Gasteiner Heilstollen
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Thermalstollen: Milde Überwärmung mit gesundheitlichem Nutzen

Der Gasteiner Heilstollen im österreichischen Gasteinertal ist für seine besonderen Wirkfaktoren bekannt. Im Inneren des Radhausberges tritt nicht nur das Edelgas Radon aus dem Gestein, sondern es herrscht auch ein besonderes Heilklima. Eine hohe Luftfeuchtigkeit (75%-100%) in Kombination mit hohen Temperaturen (37°-41°) sorgt für einen weiteren therapeutischen Effekt auf den Körper. Denn in der 60 minutigen Liegezeit auf der Therapiestation steigt dadurch die Kernkörpertemperatur auf bis zu 38,5° an. Dies entspricht einer milden Hyperthermie. Die positiven gesundheitlichen Effekte eines moderaten Fiebers sind bereits seit der Antike bekannt. Schon der erste Chefarzt des Gasteiner Heilstollens – übrigens der einzige warme Radonstollen der Welt – befasste sich ab 1953 mit der Wirkung des Heilklimas auf den Körper und dessen gesundheitlichen Nutzen.

Zur mehrwöchigen Kur in den Gasteiner Heilstollen

Die Patienten setzen sich dem besonderen Klima im Gasteiner Heilstollen im Rahmen einer zwei- oder dreiwöchigen Kur mehrfach aus. Dazu fahren sie etwa drei bis vier Mal in der Woche mit dem Stollenzug auf die Therapiestationen, die sich im Inneren des Radhausbergs befinden. Etwa eine Stunde verbringen sie jeweils liegend auf einer Therapiestation und lassen das Klima auf sich wirken. Je nach Fähigkeit, die feuchte Wärme verarbeiten zu können, dürfen die Patienten die Therapiestationen steigern. Der Radongehalt ist in allen Therapiestationen gleich:

Im Kurhaus gibt es zusätzlich vor oder nach den Heilstolleneinfahrten zusätzlich die Möglichkeit physikalische Therapiemaßnahmen durchzuführen. Es werden auch Gesprächsrunden und Vorträge angeboten.


Hyperthermie im Heilstollen

Recht gut beschrieben und bekannt ist die schmerzlindernde, entzündungshemmende Wirkung des Radons. Darüber hinaus hat auch die alpine Höhenlage einen gesundheitsfördernden Aspekt. Die hohen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit im Stollen spielen aber ebenfalls eine bedeutende Rolle. Aufgrund der feuchten Wärme, ist der Körper nämlich nicht mehr in der Lage durch Schwitzen seine Temperatur ausreichend zu regulieren. In der Folge steigt die Körpertemperatur an und es kommt zu einem gewünschten therapeutischen Fieber. Diesen Effekt untersuchten bereits Ende der 1940er-Jahre Prof. Ferdinand Scheminzky, Leiter des Forschungsinstituts Gastein, mit seinem Team und der erste Chefarzt des Gasteiner Heilstollens, Dr. med. Otto Henn. Dabei entdeckten sie einige Besonderheiten, die noch heute gelten:

  • Bereits während der 20-minütigen Einfahrt in den immer wärmer werdenden Stollen steigt ab der Bademantelstation die Körpertemperatur der Patienten langsam an.
  • Bei der Ausfahrt jedoch sinkt die Körpertemperatur nicht sofort ab, sondern bleibt noch etwa eine Viertelstunde konstant, kann sogar noch marginal ansteigen.
  • Trainingseffekt: Erst nach mehreren Einfahrten unter gleichen Bedingungen werden die höchsten Körpertemperaturen erreicht.
  • Es bestehen große individuelle Unterschiede bei den erreichten Körpertemperaturen.

Durchschnittliche Körpertemperatur im Stollen (Versuchsjahre 1948-1951)

Stollentemperatur Mittlere Körpertemperatur
Station I (37-38,5 Grad) 37,5 Grad
Station I Liegewagen (39 Grad) 38,0 Grad
Station II (40,5-41 Grad) 38,5 Grad
Station III (42 Grad) 38,6 Grad

Gesundheitliche Wirkungen der milden Überwärmung

Die Hyperthermie empfinden Patienten übrigens nicht als unangenehm, da sich die Erhöhung der Körpertemperatur nicht wie Fieber anfühlt. Es fehlt das typische Fiebergefühl. Folgende Effekte der Hyperthermie sind bisher bekannt:

  • Das bei vielen entzündlich-rheumatischen und chronischen Erkrankungen sowie Schmerzsyndromen fehlregulierte vegetative Nervensystem wird positiv beeinflußt. Patienten haben weniger Entzündungsaktivität, weniger Schmerzen und fühlen sich entspannter und psychisch wohler.
  • Die Sauerstoffversorgung der Zellen verbessert sich, so dass Gewebe und Organe effektiver arbeiten und (belastende) Stoffwechselprodukte besser und schneller abgebaut werden. Das wirkt schmerzlindern und krampflösend.
  • Das Edelgas Radon wird durch die erhöhte Kreislauftätigkeit vermehrt im Körper aufgenommen und verteilt und kann wiederum seine therapeutischen Wirkungen durch seinen radioaktiven Zerfall intensiver entfalten.

Mehr Informationen zur Wirkung des Radons, das wegen seiner guten therapeutischen Wirksamkeit bei verschiedenen Krankheitsbildern schon seit Jahrhunderten in niedrigen Dosen als Heilmittel zum Einsatz kommt, gibt es im Artikel Radontherapie: Heilstollen, Bäder und Trinkkuren


Informationen zur Kur

Die Kur im Gasteiner Heilstollen lindert Beschwerden bei vielen Krankheiten nebenwirkungsfrei für viele Monate. Die Therapie machen Patienten meist im Rahmen einer Kur, bei der sie mehrfach mit einem Stollenzug ins Berginnere fahren.

Fordern Sie Informationen zur Heilstollen-Kur an, nehmen Sie unsere medizinische Beratung in Anspruch oder lassen sich beim Kurantrag beraten:

2 Comments

  1. Brigitte Voltz sagt:

    Kann man die Radiotherapie auch mit einem aktuellen entzündlichen Schub machen?

    • Gasteiner Heilstollen sagt:

      Liebe Frau Voltz,

      dazu wäre es am besten, wenn Sie Kontakt zu unserer Medizinischen Abteilung aufnehmen. Bitte geben Sie auch Ihr Krankheitsbild und weitere Details an. Einer unserer Ärzte wird sich dann direkt mit Ihnen in Verbindung setzen. Sie erreichen unsere medizinische Abteilung hier: https://www.gasteiner-heilstollen.com/de/med/kontakt-medizin/

      Herzlich, Ihr Heilstollen-Team

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