Gasteiner Heilstollen
Kur für Rheumatiker im Herbst
Warum die Kurplanung für Rheumatiker jetzt sinnvoll ist
06.08.2018
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Welche Beschwerden deuten auf Morbus Bechterew?

Heilstollen Arzt klärt über Morbus Bechterew Therapie auf

Lagerungstherapie auf Rollen lindert Symptome

Morbus Bechterew erfährt in der Öffentlichkeit immer mehr Aufmerksamkeit, auch weil Prominente wie jüngst Schauspielerin Christine Neubauer und Dan Reynolds, Imagine-Dragons-Frontmann, offen zu ihren Erkrankungen stehen. Dennoch wird auch heute die schmerzhafte rheumatische Erkrankung viel zu oft übersehen, obwohl es Indizien gibt, bei denen ein Rheumatologe zur Rate gezogen werden sollte. Dabei ist das rechtzeitige Erkennen der sogenannten Bechterew‘schen Erkrankung essenziell, um den sonst folgenden schweren Krankheitsverlauf durch entsprechende Therapien abzumildern.

Da sich die Krankheit anfangs meist nur durch Rückenschmerzen bemerkbar macht, vergehen in der Regel fünf bis zehn Jahre bevor die sie erkannt wird. Viele Jahre, in denen Patienten den chronischen Krankheitsverlauft positiv hätten beeinflussen können. Dabei gibt es viele Indizien, die helfen, Morbus Bechterew zu erkennen. „Nächtliche Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, die eventuell in die Beine ausstrahlen, und nicht selten den Schlaf rauben, oder Beschwerden, die sich bei Bewegung verbessern, können für Morbus Bechterew sprechen“, verdeutlicht Univ.-Doz. Dr. Bertram Hölzl, wissenschaftlicher Leiter des Gasteiner Heilstollen, dem weltweit größten Therapiezentrum für Morbus Bechterew. Auch Vorerkrankungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Schuppenflechte sowie Gelenksbeschwerden, rote, schmerzende Augen, Lichtempfindlichkeit oder allgemeine Verdauungsprobleme können mit Morbus Bechterew vergesellschaftet sein. Später erschweren auch chronische Erschöpfung und eine langsam fortschreitende Versteifung der Wirbelsäule das Leben Betroffener. Wer dieser Krankheitsanzeichen beobachtet, sollte rechtzeitig auf eigene Initiative zum Rheumatologen gehen.

Mit viel Bewegung und speziellen Übungen wie der Lagerungstherapie auf Rollen, lässt sich der knöchernen Versteifung der Wirbelsäule jedoch gut entgegenwirken – sofern Betroffene dies im frühen Stadium der Erkrankung beginnen. Neben Bewegungstherapien helfen auch Kuren mit Radonbehandlungsserien, denn sie linderen Schmerzen, so dass es Patienten leichter fällt, in Bewegung zu kommen. Wissenschaftliche Studien bestätigen der sogenannten Radonwärmetherapie im Gasteiner Heilstollen Erfolgsquoten zwischen 80 und 90 Prozent. Dr. Hölzl unterstreicht: „Viele Patienten mit Morbus Bechterew, die regelmäßig eine Radonwärmetherapie durchführen, können dadurch bewegungserhaltende Übungen leichter durchführen.“ Die Therapie machen Patienten meist im Rahmen einer Kur, bei der sie mehrfach mit einem Stollenzug ins Berginnere fahren, in dem das Heilklima natürlich vorkommt. Zudem lernen Betroffene dort auch begleitende Bewegungstherapien wie die Lagerungstherapie auf Holzrollen kennen, die Wirbelsäule und Brustkorb dehnt und sehr gute Erfolge hinsichtlich der aufrechten Haltung verzeichnet. Dokumentiert sind Vorher-Nachher-Effekte bis zu einer um 5 cm verbesserten Aufrichtung. Wer die Lagerungstherapie sechs bis acht Mal unter Aufsicht absolviert hat, kann sie auch selbstständig zu Hause durchführen.