Gasteiner Heilstollen
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FAQ Chronische Schmerzen – Fragen und Antworten
07.06.2024
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Rheuma-Medikamente – eine Übersicht

Gasteiner Heilstollen, 05.10.2017 Bad Gastein Austria copyright Quirin Leppert

Rheuma umfasst eine Vielzahl chronisch-entzündlicher Erkrankungen, die Gelenke, Muskeln und das Bindegewebe betreffen. Diese Krankheiten verlaufen häufig in Schüben und können starke Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen verursachen. Eine effektive Therapie zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Krankheitsaktivität zu reduzieren. Dabei spielen Medikamente eine entscheidende Rolle. Sie können jedoch Nebenwirkungen haben und nicht bei jedem Patienten gleich gut wirken.

Wissenschaftliche Beratung für diesen Artikel:
Univ.-Doz. Dr. Bertram Hölzl, Internist am Uniklinikum Salzburg.

Therapieplanung: Eigenverantwortung wichtig

Für die optimale Therapieplanung ist der Rheumatologe der richtige Ansprechpartner. Er erstellt einen individuellen Behandlungsplan, der nicht nur die medikamentöse Therapie umfasst, sondern auch Bewegungstherapien und weitere unterstützende Maßnahmen. Eine frühzeitige Diagnose und Therapieeinleitung sind entscheidend, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und funktionelle Einschränkungen zu verhindern.

Neben der ärztlichen Behandlung ist es für Rheuma-Patienten wichtig, sich selbst intensiv mit ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen. Eine gesunde Lebensweise, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Auch die Kenntnis über die Wirkung und mögliche Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente ist wichtig, um eine informierte Entscheidung über die Therapie treffen zu können.


Medikamente & Alternativen

Wer an Rheuma erkrankt, für den sind zwei Aspekte bei der Therapie von Bedeutung: Schmerzen lindern und die Krankheitsaktivität, also das Auftreten von Schüben bzw. das Fortschreiten der Erkrankung, reduzieren. Dabei spielen Medikamente eine wichtige Rolle. Doch nicht immer sind diese nur ein Segen: manchmal wirken sie nicht, oft bereiten sie auf Dauer Nebenwirkungen.

Eine Kur im Gasteiner Heilstollen ist eine Alternative zu Medikamenten, die teilweise die gleiche Wirkung bei ausbleibenden Nebenwirkungen erzielen kann. Dies ist auch wissenschaftlich belegt. Untersuchungen der Medizinischen Universität Innsbruck bestätigen die nachhaltige Wirkung einer Kur mit Radon und Wärme, auch bei Patienten unter Biologikatherapie. Bei der Auswertung zeigte sich, dass die Dosis der TNF-alpha-Blocker nach einem Therapieaufenthalt im Gasteiner Heilstollen reduziert werden konnte. Der Tumornekrosefaktor (TNF)-alpha spielt beim Fortschreiten einiger rheumatischer Erkrankungen eine wichtige Rolle: je geringer er ist, desto besser für den Rheuma-Patienten.

Durchgeführt wird die Therapie mit Radon und Wärme im Rahmen einer Kur in einem ehemaligen Bergwerksstollen. Viele Hundert Meter im Berginneren tritt Radon natürlich aus dem Gestein aus. Um es therapeutisch zu nutzen, fahren Betroffene mit einem Zug auf die Therapiestationen. Patienten nehmen bei mehreren einstündigen Therapieeinheiten das Edelgas über Haut und Lunge in niedrigen Mengen auf. Im Körper vermindert Radon nachweislich die Aktivität von Entzündungszellen, hemmt die Produktion von Schmerzbotenstoffen und hat immunstabilisierende Effekte. Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit verstärken diese Effekte. Dies führt zu einem geringeren Medikamentenbedarf und spürbar weniger Schmerzen bis hin zur Beschwerdefreiheit über viele Monate.

Mehr über die Gasteiner Heilstollen-Therapie


Übersicht zu den Rheuma-Medikamenten

 Die medikamentöse Therapie bei Rheuma umfasst verschiedene Wirkstoffgruppen, die je nach Krankheitsbild und Schweregrad eingesetzt werden. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der gängigsten Medikamentengruppen:

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

NSAR wie Diclofenac und Ibuprofen sind häufig die erste Wahl bei Rheuma. Sie wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd.

  • Indikation: in der akuten Krankheitsphase, bei Bedarf auch Langzeitgabe
  • Wirkung bei Rheuma: entzündungshemmend und schmerzlindernd
  • Kontraindikation: Wirkstoff-Überempfindlichkeit, Schwangerschaft, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Störungen der Nieren- oder Leberfunktion, schwere Herzinsuffizienz
  • Nebenwirkungen: Magenschmerzen, Schleimhautentzündungen, Magen-Darm-Geschwüre, erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall)
  • Alternative Medikamente: Paracetamol, Metamizol, Opioide

Ob Nebenwirkungen bei der Einnahme von NSAR auftreten, hängt von individuellen Faktoren wie der persönlichen Konstitution, bestehenden Vor- und Begleiterkrankungen, der Dosierung und der Dauer der Einnahme ab. Um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren, ist es entscheidend, Schmerzmittel so wenig und kurz wie möglich zu verwenden.

Trotzdem bleibt die Schmerzlinderung ein wesentlicher Bestandteil der Therapie, um die Alltagsbewältigung zu erleichtern und wichtige Bewegungstherapien durchführen zu können. Eine alternative Option sind Therapien mit Radon und Wärme.

Kortikoide

Kortikoide wie Kortison haben eine starke entzündungshemmende und immununterdrückende Wirkung und kommen bei schweren Entzündungen zum Einsatz.

  • Indikation: Starke Gelenkentzündungen, Sehnenansatzentzündungen, als Brückenmedikamente bis Basismedikamente Wirkung entfalten (s.u.)
  • Wirkung bei Rheuma: verringern Schwellungen und systemische Entzündungen, ggfls. Verringerung der Gelenkzerstörungen
  • Kontraindikation: Wirkstoff-Überempfindlichkeit, Magen- und Darmgeschwüre, schwere Osteoporose, Diabetes, Bluthochdruck
  • Nebenwirkungen: Infektanfälligkeit, Wassereinlagerung, Bluthochdruck, Blutzuckeranstieg, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Depressionen, Magen- und Darmgeschwüre

 Eine kurzfristige Kortisonbehandlung von bis zu 10 Tagen wird in der Regel von Rheuma-Patienten gut vertragen. Bei längerer Anwendung sind jedoch Nebenwirkungen wahrscheinlich. Auch hier gilt: So kurz und niedrig dosiert wie möglich.

Bei vielen rheumatischen Erkrankungen liegt eine Fehlfunktion des Immunsystems vor, die Entzündungen in den Gelenken auslöst. Obwohl Kortikoide das Immunsystem dämpfen, sind sie nicht die bevorzugte Behandlungsmethode, vor allem nicht in der Langzeittherapie.

Eine alternative Therapie gegen die Entzündungsprozesse in den Wirbelgelenken bietet eine Kur im Gasteiner Heilstollen. Dort setzt Radon im Körper Alphastrahlen frei, die Zellreparaturmechanismen anregen und entzündungshemmende sowie heilungsfördernde Botenstoffe aktivieren. Dies hat nachweislich eine entzündungshemmende Wirkung.

Basismedikamente (DMARDs)

Basismedikamente, auch bekannt als Disease Modifying Anti Rheumatic Drugs (DMARDs), sind von Schmerzmedikamenten (Analgetika) und nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) zu unterscheiden. Während letztere schnell symptomatisch wirken, beeinflussen DMARDs den Krankheitsverlauf und sollen langfristig die Krankheitsaktivität reduzieren.

Basismedikamente werden entsprechend ihrer Wirkmechanismen in verschiedene Gruppen unterteilt:

  • Klassische Basismedikamente (konventionelle, synthetische DMARDs; csDMARDs)
  • Biologika (bDMARDs) wie TNF-alpha-Blocker (Adalimumab, Certolizumab, Etanercept, Golimumab, Infiliximab) oder der Interleukin 17A Blocker Secukinumab und viele andere mehr.
  • Zielgerichtete, synthetische Basismedikamente (tsDMARDs) wie JAK-Inbitoren, welche in Form von Tabletten eingenommen werden können.

Basismedikamente sollten nach einer gesicherten Diagnose so früh wie möglich eingesetzt werden, um drohende Gelenkzerstörungen oder Organveränderungen zu verhindern. Die Auswahl des geeigneten Medikaments richtet sich nach der Diagnose, der Krankheitsdauer, dem Stadium und dem Grad der Entzündungsaktivität sowie nach vorhandenen Begleiterkrankungen. Die volle Wirksamkeit dieser Medikamente zeigt sich aber oft erst nach Wochen oder Monaten.

  • Indikation: bei hoher und sehr hoher Krankheitsaktivität
  • Wirkung bei Rheuma: langfristige Verminderung und kausale Beeinflussung der Krankheitsaktivität
  • Kontraindikationen sind abhängig vom spezifischen Medikament, z.B.: Überempfindlichkeiten, bestimmte Stoffwechsel- und Organerkrankungen, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Stillen, eingeschränkte Nierenfunktion, schwere Infekte, Herzinsuffizienz, aktive Krebserkrankung.
  • Nebenwirkungen: Blutbildveränderungen, Erhöhung der Leberwerte, Übelkeit, Durchfall, Hautausschlag, erhöhte Infektanfälligkeit, Kopfschmerz, Haarausfall, lokale Hautreaktionen, Reaktivierung latenter Tuberkulose, Gürtelrose (Herpes Zoster), erhöhtes Risiko für Hauttumore und möglicherweise auch andere Tumore
  • Hinweise: Regelmäßige körperliche Untersuchungen und spezifische Laborkontrollen sind bei der Einnahme von Basismedikamenten unerlässlich. Veränderungen der Blut-, Leber- oder Nierenwerte sollten frühzeitig erkannt werden, um entsprechend reagieren zu können, sei es durch Dosisanpassung oder Absetzen des Präparates.

Die Auswahl des richtigen Basismedikamentes richtet sich nach der spezifischen Diagnose, Krankheitsdauer, Entzündungsaktivität und Begleiterkrankungen.

Ein Kuraufenthalt im Gasteiner Heilstollen kann ergänzend oder sogar als Alternative zu den Basismedikamenten sinnvoll sein. Die Entscheidung für eine Langzeittherapie sollte immer sorgfältig abgewogen werden.

Über die hier vorgestellten Medikamente hinaus können je nach Art der rheumatischen Erkrankung weitere, krankheitsspezifische Medikamente wichtig sein und zum Einsatz kommen. Dies gilt es mit dem behandelnden Arzt genau abzusprechen.


 

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