Gasteiner Heilstollen
Kur in Heilstollen
Ohne Verordnung in den Heilstollen – so funktioniert‘s
16.07.2020
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Morbus Bechterew: Dank Heilstollen kaum Versteifungen

Morbus Bechterew Patient Versteifung

Patient berichtet – seit 36 Jahren an Morbus Bechterew erkrankt

Es sind die besonderen Momente im Leben eines Heilstollenmitarbeiters: Man sitzt nichtsahnend am Schreibtisch, es klopft und wenige Augenblicke später steht ein Heilstollen-Gast freudestrahlend im Büro, weil er vom Kurerfolg so begeistert ist. Im Falle von Gotthard Baumann durfte sich unsere Mitarbeiterin sogar noch eines kleinen „Tänzchens“ erfreuen, mit dem Gotthard eindrücklich zeigte, dass er auch nach 36 Jahren Morbus Bechterew dank Heilstollen-Kuren absolut beweglich und nur wenig versteift ist. Wir haben mit dem lebenslustigen Rentner aus Bayern gesprochen:

Herr Baumann, mehr als ein halbes Leben leiden Sie an Morbus Bechterew, wie wurde die Krankheit damals erkannt?
„Das war 1984, ich hatte unglaubliche Schmerzen, vor allem in der Wirbelsäule. Aber irgendwie war mein gesamter Bewegungsapparat betroffen. Ich litt unter Fersensporn, meine Sprung- und Kniegelenke waren geschwollen und schmerzten, so dass ich kaum noch richtig gehen konnte. Immerhin war ich damals ja erst 30 Jahre alt.“

Wie erging es Ihnen, als feststand, dass Sie Morbus Bechterew haben?
„Das war ein herber Schlag für mich. Ich fühlte mich zu jung für sowas. Als alleinerziehender Vater war das für mich eine sehr schwere Zeit.“
Corona Morbus Bechterew

Bei der Anmeldung: auch bei der 17. Kur läuft alles reibungslos


Aber Sie haben sich nicht mit den Schmerzen und der Diagnose abgefunden?
„Nein! Mit 35 Jahren sollte ich schon berentet werden. Das habe ich abgelehnt. Mit 35 Jahren kann man doch nicht in Rente gehen, oder? Ich habe dann viele Sachen ausprobiert. Eine Schwefelkur und Moorbäder, aber das hat nichts geholfen. Ich schluckte die Medikamente, sogar ein Jahr lang die Höchstdosis Diclofenac. Aber auch das half nichts. Ich entwickelte eine Allergie auf die Medikamente, nahm schließlich sogar Cortison, das half ein bisschen.“

Wie sind Sie schließlich auf den Gasteiner Heilstollen gekommen?
„Mein Orthopäde gab mir den Rat, es mit einer Kur im Heilstollen zu versuchen. Also bin ich zwei Jahre nach der Diagnose, vor 34 Jahren, das erste Mal zur Kur nach Gastein gefahren.“

Seither sind es 17 Kuren geworden. Sie müssen einen Erfolg gehabt haben.
„Ja! Und was für einen! Ich war beim ersten Mal sieben Wochen auf Kur. Danach sprang ich durch die Gegend wie ein junges Reh. Ich habe mich wirklich absolut gesund gefühlt, ganze 11 Monate lang und zwar ohne jedes Schmerzmittel.“

Was genau hat die Kur bewirkt?
„Sie hat meine Beschwerden auf allen Ebenen gelindert. Neben den Schmerzen, die ich oft schon bei geringen Unterkühlungen hatte, ist auch beispielsweise das nächtliche Schwitzen unter dem ich vor allem im Schub oft litt, verschwunden. Vor der Kur hatte ich den typischen Bechterew-Gang: Die Schultern nach vorgezogen und mit steifer Hüfte schaukelte ich beim Gehen. Wie ein „Entengang“. Seit der 1. Kur im Heilstollen habe ich das nicht mehr. Meine Versteifungen sind fast völlig weg, ich bin beweglich, fühle mich gut. Bei der Rückfahrt mit dem Auto nach Hause habe ich sogar überrascht festgestellt, dass ich den Schulterblick wieder wunderbar machen kann. Das funktioniert wieder hundertprozentig und ist der Erfolg des Heilstollens. In jungen Jahren konnte ich dank der Heilstolleneinfahrten wieder ein ganz normales Leben führen. Surfen, Segeln und Skifahren zum Beispiel. Das ist heute nicht mehr so wichtig. Wenn ich eine Kur mache, habe ich jedes Mal einen guten Effekt, komme gut durch die kalte Jahreszeit und habe auch keine Grippe oder so etwas.“
Morbus Bechterew

Corona-Regel: Während der Einfahrt muss Maske getragen werden


Und im Stollen selbst, wie empfinden Sie die Einfahrten?
„Als ich die ersten Male eingefahren bin, war das alles schon ein bisschen wie Abenteuer. Als junger Mann durfte ich sogar mal vorn auf der Lok mit einfahren, das war klasse. Heute bin ich ja ein alter Hase, was Einfahrten angeht.“

Was tun Sie für Ihre Gesundheit außerhalb des Stollens?
„Ich habe mal Radonbäder ausprobiert, aber hier war der Nutzen nicht so gut. Für mich ist der Heilstollen wichtiger als jedes Medikament. Und als zweites ist die richtige Bewegung, Übungen gegen die Versteifung zum Beispiel, sehr wichtig. Das habe ich von Anfang an gemacht, denn wenn man als Bechterew-Patient erst einmal steif geworden ist, ist’s zu spät. Daher sollte man schon früh in den Heilstollen fahren und von Anfang an Übungen machen.“

Dieses Jahr ist aufgrund der Corona-Pandemie alles anders, Sie sind trotzdem in den Stollen gefahren, warum?
„Eigentlich bezahlt meine Krankenkasse die Kur. Da ich aber nicht hätte einfahren können (stationäre Häuser dürfen aufgrund von Bestimmung der Österreichischen Sozialversicherungen keine Patienten einfahren lassen, Anm.d.R), bin ich dieses Jahr als Privatzahler hier. Ich habe den Stollen gebraucht und das war es mir wert. Sonst wäre ich nicht über den Winter gekommen und ich baue aktuell nochmal ein Haus und wollte dafür fit sein.“

schmerzfrei

Für Gotthard ist der Heilstollen das Tor zur Gesundheit


Nun sind Sie Rentner, wie genießen Sie Ihre Zeit?
Der Hausbau nimmt mich jetzt in Anspruch und ich muss auch noch Arbeiten, weil ich viele Jahre Selbstständig war und kaum Rente bekomme. Aber ich achte schon auf mich. Ein Mittagsschläfchen gehört dazu und ich gönne es mir, jeden Morgen im Café zu frühstücken. Ich bin sehr zufrieden und mir geht’s gesundheitlich sehr gut.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Sie!

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