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7 Tipps zur Selbsthilfe bei Morbus Bechterew

Etwa 350.000 Menschen leiden allein in Deutschland an der chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankung Morbus Bechterew. Erste Symptome wie Rückenschmerzen und Morgensteifigkeit treten meist schon zwischen 15. und 40. Lebensjahr auf. Die rheumatische Autoimmunerkrankung führt aufgrund von Entzündungen der kleinen Wirbelgelenke zu Verknöcherungen der Wirbelsäule. Obwohl heutzutage viele moderne medikamentöse Therapieformen zur Verfügung stehen, gilt Morbus Bechterew nach wie vor als unheilbar. Dennoch gibt es heute kaum Menschen, die an einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit leiden, weil viele Therapien die Krankheit lindern können. Gerade bei Morbus Bechterew ist es besonders wichtig, zu lernen mit der chronischen Erkrankung umzugehen und sich auf sie einzustellen. So können Betroffene ein erfüllteres Leben, mit weniger Schmerzen und mehr Lebensqualität führen. Wir haben für Sie die sieben wichtigsten Tipps zur Selbsthilfe bei Morbus Bechterew zusammengestellt:

Selbsthilfe-Tipp 1: Morbus Bechterew verstehen

„Warum ich?“ Mit Diagnosestellung quälen sich die meisten Menschen zunächst mit der Frage nach dem Warum. Das ist verständlich, oft aber leider nicht zielführend. Wen eine solche chronische Erkrankung erwischt, sollte nach einer gewissen Zeit aber den Blick in die Zukunft richten. Statt nach dem Warum zu fragen, sollten Sie vielmehr folgende Fragen stellen:

  • Was kann ich selbst tun, um die Krankheitsschwere zu beeinflussen?
  • Wie kann ich lernen, mit der Krankheit zu leben?
  • Wie lassen sich die Symptome besser aushalten?
  • Welche Faktoren in meinem Alltag beeinträchtigen den Morbus Bechterew negativ?

Morbus Bechterew Informationen

Wer sich intensiv mit den Antworten auf solche Fragen beschäftigt, lernt zwangsläufig auch eine Menge über die Krankheit Morbus Bechterew und befolgt damit einen wichtigen Tipp zur Selbsthilfe: Die Erkrankung zu verstehen. Das ist die Voraussetzung für einen guten Umgang mit Morbus Bechterew. Die rheumatische Erkrankung fordert von den Betroffenen, dass sie selbst mitarbeiten und Verantwortung für die Therapie übernehmen. Im Gasteiner Heilstollen werden immer wieder spezielle Patientenschulungen angeboten. In diesen erfahren Betroffene alles über Krankheitsbild, Krankheitsverlauf und Diagnose dieser chronisch entzündlichen, rheumatischen Erkrankung. Zusätzlich wird über Wirkungsweisen von Bewegungstherapien und Medikamenten, über gesunde Ernährung, Entspannungsmethoden sowie Schmerz- und Stressbewältigung informiert. Kurzum: viel über die eigene Erkrankung zu wissen, hilft, im Alltag mit der Krankheit besser umzugehen.


Selbsthilfe-Tipp 2: Tägliche Gymnastik: Übungen für zu Hause

Mit Gymnastik lässt sich der Körper geschmeidig halten. Das wirkt gerade zu Beginn des Morbus Bechterew, der Versteifung entgegen. Außerdem leiden Betroffene weniger unter Schmerzen. Gute Gymnastikübungen, die die Beweglichkeit erhalten sowie die Rücken- und Bauchmuskulatur stärken, lassen sich mit Gummibändern und dem Gymnastikball durchführen. Die Kräftigung der Brustkorbmuskulatur erleichtert zum Beispiel die Atmung. Weil dieses Thema so wichtig ist, gibt es auf unserer Seite einen Artikel über die wichtigsten Übungen bei Morbus Bechterew:
10 Übungen bei Morbus Bechterew

Rollenlagerung

Spezielle Übung für Morbus Bechterew: Rollenlagerung

Eine besonders wirksame Übung ist die Lagerungstherapie auf Holzrollen, die Wirbelsäule und Brustkorb dehnt. Sie zeigt sehr gute Erfolge hinsichtlich der aufrechten Haltung, die bei Morbus Bechterew besonders beeinträchtig ist. Liegt eine Rolle unter der Brustwirbelsäule und eine zwischen Kreuzbein und Steißbein, verspüren Morbus Bechterew-Patienten ein angenehmes Dehnungsgefühl. Diese Lagerung darf nicht wehtun. Dokumentiert sind Vorher-Nachher-Effekte bis zu einer um 5 cm verbesserten Aufrichtung. Wer die Lagerungstherapie sechs bis acht Mal unter Aufsicht durchgeführt hat, kann sie in der Regel auch selbstständig zu Hause durchführen.


Selbsthilfe-Tipp 3: Austausch tut gut: Die Selbsthilfegruppen Morbus Bechterew

Über eine chronische Erkrankung zu reden, fällt vielen nicht leicht. Im Gegenteil: Außerhalb der Familie gilt es als Tabuthema, über das viele nicht sprechen wollen. Dabei ist es für den Betroffenen aber wichtig, dass das nahestehende Umfeld und auch Kollegen wissen, dass sie vielleicht nicht mehr so belastbar sind wie vor der Erkrankung. Nur so kann das Umfeld auch Rücksicht nehmen.
Doch auch eine noch so verständnisvolle Familie oder ein noch so gutes berufliches Umfeld kann den Kontakt zu anderen Morbus Bechterew Patienten nicht ersetzen. Für Morbus Bechterew gibt es Selbsthilfegruppen, die einen vertraulichen Rahmen zum Austausch bieten. Gespräche über Schwierigkeiten im Alltag helfen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig Mut zuzusprechen. Oftmals gibt es auch praktische Tipps, die den eigenen Handlungsspielraum erweitern. Selbsthilfegruppen sind offen für alle: für Betroffene und für Angehörige.


Selbsthilfe-Tipp 4: Aktives Leben, viel Bewegung und Sport

Bewegung kann oftmals mehr bewirken als eine Tablette. Besonders gilt dies für Patienten mit Morbus Bechterew, denn Sport hilft, die Schmerzen und Langzeitfolgen der Krankheit einzudämmen. Einer der wichtigsten Therapieratschläge von Experten lautet: Bewegung, Bewegung und nochmals Bewegung. Grundsätzlich eignen sich bei Morbus Bechterew Sportarten, die Gelenke nicht zu stark beanspruchen. Belegt ist, dass sich Nordic Walking für Morbus-Bechterew-Patienten besonders eignet. Dank der Stöcke schont es Gelenke. Bechterew-Patienten sollten auf längenverstellbare Stöcke achten. Sie können mit der Zeit höher und damit aufrechter eingestellt werden. Bei Bedarf sind auch stabilisierende Schienen oder puffernde Einlegesohlen sinnvoll. Am besten die richtige Technik in einem Kurs erlernen, damit sich keine Fehlbelastungen einschleichen.

Selbsthilfe Bewgung

Nordic Walking gehört zu den gesündesten Sportarten bei Morbus Bechterew

Weitere Tipps für ein aktives Leben:

  • Gute Sportarten: Schwimmen, Aquagymnastik oder Tanzen
  • Entspannungsübungen zu Hause: autogenes Training, Meditation, Yoga oder Tai Chi
  • Funktionstraining und Krankengymnastik ärztlich verschreiben lassen
  • Regelmäßige Spaziergänge

Selbsthilfe-Tipp 5: Gesunde Ernährung

Morbus Bechterew schlägt sich zwar an den Gelenken nieder, ist aber keine mechanische Störung. Vielmehr beruht sie auf entzündlichen Prozessen, verursacht durch überschießende, krankhafte Abwehrprozesse. Die entzündlichen Prozesse lassen sich wiederum durch eine ausgewogene, gesunde Ernährung beeinflussen. Als Basis der Ernährung sollte Gemüse sowie gutes Eiweiß aus Nüssen und Hülsenfrüchten mit hochwertigen pflanzlichen Ölen im Mittelpunkt stehen. Gemüse, Gewürze und Kräuter liefern wichtige Antioxidantien, die Entzündungen teilweise entgegenwirken. Auch Omega-3-Fettsäuren zum Beispiel aus Leinöl wirken antientzündlich.


Selbsthilfe-Tipp 6: Stress vermeiden

Dass Stress einen Einfluss auf chronische Krankheiten hat, ist heute unumstritten. Akuter oder chronischer Stress kann Krankheitssymptome verstärken und aufrechterhalten. Andersherum aber sind die Symptome chronischer Erkrankungen – allen voran Schmerzen und Schlafstörungen – auch selbst ein Stressfaktor. Viele Patienten beschreiben, dass sich ihre Erkrankung nach besonderen Stressmomenten verstärkt, wie beispielsweise nach einer Trennung oder dem Verlust des Jobs. Aber auch alltäglichere Stressmomente wirken sich auf den Morbus Bechterew aus. Patienten sollten daher stressige Faktoren reduzieren (Stressvermeidung) und Bewältigungsstrategien gegen Stress (Stressbewältigung) erlernen. Zu diesen gehören autogenes Training, Meditation, Yoga oder Tai-Chi. Sie lassen sich besonders gut nutzen, um die Kontrolle über Stress und Schmerzen wieder zu erlangen. Darüber hinaus hat auch Sport und Bewegung allgemein eine stressreduzierende Wirkung, da sie Stresshormone abbauen.

Stressbewältigung

Wichtig: Stress reduzieren und besser bewältigen lernen


Selbsthilfe-Tipp 7: Kuren helfen bei Lebensstilveränderung und gegen Schmerzen

Wer zum Manager seiner eigenen Gesundheit werden will, braucht manchmal zu Beginn etwas Hilfe. Sei es bei der Aufklärung zum Krankheitsbild, zum Erlernen der passenden Übungen oder auch zum Ausprobieren verschiedener Einzeltherapien. Eine Kur oder Reha kann Patienten dabei gut helfen, denn oft stehen in den Kureinrichtungen gut ausgebildete Physiotherapeuten und eine große Vielfalt an medizinischen Behandlungen zur Verfügung, die zur Selbsthilfe anregen. Bei Morbus Bechterew helfen im Rahmen einer Kur oder Reha beispielsweise Bewegungstherapien wie therapeutisches Nordic Walking, Rücken Fit-Gruppen, krankengymnastische Maßnahmen oder auch Osteopathie, um wichtige Muskelgruppen durch Dehnung und Kräftigung zu stärken und so die Wirbelsäule zu entlasten. Auch Patientenschulungen finden oft statt. Alle Bausteine bereiten den Patienten auch darauf vor, Übungen zu Hause allein fortzuführen.

Welche Einzeltherapien sie im Heilstollen ausprobieren können, haben wir zusammengestellt: Zusätzliche aktive und passive Therapien im Gasteiner Heilstollen

Während einer Kur lassen sich viele Therapien ausprobieren und richtig erlernen

Bei Morbus Bechterew sind Kuren besonders wirksam, wenn sie aus Bewegungstherapie, muskelentspannenden und krankengymnastischen Programmen bestehen. Das Besondere an einer Kur sind darüber hinaus die natürlichen Heilmittel. Beispielsweise das Radon im Gasteiner Heilstollen, der als größtes Therapiezentrum für Morbus Bechterew gilt. Kurgäste fahren zur therapeutischen Nutzung mehrmals mit dem Zug in den Heilstollen ein und verbringen etwa eine Stunde auf den Therapiestationen. Neben Radon wirken Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit. Sie bewirken eine Lockerung und Mehrdurchblutung von Muskeln. Vor allem aber sprechen Experten der Radonwärmetherapie schmerzlindernde Wirkungen zu. Sowohl auf Schmerzen der Muskel-, Sehnen- und Bandansätze als auch auf die entzündlichen Vorgänge im Gelenk selbst, hat Radon positive Wirkungen. Diese Schmerzlinderung hält im Mittel etwa 9 Monate an. Reduzieren sich Schmerzen, erleichtert dies für Betroffene, Bewegung wieder in den Alltag zu integrieren.

Sie wollen wissen, was andere von der Heilstollentherapie halten? Wir haben einige Patientenstimmen zusammengestellt: Morbus Bechterew & Rheuma – Patientenstimmen Teil I


Informationen zur Kur

Die Kur im Gasteiner Heilstollen lindert Beschwerden nebenwirkungsfrei für viele Monate bei verschiedenen Krankheitsbildern. Die Therapie machen Patienten meist im Rahmen einer Kur, bei der sie mehrfach mit einem Stollenzug ins Berginnere fahren, in dem das Heilklima natürlich vorkommt.

Fordern Sie Informationen zur Heilstollen-Kur an, nehmen Sie unsere medizinische Beratung in Anspruch oder lassen sich beim Kurantrag beraten: 

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