Gasteiner Heilstollen
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Vom „Wunderstollen“ zum etablierten Therapiezentrum

Wir schreiben das Jahr 1952: Europa steht im Zeichen des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg. In Österreich treibt Leopold Figl, in der BRD Konrad Adenauer die Annäherung der Länder an die westlichen Staaten voran. Berlin wird von vier Besatzungsmächten beherrscht, den West-Berlinern ist es nur mit Genehmigung möglich, die DDR zu betreten. Währenddessen werden in Österreich die ersten freien Wahlen nach 1938 vorbereitet. Der FK Austria Wien wird österreichischer Fußballmeister. Und: Die Salzburger Landesregierung erkennt das Heilvorkommen im Gasteiner Radhausberg an und ebnet damit den Weg zur Gründung der „Heilstollen Betriebsgesellschaft m.b.H. Gastein-Böckstein“. Was 1952 vielleicht mancherorts nur eine Randnotiz ist, wird mit 70 Jahren Abstand zum Meilenstein der Gasteiner Geschichte und zum Segen vieler Schmerzpatienten.

Forschergruppe im Gasteiner Heilstollen

Vom Gold zur Gesundheit

Doch von vorn: Bereits im 16. Jahrhundert offenbarte der Böcksteiner Radhausberg, in dem sich der Heilstollen befindet, ein Geschenk der Natur: Gold. Gastein wird zum größten Goldgräberzentrum Europas und feiert seine Blütezeit. Allein im Jahre 1557 wurden mehr als 800 Kilo reines Gold zutage gefördert. Soziale, religiöse und politische Unruhen sowie die Entdeckung großer Goldvorkommen außerhalb Europas bereiteten dem Goldabbau aber ein jähes Ende. Das Tal verarmte und schaffte erst im 19. Jahrhundert die Wende. Erneut war es der Radhausberg, der einen Naturschatz bereithielt: Gesundheit. Während des 2. Weltkriegs wurde in Europa die Suche nach kriegswichtigen Bodenschätzen vorangetrieben – auch im Radhausberg. Im Hinblick auf Gold ist die Suche aber eine Enttäuschung. Allerdings geben die einfachen Bergarbeiter an, dass – trotzt schwerster körperlicher Arbeit – ihre gesundheitlichen Beschwerden im Stollen wie von selbst verschwinden. Dem damaligen Betriebsleiter Zschocke ist es zu verdanken, dass diesen Beobachtungen nachgegangen wurde. Die anschließenden umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigten: hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit sowie der Radongehalt in der Stollenluft besitzen heilende Wirkung.

Bergarbeiter im Heilstollen

Der Wunderstollen

Freileich war 1952 noch nahezu unklar, welche Mechanismen den heilenden Effekten zugrunde lagen. Dennoch verbreitete sich die Nachricht vom „Zauberberg“ in Gastein in Windeseile in der ganzen Welt. Im ersten Gründungsjahr quälten sich Kranke und Gebrechliche noch auf steilen Saumpfaden hinauf zum Radhausberg, fuhren auf einfachsten hölzernen Waggons, den „Grubenhunten“, in den Stollen und erholten sich anschließend auf unbequemen Pritschen in alten Holzbaracken. Dennoch zählte die Betriebsgesellschaft schon 1953 mehr als 10.000 Einfahrten. Schließlich hatten internationale Medien von diesem „Mysterium“ berichtet. In der Folge wurde gebaut: eine Straße, ein Kurhaus, neue Stollen und Therapiestationen.

Die Anfänge des Heilstollens

Wissenschaft seit jeher treuer Begleiter

Nun sind 70 Jahre vergangen. Während sich baulich nie mehr so viel verändert hat wie in den Gründungsjahren, wird ein Aspekte von Jahr zu Jahr intensiviert: die wissenschaftliche Erforschung dieser weltweit besonderen Therapie. Genau genommen begannen die Forschungen bereits 1946, dem Gründungsjahr des Forschungsinstituts Gastein. Es untersucht bis heute die Heilstollentherapie – unter anderem durch die Führung eines Radontherapieregisters. Dadurch lassen sich immer besser wirksame Therapiekonzepte für verschiedene Krankheiten entwickeln. Auch Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten wie den Salzburger Landeskliniken bringen stets neue Erkenntnisse. Sie bestätigen die schmerzlindernden Wirkungen bei verschiedenen Krankheitsbildern und helfen, die molekularen Grundlagen zu verstehen. Dadurch ist die Gasteiner Heilstollentherapie heute zur wissenschaftlich anerkannten Therapie gereift. Doch die wissenschaftliche Reise ist noch nicht beendet. Der Gasteiner Heilstollen wird auch in den nächsten Jahren Investitionen und Forschung weiter vorantreiben.

 

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