Eine Ärztin misst mit einem Maßband den Abstand zwischen Kinn und Brustbein einer sitzenden Patientin. Die Messung dient der Überprüfung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule im Rahmen der Morbus-Bechterew-Diagnostik im Gasteiner Heilstollen.

Was ist Morbus Bechterew?

Morbus Bechterew, auch als Spondylitis ankylosans bekannt, ist eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule betrifft. Durch fehlgeleitete Immunprozesse entstehen Entzündungen, die über Jahre hinweg zur Versteifung und Verformung des Rückens führen.

Warum genau die Autoimmunerkrankung Morbus Bechterew entsteht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Doch Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung – insbesondere das Protein HLA-B27 – und Umweltfaktoren eine entscheidende Rolle spielt.

Symptome bei Morbus Bechterew

Die Symptome sind so individuell wie die Patienten selbst. Was oft harmlos beginnt – mit Rückenschmerzen oder Verspannungen – kann sich schleichend zu einer dauerhaften Bewegungseinschränkung entwickeln.

Typische Anzeichen sind:

  • Nächtliche Schmerzen im unteren Rücken, die den Schlaf rauben
  • Morgensteifigkeit, die erst mit Bewegung nachlässt
  • Schmerzen, die durch Erschütterungen wie Husten oder Niesen verstärkt werden
  • Müdigkeit, die sich kaum erklären lässt
  • Beschwerden in Hüften, Fersen, Brustbein, Kniegelenken oder an der Achillessehne
  • Gesäßschmerzen, die in die Beine ausstrahlen
  • Verdauungsprobleme und Magen-Darm-Beschwerden
  • Augenentzündungen und gerötete Augen (z. B. Regenbogenhautentzündung)

Obwohl Morbus Bechterew lange Zeit als typische „Männerkrankheit“ galt, weiß man heute: Frauen sind genauso von MB  betroffen – nur zeigen sich die Symptome oft anders und bleiben dadurch häufiger unentdeckt.

Die Diagnose von Morbus Bechterew: Wann beginnt MB?

Aufgrund der unspezifischen Symptome dauert es im Durchschnitt fünf bis zehn Jahre, bis die Diagnose Morbus Bechterew gestellt wird.  Häufig tauchen die ersten Anzeichen bereits früh auf, oft schon zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr – dies beleuchten wir näher in unserem Erfahrungsbericht „Morbus Bechterew betrifft auch junge Menschen.“ ,  – Eine erste Indikation bereits unser Morbus Bechterew Selbsttest sein. Im nächsten Schritt ist das Aufsuchen eines Arztes unumgänglich.

Gerne können Sie auch ein kostenloses Telefongespräch mit unserem spezialisiertem Ärzteteam vereinbaren.

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Wie viele Menschen sind betroffen?

Morbus Bechterew ist keine Seltenheit. In Mitteleuropa leidet etwa 0,5 % der Bevölkerung an dieser Erkrankung – das sind rund 70.000 Menschen in Österreich und etwa 350.000 in Deutschland. Doch die Dunkelziffer ist hoch, denn viele Betroffene ahnen nicht, was hinter ihren Beschwerden steckt.

Frühzeitig erkennen – Lebensqualität bewahren

Je früher Morbus Bechterew diagnostiziert wird, desto besser lassen sich Bewegungseinschränkungen verhindern und Schmerzen lindern. Eine gezielte Therapie, regelmäßige Bewegung und natürliche Behandlungsmethoden wie die Radontherapie im Gasteiner Heilstollen können helfen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen – für ein beweglicheres, schmerzfreieres Leben.

Leide ich an Morbus Bechterew?

Selbsttest

Sind ihre Beschwerden Hinweise auf Morbus Bechterew? Ein von unseren Experten speziell entwickelter Selbsttest zu MB ermöglicht eine erste Einschätzung des persönlichen Risikos und hilft dabei, mögliche Anzeichen frühzeitig zu erkennen. Jetzt testen und mehr Klarheit gewinnen.

RISIKOCHECK FRAGEN

  1. Haben oder hatten Sie wiederkehrende tiefsitzende Rückenschmerzen (und/oder Schmerzen in den Gesäßbacken beidseits) in Ruhe (z.B. nach längerem Sitzen am Arbeitsplatz oder während einer Autofahrt) und/oder leiden Sie an wiederkehrendem nächtlichem Rückenschmerz mit vorzeitigem Erwachen und Bewegungsdrang?
  2. Bessern sich diese Beschwerden bei Bewegung (zum Beispiel Umhergehen oder gezielter Mobilisation der Wirbelsäule) deutlich?
  3. Bestehen diese Beschwerden länger als 4 Wochen durchgehend?
  4. Bessern sich diese Beschwerden bei Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmedikamenten aus der Gruppe der sogenannten NSAR (wie zum Beispiel die Wirkstoffe Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen und ähnliche)?
  5. Traten diese Beschwerden erstmalig vor dem 40. Lebensjahr auf?
  6. Bemerken Sie eine wiederkehrende Morgensteifigkeit der Wirbelsäule (auch trotz Umhergehen oder gezielter Mobilisation) von 30 Minuten oder länger?
  7. Haben Sie eine allgemeine oder zunehmende Versteifung der Wirbelsäule bemerkt (zum Beispiel Zurückbeugen des Kopfes in der Halswirbelsäule nicht mehr oder deutlich schlechter möglich, zunehmend fixierte Rundwölbung der Brustwirbelsäule bzw. reduziertes Aufrichtevermögen in der Brustwirbelsäule, großer Abstand der Fingerspitzen zum Boden beim maximal möglichen Vornüberbeugen des Körpers nach vorne unten)?
  8. Haben oder hatten Sie wiederkehrend einzelne geschwollene Gelenke oder wurstförmig geschwollene Finger oder Zehen?
  9. Hatten Sie jemals eine Psoriasis der Haut (entzündete Hautstellen mit schuppender Verkrustung, typischerweise an den Ellenbogen oder Kniescheiben, an den Streckseiten der Unterarme oder Unterschenkel, am Haaransatz, hinter den Ohren oder in der Analfalte) oder der Nägel?
  10. Hatten Sie jemals eine Augenentzündung (ausgenommen eine bakterielle Bindehautentzündung!) bzw. haben Sie die Diagnose „Uveitis“ oder „Iridozyklitis“ in Bezug auf Ihre Augenentzündung gehört?
  11. Gibt es in Ihrer nahen Verwandtschaft (nur Eltern, Geschwister und eigene Kinder!) Fälle von Psoriasis oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa?
  12. Haben Sie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa?
  13. Wurde bei jemandem in Ihrer nahen Verwandtschaft (nur Eltern, Geschwister und eigene Kinder!) oder bei Ihnen selbst der sog. „HLA-B27“ mittels Labortest (Blutabnahme) positiv bestimmt?
     

Auswertung:

Sie könnten an einer entzündliche Wirbelsäulenerkrankung bzw. Morbus Bechterew erkrankt sein,

  • wenn Sie von den Fragen 1-7 mindestens 1 mit JA beantworten und von den Fragen 8-13 mindestens 2 mit JA beantworten,
    oder
  • wenn Sie von den Fragen 6-13 mindestens 5 mit JA beantworten.

In diesem Fall empfehlen wir Ihnen einen Termin mit einem Rheumatologen zu vereinbaren.
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