Gasteiner Heilstollen
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Heilstollen Wärme gegen Rheumaschmerzen
5 Tipps gegen Rheumaschmerzen im Winter
21.09.2021

Die drei Säulen der Morbus-Bechterew-Therapie

Auch bei der Begleiterkrankung Fibromylagie hilft der Gasteiner Heilstollen

Wärme hilft bei Morbus Bechterew

Viele Erkrankungen bleiben unerkannt

Dem Gegenüber in die Augen blicken – für gesunde Menschen selbstverständlich. Menschen die an Morbus Bechterew leiden, fallen solche alltäglichen Dinge aber mit Fortschreiten der rheumatischen Erkrankung schwer. Bei den meisten zeigen sich Symptome wie heftige Schmerzen im Kreuz schon mit Anfang zwanzig. Begleitet wird die Erkrankung von chronischen Entzündungen, die nach und nach das Skelett Betroffener verformen: Im Lendenwirbelbereich flacht die Wirbelsäule ab, im Brustwirbelbereich bildet sich ein Buckel. „Das größte Problem beim Morbus Bechterew ist, dass die Krankheit meist zu spät oder gar nicht entdeckt wird“, erklärt Univ.-Doz. Dr. Bertram HölzI, wissenschaftlicher Berater des auf Morbus Bechterew spezialisierten Gasteiner Heilstollen. Den nur etwa 100.000-150.000 diagnostizierten Fällen steht eine Dunkelziffer von 1,6 Millionen betroffenen Patienten gegenüber.

Meist diagnostizieren Ärzte die Rheuma-Krankheit bei Männern. Doch Frauen sind ebenso betroffen, bei ihnen ist der Verlauf aber etwas milder und die Bechterew‘sche Krankheit bleibt häufiger unerkannt. Neben starken Rückenschmerzen deuten auch Gelenksbeschwerden, rote, schmerzende Augen, Lichtempfindlichkeit oder Verdauungsprobleme auf die schmerzhafte Erkrankung. Treten mehrere dieser Symptome auf, empfiehlt sich der Gang zum Rheumatologen. „Die Behandlung stützt sich auf die drei Säulen Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Bewegung“, verdeutlicht Dr. Hölzl.

„Am Anfang jeder Behandlung sollte die Schmerzlinderung stehen. Dies verbessert nicht nur die Lebensqualität der Patienten, sondern macht krankengymnastische Maßnahmen, welche der Wirbelsäulenversteifung entgegenwirken, oft überhaupt erst wieder möglich.“ Auch entzündungshemmende Maßnahmen sind wichtig, da chronische Entzündungen den Rücken Betroffener deformieren. Moderne Biologika, welche ganz spezifisch gewisse Botenstoffe der Entzündung hemmen, haben in der Behandlung des Morbus Bechterew zwar große Fortschritte gebracht, aber nicht alle Patienten sprechen darauf an. Neben schulmedizinischen Medikamenten helfen auch alternative Heilverfahren wie Kälte- und Wärmebehandlungen oder Therapien mit Radon. Mit ihnen gelingt es Betroffen oft, Medikamente mitsamt ihren schweren Nebenwirkungen zu reduzieren.

So mildern beispielsweise Wärmetherapien Schmerzen und Steifheit, indem sie die Durchblutung fördern. Vielen Patienten tut auch eine Radon-Therapie gut. Radon setzt im Körper milde Alphastrahlen frei, die Zellreparaturmechanismen anregen und die Aktivität von Entzündungszellen sowie Schmerzbotenstoffen verringern. Am effektivsten scheint aber eine Kombination aus Radon und Wärme bei Morbus Bechterew zu sein. Wissenschaftliche Studien bestätigen der sogenannten Radonwärmetherapie Erfolgsquoten zwischen 80 und 90 Prozent. Sie kann in warmen Bergwerkstollen wie im Gasteiner Heilstollen im Rahmen einer Kur durchgeführt werden. Hierbei fahren Patienten mit einem Stollenzug in das Berginnere auf die Therapiestationen. Radon tritt dort natürlich aus dem Gestein aus und die klimatischen Bedingungen sind dank hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen bis 41 Grad tropisch. „Patienten profitieren oft noch Monate nach den Einfahrten von der Reduktion von Druckschmerzwellen, Schmerzintensität, funktionellen Einschränkungen und Medikamentenverbrauch“, weiß Dr. Hölzl.

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