Gasteiner Heilstollen
Vortragsreihe zur Heilstollen-Therapie
11.01.2016
Niedrig dosierte Radioaktivität in der Medizin
03.03.2016
Zeige alle

Neues Radon-Indikationsregister startet

Forschungsinstitut Gastein leitet multizentrische Untersuchung

Das Forschungsinstitut Gastein der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität startet ab sofort eine große, multizentrische und offene Registerstudie zur Erfassung der Wirksamkeit der Radontherapie. Primäre Beobachtungsziele sind Verringerung des Schmerzes, Verbesserung der Lebensqualität und der körperlichen Funktionalität vor Beginn der Behandlung und im Follow-up am Ende der Behandlung sowie nach drei, sechs und neun Monaten. Von den teilnehmenden fünf Studienzentren erwartet Studienleiter Mag. Dr. scient. med. Martin Gaisberger zusammen etwa 1.250 Patientendatensätze pro Jahr. Die Erstellung eines Radon-Registers ist insofern von großer Bedeutung, da die Radon-Kur bereits vielen Patienten in den vergangenen Jahrzehnten große Erleichterung in ihrem Krankheitsverlauf gebracht hat. Bisher fehlen jedoch Untersuchungen in großer Bandbreite, die aussagen wie indikationsspezifisch der Kurerfolg ist und wie lange dieser anhält.

Radon ist ein in Thermalwasser und Thermalstollen natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas. „Die positive Wirkung der Radon-Kur bei entzündlichen und nicht-entzündlichen degenerativen Leiden des muskuloskelettalen Systems wurde in der Vergangenheit durch diverse Studien untersucht“, erläutert Gaisberger.  „Jedoch fehlt es an langfristigen Aufzeichnungen, die große Patientengruppen einschließen, welche den Einfluss der Radontherapie gründlich erfassen und dokumentieren.“ Diesen Zweck soll die geplante Registerstudie erfüllen. Die von Kurärzten geschilderten Erfahrungsberichte sollen systematisch erfasst, sinnvoll in die bestehende Kurpraxis eingebunden und evidenzbasiertes Wissen generiert werden. In den meisten vorhandenen Studien zeigt sich ein Ansprechen auf die Radonbehandlungen, verglichen mit Kontrollgruppen, oft erst zwei bis drei Monate nach der eigentlichen Intervention. Aus diesem Grund ist für Gaisberger eine Langzeitnachverfolgung des Therapieerfolges, auch über mehrere Kuraufenthalte hinweg, besonders interessant und soll bessere Aussagen über den Effekt der Therapie für die jeweilige Indikation zulassen.

Neben der Erfassung von Schmerzreduktion, Lebensqualitätssteigerung und Funktionsverbesserungen im Zuge der Radontherapie mittels allgemeinen und krankheitsspezifischen Fragebögen, soll die Register-Studie auch Auskünfte über die Reduzierung der Medikamenteneinnahme geben und Einschätzungen über Krankenstände sowie die Dosis-Wirkungsbeziehung zulassen. Bei Letzterem wird aus der definitiv erhaltenen Anzahl, Dauer und Art der Therapien die kumulierte Radondosis ermittelt. Für Univ.-Doz. Dr. Bertram HölzI, wissenschaftlicher Leiter des Gasteiner Heilstollens, eines der fünf Studienzentren, ist dies besonders wertvoll für die Praxis: „Wenn evidenzbasierte Daten zur Radondosis bei spezifischen Krankheitsbildern vorliegen, wird es möglich, Rückschlüsse auf die optimale therapeutische Applikation von Radon zu ziehen.“ Das hilft, die bestmögliche Behandlungsstrategie für Patienten zu finden.

Info und Kontakt Radon-Indikations-Register:
multizentrische, hypothesengenerienende, explorative, unkontrollierte, nichtinterventionelle, offene Registerstudie zur Erfassung der Schmerzreduktion, der Lebensqualitätssteigerung und der Funktionsverbesserung im Zuge einer Radontherapie

Studienleiter/Auftraggeber:
Mag. Dr. scient. med. Martin Gaisberger
Forschungsinstitut Gastein Paracelsus Medizinische Privatuniversität
Strubergasse 22
5020 Salzburg