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Morbus Bechterew betrifft auch junge Menschen

Morbus Bechterew wird in erster Linie mit älteren Erwachsenen in Verbindung gebracht. Tatsächlich aber treten die ersten Symptome meist schon in jungen Jahren auf – meist liegt der Krankheitsbeginn zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Die Diagnose Morbus Bechterew wird jedoch meist erst im fortgeschrittenen Stadium, wenn die Betroffenen schon älter sind, gestellt. Einige leiden jedoch schon in sehr jugendlichem Alter an starken Beschwerden der Erkrankung. Wie Elisa Pachernik. Die 25-Jährige hat bereits seit ihrer Jugend Morbus Bechterew. Im Interview erzählt sie, wie sie gelernt hat mit der Erkrankung umzugehen.

Morbus Bechterew, auch bekannt als ankylosierende Spondylitis, ist eine chronische entzündliche Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule betrifft. Nicht nur ältere Erwachsenen, sondern auch viele junge Menschen leiden darunter. Morbus Bechterew führt oft zu schmerzhaften Wirbelsäulenbeschwerden und kann das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Typischerweise beginnen die Symptome schleichend und können starke Rückenschmerzen und Steifheit mit sich bringen. Im Laufe der Zeit breitet sich die Entzündung weiter aus und führt nicht selten zu einer Versteifung der Wirbelsäule, was die Bewegungsfreiheit erheblich einschränken kann.


Morbus Bechterew bei jungen Menschen

Obwohl Morbus Bechterew häufiger bei älteren Erwachsenen diagnostiziert wird, ist die Erkrankung nicht Ausdruck des Alterungsprozesses. Vielmehr handelt es sich um eine chronische Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass ein fehlgeleitetes Immunsystem sich gegen körpereigenes Knorpel- und Knochengewebe richtet und dort Entzündungen hervorruft.

Die genauen Ursachen von Morbus Bechterew sind bis heute noch nicht vollständig erforscht, aber genetische Faktoren spielen eine Rolle. Das HLA-B27-Gen wurde mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht. Allerdings zeigen nicht alle Morbus Bechterew Patienten Veränderungen an diesem Marker im Blut.

Die Behandlung von Morbus Bechterew zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Entzündung zu kontrollieren und die Funktionsfähigkeit zu erhalten. Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Biologika und physikalische Therapie können eingesetzt werden. Eine frühzeitige Diagnose und eine angemessene Behandlung können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessern. Daher ist die Sensibilisierung, dass auch viele junge Menschen betroffen sind, wichtig. Nur so kann ein rechtzeitiger Therapiebeginn die Lebensqualität verbessern.


Interview mit einer jungen Morbus Bechterew-Patientin

Für junge Menschen mit Morbus Bechterew kann die Bewältigung der Krankheit eine besondere Herausforderung sein. Unsere Patientin Elisa Pachernik, heute 25 Jahre alt, erzählt wie es ihr mit ihrem Morbus Bechterew erging und wie sie es geschafft hat, gut mit der Erkrankung umzugehen.

Elisa, Sie sind heute 25 Jahre jung und leiden schon seit 10 Jahren an Beschwerden. Das ist eine lange Zeit für einen so jungen Menschen. Erzählen Sie uns davon?

„Gern. Im Prinzip habe ich seit einem 14. Lebensjahr immer wieder Probleme. Anfangs wurden meine Schmerzen aber als typische Wachstumsschmerzen bezeichnet. Oder mir wurde gesagt, ich würde falsche Schuhe tragen. Auch als ich volljährig wurde und meine Ausbildung zur Pflegeassistenz angetreten habe, änderte sich eigentlich nicht viel. Ich hatte schlimme Rückenschmerzen und nichts hat mir geholfen. Da die Ärzte nichts finden konnten, wurden die Symptome auf psychische Probleme geschoben. Ich habe mir damals tatsächlich oft die Frage gestellt, ob ich mir das alles einbilde. Das war eine schwierige Zeit, weil ich mich nicht ernstgenommen gefühlt habe.“

Sie haben sich die Schmerzen aber nicht eingebildet!

„Nein. Ich habe auch nicht lockergelassen und traf dann auf einen Arzt, der ein Entzündungsgeschehen hinter den Schmerzen vermutete. Zu dem Zeitpunkt hatte ich starke Rücken- und Gelenkschmerzen und meine Knie waren geschwollen. Ich habe es dann mit Spritzen versucht. Als das nicht geholfen hat, wurde mir schließlich Blut abgenommen und Veränderungen am HLA-B27-Gen festgestellt. Als ich die Diagnose undifferenzierte Spondylarthritis bekam, war ich 19 Jahre alt.“

Das ist ein Alter, in dem man vermutlich nicht weiß, was sich hinter der Erkrankung verbirgt, oder?

„Zuerst habe ich mich gefragt, was das eigentlich ist. Ich dachte, das haben doch nur alte Menschen. Selbst als diplomierte Krankenschwester habe ich nicht gelernt, dass Rheuma auch junge Menschen betreffen kann.“

Wie sind Sie mit der Diagnose umgegangen?

„Am Anfang habe ich es verdrängt. Ich war in einer Mir-ist-alles-egal-Stimmung. Zudem hatte ich eine große Unsicherheit, was die Medikamente betraf. Mal war ich verzweifelt, mal aber auch erleichtert, dass ich mir die Schmerzen nicht eingebildet habe. Viele meiner Freunde haben mich nicht verstanden, konnten nicht nachvollziehen, dass ich nicht die Kraft hatte, jedes Wochenende Party zu machen. Einige haben sich auch von mir abgewendet.“

Das war sicher nicht leicht. Wie ging es weiter?

„Ich habe gelernt, einen neuen Alltag zu finden. Nach einer Zeit, wo es mir überhaupt nicht gut ging, wo ich mit Atemwegsinfekten gekämpft habe und die Therapien viele Komplikationen wie allergische Reaktionen mit sich brachten, ging es dann doch bergauf. Ich habe ein stückweit gelernt, die Erkrankung hinzunehmen und Dinge zu nehmen wie sie kommen. Anfangs habe ich mich zum Beispiel oft gefragt, wo die Zukunft hinführt, wie ich meinen Beruf als Krankenschwester auf Dauer ausüben kann. Heute versuche ich einfach aus jedem Tag das Beste zu machen.“

Seit einiger Zeit gehören auch Kuren im Gasteiner Heilstollen zu Ihrem Leben. Wie sind sie darauf gekommen?

„Meine Rheumatologin hat mir den Gasteiner Heilstollen empfohlen. Und auch wenn ich anfangs sehr mit mir gekämpft habe – ich habe mich schlicht zu jung für eine Kur gefühlt – war es eine gute Entscheidung. Ich bin natürlich nicht von meinem Rheuma geheilt, aber mir geht es mit der Kur besser. Ich fühle mich fitter, beweglicher und weniger steif, habe weniger Schmerzen und Entzündungen. Die Wirkungen auf mein Immunsystem sind außerdem sehr gut.“

Sie sind weniger krank, seit Sie in den Heilstollen fahren?

„Genau. Vorher hatte ich ständig Infekte, die mich oft lange beschäftigt haben. Wenn ich im Stollen war, bin ich viel weniger krank, was untypisch für mich ist. Die Heilstollen-Einfahrten tun mit einfach gut.“

Und wie war es, als junger Mensch auf Kur zu fahren?

„In den Heilstollen zu fahren war das erste Mal schon ziemlich aufregend. Aber zugleich auch entschleunigend. Aber klar, es ist nach wie vor etwas komisch als junge Frau einzufahren. Manche fragen sich, was ich denn in meinem Alter schon da mache. Ich bin aber ein sehr offener Mensch und kann eigentlich mit jedem Spaß haben. Viele Mitpatienten sind schon sehr lange da, weil es so gut hilft. Das macht natürlich auch Hoffnung. Auch der Austausch unterschiedlicher Erfahrungen ist sehr hilfreich.“

Die Krankheit hat Sie bestimmt auch verändert.

Ja, ich versuche jeden Tag zu schätzen und mich an den schönen Momenten zu erfreuen. Eine solche Krankheit prägt einen. Jeder hat seinen Rucksack zu tragen. Bei manchen ist er eben größer. Viele können es sich nicht vorstellen, wie es ist, mit einer solchen Erkrankung zu leben. Das ist auch nicht schlimm, wenn jeder so genommen wird wie er ist.“

Vielen lieben Dank für das offene Gespräch.

Als weltweit größtes Therapiezentrum für Morbus Bechterew finden Sie eine eigene Seite mit wissenswerten Informationen über dieses Krankheitsbild: Morbus Bechterew


Informationen zur Kur

Die Kur im Gasteiner Heilstollen lindert Beschwerden bei vielen Krankheiten nebenwirkungsfrei für viele Monate. Die Therapie machen Patienten meist im Rahmen einer Kur, bei der sie mehrfach mit einem Stollenzug ins Berginnere fahren.

Fordern Sie Informationen zur Heilstollen-Kur an, nehmen Sie unsere medizinische Beratung in Anspruch oder lassen sich beim Kurantrag beraten:

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