Gasteiner Heilstollen
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Gasteiner Heilstollen
Radon-Kur stabilisiert Neurodermitis
10.04.2024
Radon-Kur stabilisiert Neurodermitis
10.04.2024

„Wenn ich Morbus Bechterew hätte, würde ich in den Gasteiner Heilstollen fahren“

Kuren sind keine „angestaubten“ Gesundheitsanwendungen von gestern und sie gehören auch nicht zu den überflüssigen Luxusgütern unserer Zeit. Sie besitzen zwar Tradition – immerhin werden sie seit Jahrhunderten für den Erhalt und die Wiederherstellung der Gesundheit eingesetzt – aber sie sind heute vielerorts moderne und äußerst effektive Maßnahmen. Es gibt Forschung und Studien, welche die Wirksamkeit bestimmter Kuranwendungen unterstützen. Allerdings ist die wissenschaftliche Evidenz je nach Art der Kur unterschiedlich stark.

Die Kuren mit Radon und Wärme im Gasteiner Heilstollen gehören zu den empirisch gut belegten Anwendungen. Ein Grund dafür ist, dass das Forschungsinstitut Gastein sich bereits seit 1936 mit der Erforschung des natürlichen Heilmittels Radon und dessen Wirkung auf Körper und Gesundheit befasst. Zahlreiche Studien und Untersuchungen belegen die Wirksamkeit der Stollentherapie. Aber es braucht engagierte Menschen, die einerseits die Studien durchführen und andererseits die Ergebnisse über Vorträge und wissenschaftliche Publikationen auch einer breiten Fachgesellschaft zugänglich machen.

„Einer dieser engagieren Menschen ist Prof. DDr. Manfred Herold, der seit 1976 mit Gastein und seinem Heilstollen verbunden ist.“ erzählt Heilstollen-Geschäftsführer Dipl.Ing. Christoph Köstinger mit Hochachtung: „Er hat viele Publikationen veröffentlicht, 270 als Mitautor, davon etwa 30 Arbeiten mit Bezug zu Gastein und ist außerdem Mitherausgeber von 5 Büchern. Darüber hinaus hat er Vorträge gehalten und kommt in diesem Sommersemester zum 50. Mal mit einem Tross Studenten und Studentinnen in den Heilstollen. Wir sind Prof. Herold für die Jahrzehnte unerschütterliche, vollkommen uneigennützige und tatkräftige Unterstützung für die PatientInnen und dieses weltweit einzigartige Heilmittel sehr dankbar.“

Wir haben ihm einige Fragen gestellt:

Prof. Herold, können Sie uns kurz etwas zu Ihrer Person und Ihrem Werdegang erzählen?

„Eigentlich bin ich promovierter Chemiker. Zu Beginn habe ich in einem Forschungslabor an der Abteilung für physikalische Medizin und Rheumatologie der Univ.-Klinik für Innere Medizin in Innsbruck gearbeitet. An diese Abteilung angeschlossen war ein Forschungsinstitut in Gastein mit der Bezeichnung Sonderstation Gastein, das später in das Ludwig-Boltzmann-Institut für Bäder- und Klimaheilkunde umgewandelt wurde. Ziel dieser Forschungseinrichtung war es, die aus den Erfahrungen bekannte klinische Wirkung eines Aufenthalts in Gastein wissenschaftlich zu belegen oder zu widerlegen. Ich fand das Thema spannend. Mit Beginn meiner Tätigkeit an der Univ.-Klinik für Innere Medizin habe ich noch Medizin studiert, das Studium erfolgreich abgeschlossen und sofort mit der Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin begonnen. Ich blieb aber immer mit der Rheumatologie verbunden. Ich habe einige Jahre mit meinem Lehrer, Herrn Univ.-Prof. Dr. Robert Günther, in Gastein zum Thema Kurerfolg geforscht, den klinischen Erfolg untersucht und zum Thema publiziert. Später habe ich in Innerer Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie habilitiert, den Facharzt für Innere Medizin und den Facharzt für Labormedizin erlangt und schließlich die Rheumaambulanz an der Klinik übernommen. Und auch wenn ich 12 Jahre im Vorstand der österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie (ÖGR) war und eine Funktionsperiode auch als Präsident der ÖGR tätig war, sehe ich mich als Wald- und Wiesen-Internist, der sich auf Rheuma spezialisiert hat.“

Welches war Ihre bedeutendste Studie in Bezug auf die Heilstollentherapie und warum?

„Wir hatten Patienten, die mit uns im Sommer für 3 Wochen auf Kur in Gastein waren und dort während der Kur täglich klinisch kontrolliert und in den nachfolgenden 12 Monaten monatlich nachuntersucht wurden. Wir konnten die bekannten Wirkungen bestätigen, dass der Kurerfolg einer 3-wöchentlichen Radon-Balneotherapie gut 6 Monate anhält. Ein bemerkenswertes Ergebnis lieferte eine Studie im Gasteiner Heilstollen. Es gab die Hypothese, dass eine Stolleneinfahrt die Patienten mehr beansprucht als erkennbar war und dies zu einem Anstieg des Stresshormons Cortisol im Blut führt, was ähnlich einem therapeutisch gegebenen Cortison die Entzündung lindert. Wir haben bei Patienten während des Aufenthalts im Stollen in einem Liegewagen in 5 Minuten-Abständen Blut abgenommen und Cortisol bestimmt. Zu unserer Überraschung stieg aber Cortison im Blut nicht an, sondern sank. Das auf den ersten Blick enttäuschende Ergebnis ist aber sinnvoll erklärbar. Bei Hyperthermie (entsteht bei Wärme mit gleichzeitiger hoher Luftfeuchtigkeit, a.d.R) diffundiert Cortisol vermehrt ins Gewebe, wo es offensichtlich gebraucht wird, und führt so zur Entzündungsabschwächung.“

Eine spannende Studie, die unterstreicht, dass seit vielen Jahren versucht wird, die Wirkung des Heilstollens zu ergründen. Sind Sie von der Wirkung des Heilstollens überzeugt?

„Ja, ich bin persönlich überzeugt von der Wirkung des Gasteiner Heilstollens, aber ich weiß trotz der vielen Forschungsjahre immer noch nicht die Ursache der Wirkung. Aber er wirkt. Führen Sie sich einmal vor Augen: Von den vielen tausend Patienten, die jedes Jahr in den Stollen einfahren, sind über ein Drittel Selbstzahler. Und sie kommen immer wieder, weil der Heilstollen hilft. So viele Patienten können nicht irren! Wäre ich jung und hätte diese tiefsitzenden entzündlichen Rückenschmerzen wie bei Morbus-Bechterew, dann würde ich in den Heilstollen einfahren und die Therapie versuchen. Auch bei meinen Patienten empfehle ich, die Stollentherapie auszuprobieren. Es ist weitgehend nebenwirkungsfrei und ohne Risiko. Die meisten kommen mit positiver Erfahrung zurück.“

Sie haben also eine lange Geschichte mit Gastein.

„Richtig, ich habe einige Jahre hier geforscht, war irgendwie immer mit Gastein verbunden und habe viele Vorträge über Radonbalneotherapie gehalten. Wenn ich mich richtig erinnere, war ich 1976 das erste Mal im Gasteiner Heilstollen. Damals war noch Fr. Dr. Beate Sandri die Chefärztin. Sie wusste von der besonderen Wirkung des Heilstollens beim Krankheitsbild Morbus Bechterew. Darüber hinaus komme ich seit gut 20 Jahren auch regelmäßig mit Studenten im Rahmen einer Lehrveranstaltung der Medizinischen Universität Innsbruck nach Gastein zur Besichtigung von Gesundheitseinrichtungen. Den Höhepunkt der Studentenexkursion bildet immer die Einfahrt in den Heilstollen.“

In diesem Jahr sogar zum 50. Mal.

„Die Gründungsväter der Lehrveranstaltung „Exkursion zum Kurort“ waren Albrecht Falkenbach, damals leitender Chefarzt im Gasteiner Heilstollen, Erich Mur, damals Leiter der Abteilung für Physikalische Medizin an der Univ.-Klinik für Innere Medizin in Innsbruck, und ich. Unsere Idee war, dass Medizinstudenten erfahren sollten, was bei einem Kur- oder Rehabilitationsaufenthalt gemacht wird. Das kam von Anfang an unglaublich gut an. Zum Semesterbeginn meldeten sich bis zu 100 Studenten, weil es sich herumgesprochen hatte, wie informativ und gut organisiert die Exkursionen in den Heilstollen sind. Ich bin ja seit fast 10 Jahren von der Universität aus im Ruhestand und wollte eigentlich aufhören. Aber wir erhielten Verstärkung durch Herrn Prof. Dr. Rudolf Gasser und meine Professorenkollegen haben mich überredet, weiter zu machen. In diesem Sommersemester wird es die 50 Studentenexkursion werden. Aber dann ist wirklich Schluss für mich.“

Wie genau sieht das Programm aus?

„Wir besuchen Rehabilitationskliniken, besichtigen den Gasteiner Quellpark und täglich am Abend halten Prof. Gasser und ich themenspezifische Vorlesungen. Als krönender Abschluss fahren wir dann in den Heilstollen ein.“

Welchen Nutzen sehen Sie darin?

„Es geht darum, dass die Studenten erfahren, was der Unterschied zwischen Kur (jetzige Bezeichnung: Gesundheitsvorsorge aktiv) und Rehabilitation ist. Sie sollen sich ein Bild machen können, was geboten wird, sich eine eigene Meinung bilden und sollen selbst die Erfahrung machen, wie es ist, Kurgast zu sein. Bei der Stolleneinfahrt sind es nicht mehr die besonderen Gäste von der Medizinischen Universität Innsbruck, sondern ganz normale Kurgäste. Sie machen die Stolleneinfahrt genauso wie die Patienten. Auch im Thermalbad in Bad Hofgastein müssen sie brav bei der Wassergymnastik für Patienten mitmachen. Ich habe immer von ihnen erwartet, dass sie sich auch etwas zeigen lassen. Es hat mir viel Freude bereitet, dass wirklich alle Studenten mitgearbeitet haben. Sie können später als Ärzte auch wirklich die Frage der Patienten beantworten, was es denn bringt, „auf Kur zu gehen“. Es ist ein Unterschied, ob ich eine Meinung habe, nachdem ich etwas gesehen habe oder ob ich eine Meinung habe, weil ich es zu wissen glaube.“

Vielen Dank für das Gespräch!


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