Ursachen und Risikofaktoren
Fibromyalgie
Fibromyalgie ist eine komplexe Erkrankung mit vielfältigen Ursachen wie gestörter Schmerzverarbeitung, genetischen Faktoren und psychischen Belastungen. Stress, traumatische Erlebnisse, Bewegungsmangel und Umweltfaktoren verstärken die Symptome. Die Ursachen sind wissenschaftlich noch nicht umfassend erforscht und viele Risikofaktoren noch nicht bekannt. Welchen Kenntnistand gibt es? Über welche Ursachen wird diskutiert? Eine Übersicht.
Fibromyalgie ist eine komplexe und noch immer rätselhafte Erkrankung, deren Ursachen bis heute nicht eindeutig geklärt sind. Schätzungen zufolge erhalten rund 90 Prozent der Betroffenen keine richtige Diagnose – auch deshalb, weil die Symptome unspezifisch sind und sich mit vielen anderen Krankheitsbildern überschneiden. Statt einer einzelnen, klaren Ursache liegt der Fibromyalgie eine Vielzahl von Faktoren zugrunde, die sich im Laufe der Zeit summieren.
Man kann sich die Entstehung der Krankheit wie die eines volllaufenden Fasses vorstellen: Unterschiedlichste Einflüsse – etwa genetische Veranlagungen, chronischer Stress, neurologische Veränderungen, psychische Belastungen oder traumatische Erfahrungen – füllen das Fass nach und nach. Irgendwann ist der Pegel erreicht, das Fass läuft über und die Krankheit bricht aus. Gleichzeitig gibt diese Vorstellung auch Hoffnung: Denn, wenn verschiedene Faktoren das Fass füllen, dann gibt es auch unterschiedliche Wege, den Pegel wieder zu senken – und so die Symptome zu lindern. Deshalb ist ein genauer Blick auf mögliche Ursachen und Auslöser von Fibromyalgie so entscheidend – auch wenn viele dieser Zusammenhänge bislang nur vermutet werden und wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt sind.
Das Wichtigste in Kürze
Was sind die Hauptursachen für Fibromyalgie?
Die Ursachen sind noch nicht gut erforscht. Eine gestörte Schmerzverarbeitung im Gehirn, genetische Veranlagung, psychische Belastungen sowie Umweltfaktoren, Stress, Bewegungsmangel und Übergewicht könnten zur Entstehung von Fibromyalgie beitragen.
Wie beeinflusst Stress die Fibromyalgie?
Stress wird bei Fibromyalgie sozusagen vom Gehirn in Schmerz umgewandelt. Schmerzen wiederum verstärken Stress, wodurch ein Teufelskreis entsteht, der die Symptome der Fibromyalgie aufrechterhält.
Welche Rolle spielt das autonome Nervensystem bei Fibromyalgie?
Eine Fehlregulation des autonomen Nervensystems, mit einer Überaktivität des Sympathikus und einer Unteraktivität des Parasympathikus, trägt zur verstärkten Schmerzempfindlichkeit und Stresswahrnehmung bei.
Welche genetischen Faktoren könnten die Entstehung von Fibromyalgie begünstigen?
Bestimmte genetische Veranlagungen, die Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin beeinflussen, könnten die Schmerzempfindlichkeit erhöhen und somit das Risiko für Fibromyalgie steigern.
Welche Risikofaktoren tragen zur Entwicklung von Fibromyalgie bei?
Bewegungsmangel, Rauchen, Übergewicht, Vitamin D-Mangel und entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis können das Risiko für Fibromyalgie erhöhen oder die Symptome verstärken.
Störungen der Schmerzverarbeitung – ein zentraler Aspekt bei Fibromyalgie
Als eine mögliche Ursache der Fibromyalgie gilt eine gestörte Verarbeitung von Reizen im Gehirn. Schwache Reize, die normalerweise nicht schmerzhaft sind, lösen Schmerzen aus. Eine verminderte Schmerzhemmung vom Gehirn hinunter zum Rückenmark führt dazu, dass Schmerzen so verstärkt wahrgenommen und über den Körper verbreitet werden. Schon bei leicht schmerzhaften Reizen zeigen Betroffene eine stärkere Aktivierung der Schmerzzentren im Gehirn als gesunde Menschen. Diese Annahmen stützen sich auch darauf, dass viele Betroffene zusätzlich an Krankheiten leiden, bei denen ebenfalls die Schmerzverarbeitung im Gehirn verändert ist – zum Beispiel bei Migräne, Reizdarmsyndrom oder Problemen mit Kiefermuskeln und -gelenken. Auch Schmerzen aus Muskeln oder Knochen können eine Rolle spielen, etwa wenn gleichzeitig rheumatoide Arthritis oder Arthrose vorliegt.


Genetische Veranlagung – eine mögliche Ursache der Fibromyalgie
Warum manche Menschen an Fibromyalgie erkranken und andere nicht, ist noch nicht abschließend geklärt. Doch es gibt Hinweise darauf, dass die Genetik bei Fibromyalgie eine Rolle spielen könnte. Die Erkrankung tritt in manchen Familien auffällig oft auf – eine familiäre Häufung, die vermuten lässt, dass auch die Veranlagung Einfluss auf die Entstehung von Fibromyalgie haben kann.
Bestimmte genetische Varianten, die bei Betroffenen häufiger vorkommen als bei gesunden Menschen, stehen dabei im Fokus, müssen aber noch weiter erforscht werden. Diese könnten Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin beeinflussen, die wichtig sind für die körperliche und psychische Verarbeitung von Schmerzreizen. Veränderungen in diesen Systemen könnten erklären, warum manche Menschen besonders empfindlich auf Schmerzen oder psychische Belastungen reagieren. Ein eindeutiges „Fibromyalgie-Gen“, das die Krankheit allein erklärt, wurde bisher nicht gefunden. Auch umfassende genetische Tests, die Aussagen über ein konkretes Risiko ermöglichen würden, gibt es derzeit nicht. Dennoch gilt die genetische Veranlagung heute als möglicher Risikofaktor für Fibromyalgie – und als ein weiterer Mosaikstein in dem komplexen Bild der Fibromyalgie Ursachen.
Psychische Belastungen und Fibromyalgie – Ein starkes Zusammenspiel

Psychische Belastungen, wie stressige Lebensumstände oder ungelöste Traumata, können zu chronischen Schmerzerkrankungen wie Fibromyalgie beitragen. Viele Betroffene berichten von belastenden oder traumatischen Erlebnissen aus ihrer Kindheit oder Jugend oder von langjährigen psychischen Belastungen in der Familie oder am Arbeitsplatz. Diese Erfahrungen scheinen einen direkten Einfluss auf die Entstehung und das Fortschreiten der Erkrankung zu haben.
Fibromyalgie ist nicht nur eine körperliche Herausforderung. Die chronischen Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität massiv und wirken sich auf das allgemeine Wohlbefinden aus. Depressive Verstimmungen und psychische Belastungen können die Schmerzwahrnehmung verstärken und den Umgang mit den Schmerzen erschweren. Umgekehrt können die anhaltenden Schmerzen die negativen Gedanken weiter verstärken und oft zu einem Rückzug aus sozialen Kontakten und Aktivitäten führen – was die Depression noch weiter nährt.
Studien haben gezeigt, dass insbesondere Frauen mit Fibromyalgie häufiger von Misshandlungen oder sexuellem Missbrauch in der Kindheit berichten. Doch nicht alle Menschen mit Fibromyalgie haben eine psychische Erkrankung oder traumatische Erfahrungen in der Vergangenheit. Dennoch spielen psychosomatische Aspekte und seelische Traumata oft eine wichtige Rolle bei der Entstehung oder Verschärfung der Symptome. Es ist bekannt, dass Fibromyalgie-Betroffene sehr häufig auch an psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen leiden. Diese psychischen Erkrankungen sollten unbedingt mitbehandelt werden, da sie die Symptome der Fibromyalgie verstärken können und eine umfassende Behandlung notwendig ist, um die Lebensqualität zu verbessern.
Stress und Fibromyalgie – Ein Teufelskreis aus Schmerz und Belastung
Stress ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung und dem Verlauf von Fibromyalgie, da sich Schmerz und Stress gegenseitig verstärken und einen schwer zu durchbrechenden Teufelskreis bilden. Stress im Arbeitsleben und im Alltag sowie die körperlichen Beschwerden der Fibromyalgie lösen Verspannungen in Muskeln und Sehnen aus, die den Schmerz weiter verstärken. Diese Verspannungen führen zu noch mehr Muskelverspannungen, was den Schmerz erneut anheizt und die chronischen Beschwerden aufrechterhält.
Starke Schmerzen, die die körperliche Funktionsfähigkeit beeinträchtigen, können auch den Stresspegel erhöhen. Diese körperlichen Belastungen erschweren oft die alltäglichen Aktivitäten und beeinflussen die Lebensqualität. Doch es gibt auch Hoffnung: Positive psychologische Faktoren wie Dankbarkeit, Selbstmitgefühl und Selbstvergebung haben sich als wirksam erwiesen, um das geistige und körperliche Wohlbefinden zu steigern. Diese positiven Emotionen können Stress abbauen, Schmerzen lindern und Müdigkeit verringern, dass zeigt eine wissenschaftliche Studie mit 1.218 Patienten aus dem Gasteiner Heilstollen.
Das autonome Nervensystem und seine Rolle bei Fibromyalgie
Bei Fibromyalgie sind die Ursachen vielfältig, doch eine weitere mögliche Erklärung liegt in einer Fehlregulation des autonomen Nervensystems. Dieses System, das für viele wichtige Funktionen im Körper verantwortlich ist, wie Stressregulation, Schmerzwahrnehmung und Entspannung, könnte eine Rolle bei der Entstehung der Erkrankung spielen. Menschen mit Fibromyalgie erleben oft eine Überaktivität des Sympathikus, der für die Stressregulation und körperliche Aktivität zuständig ist, und eine gleichzeitig verringerte Aktivität des Parasympathikus, der für die Entspannung und Erholung sorgt.
Diese Fehlregulation kann sich in einer verstärkten Schmerzempfindlichkeit äußern, da der Körper auf Stress mit einer höheren Schmerzwahrnehmung reagiert. Stress, der den Sympathikus anregt, kann bei Menschen mit Fibromyalgie direkt in Schmerzen umgewandelt werden. Zudem führt die anhaltende Aktivierung des Sympathikus zu einer schlechten Stressbewältigung, was den Teufelskreis von Schmerzen und psychischen Belastungen weiter verstärken kann. Die Therapie im Gasteiner Heilstollen bietet einen Ansatz, um das autonome Nervensystem zu unterstützen und die Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus zu fördern. Die regelmäßigen Einfahrten in den Heilstollen bieten eine einzigartige Möglichkeit, das autonome Nervensystem zu „trainieren“.
Weitere Ursachen und Risikofaktoren von Fibromyalgie: Ernährung, Bewegungsmangel und Umweltfaktoren
Diese Risikofaktoren, in Kombination mit der persönlichen Lebensweise, können die Entwicklung von Fibromyalgie begünstigen oder bestehende Symptome verstärken.
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