer Rheuma Klinik gehabt glauben sie das mir die Stollentherapie helfen kann Wärme tut mir gut.vielen Dank

  3. Janos Orsos sagt:

    Ich möchte auch einen kur beantragen. MfG janos Orsos

  4. Celi sagt:

    Schon 3x angesucht und leider abgelehnt… unsere Krankenkassen zahlt lieber Magen Op‘s usw als Menschen zu helfen die jeden Tag Schmerzen haben 😥

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