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bei Morbus Bechterew

Ernährung

Die richtige Ernährung bei Morbus Bechterew und anderen chronischen Erkrankungen kann einen entscheidenden Einfluss auf Wohlbefinden und Gesundheitszustand haben. So gibt es Lebensmittel, die die für Morbus Bechterew typischen Entzündungsvorgänge, anfeuern. Andere Lebensmittel hingegen wirken antientzündlich beispielsweise, weil sie in der Lage sind freie Radikale abzufangen.

Die richtige Ernährung bei Morbus Bechterew

Wie viele andere rheumatischer Erkrankungen geht auch Morbus Bechterew mit Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit einher. Die Krankheit ist nicht heilbar, aber durch einen für Morbus Bechterew angepassten Ernährungsplan und das richtige Essen bei Morbus Bechterew können Betroffene ihre Symptome aber gut beeinflussen. Neben Medikamenten und Kuren, wie sie im Gasteiner Heilstollen angeboten werden, können Betroffene durch eine gute Ernährung die Schwere ihrer Symptome beeinflussen. Eine Studie ergab beispielsweise, dass fast 80% der Morbus-Bechterew-Patienten überzeugt sind, dass Ernährung die Beschwerden beeinflusst. Jeder Dritte beobachtete zudem, dass sich die Symptome nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel verschlechterten.

Die häufigsten Lebensmittel mit negativen Auswirkungen auf den Gesundheitszustand waren:

  • Fleisch
  • Kaffee
  • Süßigkeiten, Zucker, Schokolade
  • Zitrusfrüchte
  • Äpfel

Im Gegensatz dazu berichten Morbus-Bechterew-Patienten, dass eine Fastenzeit zu geringeren Schmerzen, weniger Steifheit und reduzierten Gelenkschwellungen führte.

Gesunde Ernährung bei Morbus Bechterew

Was Sie wissen sollten

Natürlich kann die richtige Diät bei Morbus Bechterew nur eine zusätzliche Strategie gegen die Schmerzen sein. Wichtig bleiben Medikamente und schmerzreduzierende Kuren. Unterschätzt werden sollte der Effekt einer gesunden Ernährung aber dennoch nicht, wie ein Blick auf einige Studien über den Zusammenhang der Ernährung mit rheumatoider Arthritis zeigt: So gibt es eine Untersuchung, die zeigt, dass der Verzehr von Früchten, Gemüse, Vollkorn, Geflügel und Fisch das Risiko verringert, an Arthritis zu erkranken. Ein hoher Anteil an Fleisch, feingemahlenem Getreide, Kartoffelchips, Süßigkeiten und fettreichen Milchprodukten erhöht dagegen das Risiko zu erkranken. Auch wurde festgestellt, dass Fisch-Öl schmerzende Gelenke und Morgensteifigkeit reduziert.
Auch wenn es noch nicht sehr viele Studien gibt, die sich mit den Auswirkungen der Ernährung auf Morbus Bechterew befassen, sind sich Experten einig, dass die richtige Ernährung viele positive Wirkungen hat. Zu diesen gehören:

  • gewebezerstörenden Autoimmunprozesse werden aufgehalten
  • Schübe werden reduziert
  • eine gesunde Ernährung reduziert das Körpergewicht, was die Belastung der Gelenke reduziert
  • Entzündungsprozesse im Körper werden gebremst, was Morbus Bechterew-Beschwerden lindert
  • das Wohlbefinden wird steigert
  • im besten Fall können Schmerzmittel und Cortison reduziert werden

Antientzündliche Ernährung ist Grundpfeiler

Morbus Bechterew ist eine Erkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen das körpereigene Gewebe richtet und dort Entzündungen auslöst. In erste Linie sind die kleinen Gelenke der Wirbelsäule betroffen. Daher steht bei der richtigen Ernährung im Fokus, möglichst Lebensmittel zu konsumieren, die antientzündlich wirken und auf Lebensmittel zu verzichten, die Entzündungsprozesse beschleunigen.

  • Omega-3-Fettsäuren sind gut: Omega-3-Fettsäuren sind Bausteine unserer Zellmembranen. Studien konnten belegen, dass sie die Immunabwehr stärken und Entzündungsvorgänge zum Abklingen bringen. Drei Omega-3-Fettsäuren sind für unseren Körper besonders wichtig. Die pflanzliche Omega-3-Fettsäure ALA (Alpha-Linolensäure), die sich vor allem in Leinsamen, Walnüssen, Hanf und bestimmten Ölen findet sowie die tierischen Omega-3-Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure). Sie finden sich vor allem in fettem Fisch wie Lachs, Hering, Makrele und Sardellen.
  • Verzicht auf zu viel Arachidonsäure: Ebenfalls in die Zellwände eingebaut wird Arachidonsäure. Allerdings hat sie dort eine unerwünschte Wirkung und stimuliert Entzündungsvorgänge, was bei Morbus Bechterew Symptome verschlechtern kann. Daher sollten Fleisch, Wurst, Innereien und Schmalz nur sehr selten auf den Speiseplan. Selbiges gilt für bestimmte Pflanzenöle wie Maiskeimöl, Distelöl, Sonnenblumenöl, die Omega-6-Fettsäuren enthalten, aus denen der Körper Arachidonsäure produziert.
  • Reichtum an Mineralstoffen und Spurenelementen: Mineralstoffe wie Calcium, Kalium, Magnesium, Eisen und Spurenelemente wie Selen und Zink sind wichtig für Muskeln und Knochen, für den Energiestoffwechsel allgemein, für Herz und Gefäße und für die Immunzellen. Sie sollten durch Kräuter, Gemüse, Milchprodukte, Nüsse, Ölsaaten, Sojaprodukte, Kartoffeln und Getreide zu sich genommen werden.
  • Viele Vitamine: Dass Vitamine in der Lage sind, freie Radikale abzufangen, ist den Meisten bekannt. Freie Radikale sind Zwischenprodukte des Stoffwechsels, die Entzündungen auslösen und befeuern können.  Reich an Vitaminen und damit an Antioxidantien, den natürlichen Gegenspielern der freien Radikale, sind Kräuter, Obst und schonend zubereitetes Gemüse. Vitamine sind darüber hinaus wichtig für das Immunsystem, die Beseitigung von „Entzündungsabfall“ und für die Bildung von Hormonen und Botenstoffen.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wichtig: Kräuter, Blüten, Gewürze, Gemüse, Obst, dunkle Schokolade und Grüntee haben eines gemeinsam: Sie sind reich an sekundären Pflanzenstoffen. Vermutet wird, dass diese Stoffe noch wichtiger für den Körper sind als einige Vitamine. Sie können antientzündlich wirken, vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, den Cholesterin-Fettstoffwechsel verbessern, vor Bakterien, Viren, Pilzen schützen und sogar das Krebsrisiko verringern.
  • Gesunder Darm durch pro- und präbiotische Nahrungsmittel: Die vielen Arten von nützlichen Darmbakterien haben eine große Bedeutung für die Immunzellen. Probiotische Nahrungsmittel vor allem mit bestimmten Joghurtkulturen (Bifidus- und Lactobazillus-Arten) sowie präbiotische Nahrungsmittel wie Schwarzwurzeln, Pastinaken, Artischocken, Chicoree und Äpfel gehören daher unbedingt auf den Speiseplan.

Gesunde Ernährung bei Morbus Bechterew

10 Tipps

  1. Regional und Bio: Hochwertige Lebensmittel enthalten die meisten Vitamine und Mineralstoffe.
  2. Fertigprodukte vermeiden: Sie enthalten Stabilisatoren, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker.
  3. Täglich viel Gemüse, Kräuter und Obst: In diesen Lebensmitteln stecken die besten Stoffe für die Gesundheit.
  4. Essen schonend zubereiten: In zerkochtem Essen sind weniger gesunde Stoffe.
  5. Omega-3-Fettsäuren: 2-3 Fischmahlzeiten pro Woche sind ideal, außerdem lieber Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Leinöl und Weizenkeimöl statt Schweine- und Gänseschmalz, Palmfett, Mayonnaise, Sonnenblumenöl und Distelöl verwenden.
  6. Fleisch und Wurst reduzieren: Maximal 2 Fleisch- oder Wurstmahlzeiten pro Woche und wenig Milchprodukte.
  7. Statt Süßigkeiten, süßen Backwaren, süßen Milchprodukten, Eiscreme, Chips und Salzgebäck lieber auf ein Stück Zartbitterschokolade zurückgreifen.
  8. Reichlich Trinken: 1,5 bis 2 Liter am Tag sind ideal.
  9. Zeit nehmen: Langsames Essen begünstigt das frühe Sättigungsgefühl.
  10. „Sündigen“: ist erlaubt, aber mit Genuss und es sollte die Ausnahme bleiben.

Für diesen Artikel stand uns Frau Dr. Gudrun Lind-Albrecht, Morbus Bechterew-Expertin, beratend zur Seite.

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