Radonbücher Gasteiner Heilstollen.

für Ärzte

Studien & Wissenswertes

Der Gasteiner Heilstollen im Salzburger Land in Österreich ist ein Gesundheitszentrum der Radonwärmetherapie. Klinische und experimentelle Studien belegen die schmerzlindernde Wirksamkeit bei unterschiedlichen Krankheitsbildern und tragen zum Verständnis der zugrunde liegenden molekularen Mechanismen bei. Heute hat sich die Gasteiner Heilstollentherapie als wissenschaftlich anerkannte Behandlungsform etabliert.

Studien und Wissenschaft

Indikationsliste und allgemeine Informationen

Die Therapie im Gasteiner Heilstollen führt zu einer langfristigen und substanziellen Linderung der Beschwerden bei schmerzhaften, speziell entzündlichen Erkrankungen: 

  • Chronische entzündlich-rheumatische Erkrankungen, insbesondere Morbus Bechterew
  • Chronische Schmerzen und Funktionsstörungen bei Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Störungen der Regeneration, Zirkulation und immunologischen Balance der Haut
  • Funktionsstörungen der Atemwege
  • Chronische Schmerzen und Funktionsstörungen bei neurologischen Erkrankungen

Ausführliche Indikationsliste zur Radontherapie sowie ergänzende Indikationsliste zur Heilstollentherapie.

Forschungsinstitut Gastein Informationsfolder und Ärzte Information Gasteiner Heilstollen

Studien und wissenschaftliche Unterlagen - Radon Thermaltherapie

Studien und wissenschaftliche Unterlagen - Hyperthermie

Studien und wissenschaftliche Unterlagen - Sonstige

Überblick zur Verordnung

Was umfasst die Therapie?

Seit über 100 Jahren ist die Kur- und Balneotherapie im Gasteiner Heilstollen mit niedrig dosierter radioaktiver Strahlung als therapeutisches Verfahren etabliert und anerkannt. 

  • Das Therapiekonzept basiert auf 3 Säulen: Schmerzlinderung und medizinische Kompetenz, Umgang mit der Krankheit, zusätzliche Therapien
  • Durchführung: ambulant (inkl. Vorsorgeleistung) oder stationär im Rahmen eines Heilverfahrens
  • Therapiedauer: Je nach Ausmaß und Schweregrad der Erkrankung benötigt der Patient im Laufe von 2 bis 3 Wochen insgesamt 8 bis 12 Einfahrten. Bei leichteren Beschwerden kann auch schon eine geringere Anzahl zum Erfolg führen. Durch regelmäßige Wiederholung der Heilstollen-Therapie sind die Effekte zu stabilisieren.
  • Langzeiteffekt: Stabilisierung durch regelmäßige Wiederholung
  • Die Therapie kann ambulant, bzw. als ambulante Vorsorgeleistung, als auch im Rahmen eines stationären Heilverfahrens in Gastein verordnet werden.

 

Ist eine Abrechnung mit Krankenkassen möglich?

Es bestehen Direktabrechnungsverträge mit österreichischen Sozialversicherungsträgern für ambulante und stationäre Kuren sowie mit deutschen Krankenkassen für ambulante Vorsorgeleistungen nach § 23 und stationäre Rehabilitation. Außerdem besteht ein Vertrag mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb.

Unterstützung bei der Kurantragstellung erhalten Patienten und Ordinationsmitarbeiter bei der Patientenservicestelle im Gasteiner Heilstollen: Frau Sabine Leimlehner, Telefonnummer +43 6434 3753 225 oder per E-Mail.

Ablauf einer Heilstollen-Einfahrt

Ein kleiner Zug bringt die Patienten in rund 12 Minuten ca. 2,5 km ins Berginnere in der Therapiebereich. Dort bleiben sie für ca. 60 Minuten. Die Einfahrten werden selbstverständlich von Mitarbeitern der medizinischen Abteilung begleitet. Nach der Ausfahrt stehen im Kurhaus noch Ruheräume für die empfohlene Nachruhezeit (30 Minuten) zur Verfügung. Alle Einfahrten beginnen auf Station 1 und werden nach Rücksprache mit dem Arzt auf die nächsthöhere Station erhöht. Der Radongehalt ist im gesamten Stollen gleich, jedoch steigen Luftfeuchtigkeit und Temperatur mit den Stationen an. 

Der Patient sollte zur ersten Kur, wenn vorhanden, mitbringen:

  • Bei Herz-/ Kreislauf-/ Nieren-/ Schilddrüsen-/Krebsleiden: fachärztliche Stellungnahmen (nicht älter als 3 Monate) und die aktuellen Laborwerte
  • Bei Bluthochdruck: Blutdrucktabelle
  • Bei oraler Antikoagulation: INR/ Quick nicht älter als 1 Woche
  • Skelettsystem: Röntgenbilder inkl. Befunde
  • Häusliche Medikation

Mehr Detailinformationen zum Ablauf einer Therapie-Einfahrt in den Gasteiner Heilstollen finden Sie hier

Wirkmechanismus und Kurreaktion

Wirkmechanismus

Im Gasteiner Heilstollen wird eine besondere Form der speläotherapeutischen Radontherapie durchgeführt. Das Stollenklima ist charakterisiert durch eine natürliche Radonkonzentration von 44 kBq/m³, Temperaturen zwischen 37 und 41,5 °C sowie eine Luftfeuchtigkeit von 70 % bis nahezu 100 %. Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit induzieren eine milde Hyperthermie. Die daraus resultierende kombinierte Low-Dose-Radon- und Hyperthermie-Therapie (LDRnHT) wird im Rahmen mehrwöchiger ambulanter Kuren im Radonthermalstollen angewendet.

Wirkeffekte sind:

  • Schmerzlindernde, entzündungshemmende und immunstabilisierende Effekte mit Erfolgsquoten zwischen 80 und 90 Prozent
  • Reduktion von Druckschmerzschwellen, Schmerzintensität, funktionellen Einschränkungen
  • Geringerer Medikamentenverbrauch, insbesondere von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR)
  • Modulierung des autonomen Nervensystems

Weitere Informationen zu Wirkung & Effekte finden Sie hier

Kurreaktion und Kurerfolg

Der therapeutische Effekt zeigt sich dynamisch und kann verzögert auftreten (1 - 4 Monate nach Therapieende): 

  • Viele Patienten verspüren bereits bei Entlassung eine Linderung.
  • Bei entzündlichen Grunderkrankungen manifestiert sich der eigentliche Radoneffekt typischerweise erst 6-8 Wochen nach der Kur.
  • Die Wirkung hält im Mittel 9 Monate an.
  • Bei Ersttherapie, schweren Grunderkrankungen oder unzureichender Anzahl an Einfahrten kann der Effekt früher nachlassen, sodass eine Wiederholung innerhalb eines Jahres indiziert sein kann.

Unterschiedliche Patienten reagieren jedoch mit unterschiedlichen Kurreaktionen.

  • Kurreaktionen sind: vorübergehende Verschlechterung der Symptomatik (subjektiv wie objektiv), teils begleitet von Allgemeinsymptomen wie Reizbarkeit, Abgeschlagenheit oder Schlafstörungen
  • Frühreaktion: 5.–12. Kurtag
  • Spätreaktion: 18.–22. Kurtag
  • Solange der Organismus in der Lage ist, den Reaktionsprozess zu kompensieren, gilt die Kurreaktion als Indikator eines gewünschten Therapieverlaufs.

Medizinischer Austausch

Selbstverständlich steht Ihnen das Ärzteteam des Kurzentrums Gasteiner Heilstollen gerne für weitere Informationen zur Verfügung. Vereinbaren Sie ein Gespräch unter der Telefonnummer: +43 6434 3753-0 oder senden Sie ein Mail an unser Ärzte-Team