Gasteiner Heilstollen
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Radon-Indikations-Register: Wertvolle Datensammlung

Wissenschaftliche Beratung für diesen Artikel:
Univ.-Doz. Dr. Bertram Hölzl, Internist am Uniklinikum Salzburg.

Jährlich fahren viele Tausend Patienten zur Kur ins Gasteinertal, um regelmäßige Einfahrten in den Gasteiner Heilstollen zu machen. Viele von ihnen auf eigene Kosten. Bei bestimmten Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Bechterew übernehmen die Sozialversicherungen die Kosten für die Einfahrten (Deutschland) oder gar für den ganzen Kuraufenthalt (Österreich). Basis für Entscheidungen zur Kostenübernahme sind unter anderem wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit der Kur. Um die Datenlage immer weiter zu untermauern, unternimmt der Gasteiner Heilstollen viele Forschungsbemühungen. Eigene Studien und Untersuchungen gehören ebenso dazu wie Unterstützung von Forschungsprojekten von Universitäten und Instituten.

Die aktuelle Datenlage zur Wirkung von Radonbehandlungsserien wie im Gasteiner Heilstollen auf rheumatische Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis und Morbus Bechterew ist sehr gut. Verschiedene randomisierte kontrollierte Studien zeigen, dass Patienten, die mit Radon behandelt werden, eine signifikante Schmerzlinderung, eine Reduktion des Schmerzmittelverbrauchs und eine verbesserte Beweglichkeit erfahren. Diese Effekte sind im Vergleich zu den Kontrollgruppen deutlich stärker und nachhaltiger, oft bis zu 9-12 Monate lang. Besonders hervorzuheben ist die in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Gastein gestartete große, multizentrische und offene Registerstudie zur Erfassung der Wirksamkeit der Radontherapie.


Radon-Register: große, multizentrische und offene Registerstudie

Das Forschungsinstitut Gastein der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität startete diese Studie zur Erfassung der Wirksamkeit der Radontherapie im Jahr 2016. Beobachtet werden Auswirkungen der Radonbehandlungen von Gesundheitseinrichtungen hinsichtlich Verringerung des Schmerzes, Verbesserung der Lebensqualität und der körperlichen Funktionalität. Dazu erheben die Forscher Daten vor Beginn der Behandlung und am Ende der Behandlung sowie im Verlauf nach drei, sechs und neun Monaten. Von den teilnehmenden fünf Studienzentren erhalten die Wissenschaftler mehr als tausend Patientendatensätze pro Jahr. Durchgeführt wird die Studie in Therapieeinrichtungen, wie dem Gasteiner Heilstollen und weiteren Gasteiner Kurzentren, die multimodale Behandlungen einschließlich niedrig dosierter Radontherapie anbieten. Die Ärzte der teilnehmenden Kurbetriebe (Gasteiner Heilstollen, Kurzentrum Bad Hofgastein, Stiftung Kurtherme Badehospiz und Gesundheitszentrum Bärenhof) nehmen die Patienten in die Registerstudie auf.

Die Erstellung des Radon-Registers ist insofern von großer Bedeutung, da die Radon-Kur bereits vielen Patienten in den vergangenen Jahrzehnten große Erleichterung in ihrem Krankheitsverlauf gebracht hat. Bisher fehlen jedoch Untersuchungen in großer Bandbreite, die aussagen wie der Kurerfolg bei den verschiedenen Krankheitsbildern ist und wie lange dieser anhält. Derzeit werden u.a. Erkrankungen wie Morbus Bechterew, Fibromyalgie, Rheumatoide Arthritis, Hüft- und Kniegelenksarthrose sowie Rückenschmerzen dokumentiert. Eine Langzeitnachverfolgung des Therapieerfolges, auch über mehrere Kuraufenthalte hinweg, ist besonders interessant und soll bessere Aussagen über den Effekt der Therapie für die jeweilige Indikation zulassen. Wenn evidenzbasierte Daten zur Radondosis bei spezifischen Krankheitsbildern vorliegen, wird es möglich, Rückschlüsse auf die optimale therapeutische Applikation von Radon zu ziehen. Das hilft auch, die ideale Behandlungsstrategie für Patienten zu finden.


Zwischenergebnis: Therapieerfolg bei Morbus Bechterew bestätigt

Mit dem Radon-Register steht also ein großer Datenpool zur Verfügung, der es ermöglicht, einzelne Teilbereiche genauer zu untersuchen. Eine Analyse der Registerdaten bestätigte beispielsweise den Erfolg der Therapie bei Morbus Bechterew. Für diese Auswertung wurden der EQ-5D Utility Index und der EuroQol VAS verwendet, die Selbsteinschätzungen zur Mobilität, Selbstversorgung, üblichen Aktivitäten, Schmerzen/Beschwerden und Angst/Depression erfassen.

Beide Index-Werte waren zu jedem Zeitpunkt signifikant höher als der Ausgangswert, was auf eine bessere Gesundheit hinweist. Zusammenfassend kommen die Studienautoren zu dem Schluss, dass die Radonbehandlungsserien signifikante Verbesserungen der Lebensqualität sofort nach der Therapie bewirkten, die bis zu neun Monate anhielten. Dies zeigt, dass solche Kuren das Potenzial haben, den allgemeinen Gesundheitszustand von Patienten mit Morbus Bechterew zu verbessern, einschließlich ihres psychischen Wohlbefindens, und ihre Teilnahme am täglichen Leben zu fördern. Die relativ große Studienstichprobe mit vollständigen Daten über einen längeren Zeitraum sowie die unabhängige Datenerhebung bieten relevante Erkenntnisse und Möglichkeiten für weitere Forschung und Vergleiche zu herkömmlichen Behandlungen.

Studie: Radon-Indikationsregister zur Erfassung der Schmerzreduktion, Steigerung der Lebensqualität und Verbesserung der Körperfunktionalität durch niedrig dosierte Radon-Hyperthermie-Therapie; Registrierungs-ID ISRCTN67336967; https:// doi.org/ 10. 1186/ ISRCT N6733 6967


Zwischenergebnis: Schmerzreduktion bei Rheuma – größte Verbesserungen bei Fibromyalgie

Eine weitere Erkenntnis aus dem Register ist, dass Radonkuren den Verlauf von Schmerzen in Ruhe und Bewegung bei sieben verschiedenen rheumatischen Erkrankungen verbessern. Die Studie belegt, dass die Therapie signifikante und klinisch relevante Verbesserungen erzielt. Die Schmerzverläufe unterschieden sich für jede rheumatische Erkrankung, wobei die größte Verbesserung bei Fibromyalgie beobachtet wurde. Die Ergebnisse sind insofern relevant, da bisher keine Studie den Verlauf der Schmerzen nach einer Therapie mit niedrig dosiertem Radon bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen in realer Umgebung verglichen hat. Darüber hinaus bestätigen die erhobenen Daten etliche Aspekte bisheriger Studien und die tägliche Praxis der Gasteiner Radonkuren.

Ausgewertet wurden in diesem Fall die vollständigen Daten aus dem Radon-Indikationsregister von 561 Probanden mit Morbus Bechterew, Rheumatoider Arthritis, Kniegelenksarthrose, Hüftgelenksarthrose, Rückenschmerzen, Psoriasis-Arthritis und Fibromyalgie, um den Zusammenhang zwischen Messzeitpunkt und Schmerzen in Ruhe und Bewegung zu untersuchen. Hierfür wurden spezielle Modelle angewendet, die für Erkrankung, Alter, Geschlecht und Body-Mass-Index (BMI) standardisiert wurden. Die Schmerzpunktzahlen verbesserten sich signifikant zu allen Zeitpunkten im Vergleich zum Ausgangspunkt. Die Schmerzverläufe unterschieden sich für jede rheumatische Erkrankung. Interessanterweise zeigten Patienten mit Fibromyalgie die größten Verbesserungen in der Schmerzintensität im Vergleich zum Ausgangspunkt bei der 9-monatigen Nachbeobachtung, während für Patienten mit Morbus Bechterew auf Basis der Daten auch noch kürzere Behandlungsintervalle als die derzeit üblichen jährlichen Anwendungen sinnvoll sein könnten. Gleichzeitig unterstreicht es die Wirksamkeit bei Fibromyalgie, einer Krankheit, die aufgrund ihrer multifaktoriellen Natur häufig als schwer therapierbar gilt.

Studie: van der Zee-Neuen et. al.; Improvement of Pain Symptoms in Musculoskeletal Diseases After Multimodal Spa Therapy in the Austrian Gastein Valley – A Study Based on Longitudinal Registry Data; Int J Public Health; Vol. 68; June 2023


Weitere Auswertungen in Bearbeitung

Diese beiden Zwischenergebnisse zeigen, wie vielseitig das Radon-Register den Wissenschaftlern Daten zur Verfügung stellt. Derzeit unterstreicht beispielsweise eine Untersuchung, dass es auch geschlechtsspezifische Wirkungen der Radontherapie gibt. So ist der Effekt der Therapie beispielsweise bei Frauen hinsichtlich des wahrgenommen Ruheschmerzes besser und hält auch länger an, als bei Männern. Beim bewegungsabhängigen Schmerz ist hingegen der Effekt direkt nach der Kur in etwa gleich stark, er steigt aber bei den Frauen in den darauffolgenden Monaten sogar noch an, während er bei Männern nachlässt. Dies gilt es in Zukunft genauer zu betrachten und daraus wertvolle Hinweise für die Kurempfehlung abzuleiten. So könnte es möglicherweise sinnvoll sein, dass Männer Pausen zwischen den Kuren verkürzen.


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