Gasteiner Heilstollen
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Der Winter steht vor der Tür. Damit beginnt für Rheumatiker die schwerste Zeit im Jahr. Eisige Winde, niedrige Temperaturen und feuchtkaltes Wetter verstärken bei vielen Betroffen die Beschwerden. Etwa jeder zweite Rheumatiker plagt sich mit dieser Wetterfühligkeit, die sich meist in Schmerzen, Gelenksteifigkeit und Bewegungseinschränkungen niederschlägt. Damit diese Zeit nicht zwangsläufig dazu führt, dass der Medikamentenverbrauch steigt, hat Rheumaexperte Univ.-Doz. Dr. Bertram Hölzl fünf Tipps zusammengestellt:

  1. Milde Wärmeanwendungen entspannen verkrampfte Muskeln

„Als Ursache für die vermehrten Schmerzen im Winter kommt ein verlangsamter Stoffwechsel aufgrund der Kälte in Frage“, erklärt Dr. Hölzl, wissenschaftlicher Leiter des Gasteiner Heilstollen. Kalte Temperaturen vermindern die Durchblutung, Muskeln verspannen und dumpfe Schmerzen entstehen. Bei verschlissenen Rheuma-Gelenken reduziert Kälte zudem die Viskosität der Gelenkflüssigkeit. Kurz gesagt: Gelenke sind weniger gut geschmiert als im Sommer und der Reibungsschmerz nimmt zu. Daher helfen den meisten Rheumatikern im Winter Wärmebehandlungen. Sie mildern Schmerzen und Steifheit, indem sie die Durchblutung fördern. Wärmebehandlungen mit Moor-, Fango- oder Schlammpackungen wirken meist für etwa 20 Minuten auf betroffenen Stellen. Ärzte bieten auch Infrarot-, Ultraschall oder Hochfrequenztherapien an.

  1. Gesunde Ernährung entlastet den Körper

Rheuma schlägt sich zwar oftmals an den Gelenken nieder, ist aber keine mechanische Störung. Vielmehr beruht sie auf entzündlichen Prozessen, verursacht durch überschießende, krankhafte Abwehrprozesse. Die entzündlichen Prozesse lassen sich wiederum durch eine ausgewogene, gesunde Ernährung beeinflussen. Als Basis der Ernährung sollte Gemüse sowie gutes Eiweiß aus Nüssen und Hülsenfrüchten mit hochwertigen pflanzlichen Ölen im Mittelpunkt stehen. Gemüse, Gewürze und Kräuter liefern wichtige Antioxidantien, die Entzündungen teilweise entgegenwirken. Auch Omega-3-Fettsäuren zum Beispiel aus Leinöl wirken antientzündlich.

  1. Sportangebote nutzen

Gegen die winterlichen Schmerzen hilft, sich trotz Schmerz und Kälte zu bewegen. Werden Gelenke nicht gängig gehalten, reduziert sich die Gelenkflüssigkeit und Schmerzen verschlimmern sich. Zudem wirkt Bewegung nicht nur rheumatischen Gelenkversteifungen entgegen, sie verhindert auch den muskulären Abbau und stärkt die Knochen. Dr. HölzI unterstreicht: „Starke Muskeln entlasten strapazierte Gelenke.“ Wer sich partout nicht draußen bewegen möchte, kann auch auf Sportarten wie Schwimmen, Aquagymnastik oder Tanzen zurückgreifen. Auch Entspannungsübungen zu Hause wie autogenes Training, Meditation, Yoga oder Tai Chi lassen sich besonders gut im Winter umsetzen, um die Kontrolle über Schmerzen wieder zu erlangen. Zudem unbedingt mit dem Arzt sprechen und sich Funktionstraining und Krankengymnastik ärztlich verschreiben lassen. Denn nicht nur gegen die Schmerzen hilft Sport. Er kann sogar entzündliche Schübe reduzieren.

  1. Raus gehen und warm anziehen

An dunklen Tagen produziert der Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin und auch generell führt das kalte und nasse Wetter zu schlechterer Stimmung. „In dieser Jahreszeit werden Schmerzen oft stärker wahrgenommen“, unterstreicht Dr. Hölzl. Daher ist es umso wichtiger, an die frische Luft zu gehen. Da die feucht-kalte Winterluft Schmerzen, Gelenksteifigkeit sowie Muskelverspannungen verstärkt, unbedingt auf gute, wind- und wasserdichte Kleidung achten. Schal, Mütze und insbesondere bei Fingerarthose warme Handschuhe sind für Rheumatiker Pflicht. Ein Pulswärmer kann ebenfalls unterstützen. Allerdings ist Wärme meist nicht im akuten Schub geeignet.

  1. Kuren im Herbst helfen Schmerzen zu reduzieren

Besonders hilfreich für Rheumatiker sind Kuren. Sie bieten nicht nur gezielte Bewegungstrainings und muskelentspannende sowie krankengymnastische Therapien, sondern oft auch verschiedene Wärmeanwendungen. „Das Besondere an einer Kur sind darüber hinaus die natürlichen, ortgebundenen Heilmittel wie beispielsweise das Radon im Gasteiner Heilstollen“, erklärt Dr. Hölzl. Kurgäste fahren zur therapeutischen Nutzung mehrmals mit dem Zug in den Heilstollen ein und verbringen etwa eine Stunde auf den Therapiestationen. Die Wirkung einer solchen Kur reicht von deutlicher Schmerzlinderung bis hin zur kompletten Beschwerdefreiheit über mehrere Monate. Für viele sind es wichtige Monate, in denen nicht nur Rheuma-Symptome verschwinden oder stark nachlassen, sondern auch physiotherapeutische Angebote sowie sportliche Aktivitäten wieder in den Alltag integriert werden können. Untersuchungen bestätigen die guten Erfolge bei einer etwa drei-wöchigen Kur: Etwa 9 von 10 Patienten profitieren von einer Kur. Sie haben weniger Schmerzen und brauchen weniger Schmerzmedikamente. Auch die Morgensteifigkeit verbessert sich. „Viele unserer Patienten kuren gezielt im Herbst“, berichtet Dr. Hölzl. „Sie kommen nach einer Kur deutlich besser durch den Winter.“

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