Ärztin nimmt sich Zeit für ein Gespräch mit der Patientin vor der Untersuchung

Behandlung von Morbus Bechterew

Was hilft?

Am Anfang jeder Behandlung sollte die Linderung der Symptome des Morbus Bechterews stehen. Die Schmerzlinderung erfolgt in der Regel mit Medikamenten oder durch alternative Morbus Bechterew-Therapien wie die Radontherapie. Wenn Schmerzen und Steifigkeit reduziert werden, führt dies gleichzeitig zu einer gesteigerten Lebensqualität Betroffener. Zudem lassen sich dadurch wieder vermehrt Bewegungstherapien in den Alltag integrieren, die ebenfalls Schmerzen und Beweglichkeit verbessern, ja sogar zu einer Wiederaufrichtung der Wirbelsäule führen können. Durch Bewegung und nebenwirkungsarme Therapien, lässt sich die Lebensqualität von Morbus Bechterew maßgeblich verbessern und dauerhaft erhalten.

Was empfiehlt der Arzt?

„Die Behandlung stützt sich auf die drei Säulen Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Bewegung. Am Anfang jeder Behandlung sollte die Schmerzlinderung stehen. Morbus Bechterew ist eine Erkrankung, bei der Betroffene selbst mitarbeiten und Verantwortung für die Therapie übernehmen müssen. Dies verbessert nicht nur die Lebensqualität der Patienten, sondern macht krankengymnastische Maßnahmen, welche der Wirbelsäulenversteifung entgegenwirken, oft überhaupt erst wieder möglich. Auch entzündungshemmende Maßnahmen sind wichtig, da chronische Entzündungen den Rücken Betroffener deformieren. Moderne Biologika, welche ganz spezifisch gewisse Botenstoffe der Entzündung hemmen, haben in der Behandlung des Morbus Bechterew zwar große Fortschritte gebracht, aber nicht alle Patienten sprechen darauf an.

Neben schulmedizinischen Medikamenten helfen auch alternative Heilverfahren wie Kälte- und Wärmebehandlungen oder Therapien mit Radon. Mit ihnen gelingt es Betroffenen oft, Medikamente mitsamt ihren schweren Nebenwirkungen zu reduzieren. Wärmetherapien mildern Schmerzen und Steifheit, indem sie die Durchblutung fördern. Vielen Patienten tut auch eine Radonwärmetherapie gut. Patienten profitieren Monate nach der Therapie von der Reduktion von Druckschmerzwellen, Schmerzintensität, funktionellen Einschränkungen und Medikamentenverbrauch“, weiß Prim. Univ. Doz. Dr. med. Bertram Hölzl, Internist und Bechterew-Spezialist.

Was bringt eine Kur oder Rehabilitation?

Kuren helfen bei Lebensstilveränderung und gegen Schmerzen

Wer zum Manager seiner eigenen Gesundheit werden will, braucht manchmal zu Beginn etwas Hilfe. Sei es bei der Aufklärung zum Krankheitsbild, zum Erlernen der passenden Übungen oder auch zum Ausprobieren verschiedener Einzeltherapien. Eine Kur oder Rehabilitation kann Patienten dabei gut helfen, denn oft stehen in den Kureinrichtungen gut ausgebildete Physiotherapeuten und eine große Vielfalt an medizinischen Behandlungen zur Verfügung, die zur Selbsthilfe anregen. Bei Morbus Bechterew helfen im Rahmen einer Kur oder Reha beispielsweise Bewegungstherapien wie therapeutisches Nordic Walking, Rücken Fit-Gruppen, krankengymnastische Maßnahmen oder auch Osteopathie, um wichtige Muskelgruppen durch Dehnung und Kräftigung zu stärken und so die Wirbelsäule zu entlasten. Auch Patientenschulungen finden oft statt. Alle Bausteine bereiten den Patienten auch darauf vor, Übungen zu Hause allein fortzuführen.

In Gastein gibt es die Möglichkeit private, ambulante und stationäre Kuren oder Rehabilitationen durchzuführen.

Wie funktioniert die Antragstellung? Kommt meine Krankenkasse dafür auf? Informationen rund um Kurantrag & Kostenerstattung
Melden Sie sich gerne vor Antragstellung beim Patientenservice, um Formfehler im Antrag zu vermeiden.

Bei privaten Kuren bietet der Gasteiner Heilstollen Pauschalangebote an: Pauschalen

„Bei Morbus Bechterew sind Kuren besonders wirksam, wenn sie aus Bewegungstherapie, muskelentspannenden und krankengymnastischen Programmen bestehen. Das Besondere an einer Kur sind darüber hinaus die natürlichen Heilmittel. Beispielsweise das Radon im Gasteiner Heilstollen.“, so Dr. Hölzl.

Es bestehen Direktabrechnungsverträge mit Krankenkassen und Versicherungen in Österreich, Deutschland und Südtirol. Gerne sind wir Ihnen bei diesem komplexen Thema behilflich.
Ein Portrait von Sabine Leimlehner, Mitarbeiterin im Gasteiner Heilstollen
Sabine Leimlehner
Leitung Patientenservice

Welche Medikamente helfen bei Morbus Bechterew?

Die Behandlung von Morbus Bechterew kann je nach Patient unterschiedlich sein, da die Wirksamkeit von Medikamenten individuell variieren kann. Typischerweise werden jedoch verschiedene Arten von Medikamenten eingesetzt, darunter:

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Nach der Diagnosestellung von Morbus Bechterew sind NSAR in der Regel die ersten Medikamente, die zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung eingesetzt werden.
  • Kortikoide: In einigen Fällen können Kortikosteroide, kurz Kortikoide, verschrieben werden, um starke Entzündungen und Schmerzen zu kontrollieren.
  • Basismedikamente: Diese Medikamente, wie Methotrexat oder Sulfasalazin, können zur Verlangsamung des Fortschreitens der Krankheit eingesetzt werden, indem sie die Entzündung reduzieren.
  • Biologika: Biologika sind spezielle Medikamente, die gezielt das Immunsystem beeinflussen und Entzündungen bei Morbus Bechterew reduzieren können. Sie werden oft verwendet, wenn andere Medikamente nicht ausreichend wirksam sind.

Die gängigsten Medikamente, ihre Wirkungen und Nebenwirkungen: Morbus Bechterew-Medikamente – eine Übersicht

Es ist wichtig, dass die Wahl der Medikamente und die Behandlungsstrategie in Abstimmung mit einem Facharzt für Rheumatologie individuell auf den Patienten zugeschnitten ist. Entzündungshemmende Medikamente können bei jahrelanger Einnahme zu Schäden an Magen-Darm-Trakt, Nieren, Blutgefäßen oder anderen Schädigungen führen. Auch aus diesem Grund sind regelmäßige Kontrollen wichtig.

Die beste Maßnahme, um sich vor den Nebenwirkungen der Medikamente zu schützen und gleichzeitig die Lebensqualität zu erhöhen, ist, so wenig Medikamente wie möglich zu nehmen. Dabei helfen auch alternative Therapien oder Kuren im Gasteiner Heilstollen.

Behandlung im Gasteiner Heilstollen

Der österreichische Gasteiner Heilstollen gilt als weltweit größtes Therapiezentrum für Morbus Bechterew. Mit dem Stollenzug gelangen Patienten ins Innere des Radhausberges, wo man sich für eine Stunde entspannt und das besondere Heilklima auf sich wirken lässt. Die Kombination von Radon, Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit in Verbindung mit der alpinen Höhenlage bewirken eine Lockerung und Mehrdurchblutung von Muskeln, sowie eine Reduktion der Schmerzen und Gelenksteifigkeit. Patienten benötigen nach einer Kur für Monate weniger oder gar keine Medikamente mehr. Darüber hinaus berichten viele von längeren Pausen zwischen den Krankheitsschüben des Morbus Bechterew. Bei manchen Patienten kann die Krankheit bei gleichzeitiger Reduktion der Medikamente sogar aufgehalten werden. Es wird eine zwei- bis dreiwöchige Kur mit 8-12 Einfahrten empfohlen.

Wie funktioniert die Therapie und wie kommen Sie dazu?

Der Heilstollen und Morbus Bechterew

Umfrage: Heilstollen wirkt zu 93%

Eine Umfrage bei Morbus Bechterew-Patienten hat gezeigt, dass sich bei ca. 93% der Gesundheitszustand verbessert, Schmerzen und andere Beschwerden verringert und die Beweglichkeit verbessert wird. Das sind unglaubliche Werte!

Martin Schroth
67, Keltern, Deutschland

Mit Mitte Zwanzig im Rollstuhl – Morbus Bechterew raubte Martin jede Hoffnung. Tabletten halfen nicht, stattdessen litt er unter heftigen Nebenwirkungen. Erst der Gasteiner Heilstollen brachte die Wende: Heute lebt er schmerzfrei, arbeitet wieder, wandert mit seiner Frau und genießt das Leben.

Christa Limmer
59, Reisbach, Deutschland

Chronische Schmerzen durch Rheuma bestimmten Christa Limmers Leben lange Zeit – bis sie den Gasteiner Heilstollen entdeckte. Dank der natürlichen Radontherapie ist sie heute nahezu schmerzfrei und hat ihre Lebensqualität zurückgewonnen. Im Interview erzählt sie von ihren beeindruckenden Erfahrungen.

Petra Grube
65, Loitz, Deutschland

125.000 Morbus-Bechterew-Patienten fanden seit 1952 im Gasteiner Heilstollen Linderung. Hinter der Zahl stehen persönliche Schicksale und Erfolge: weniger Schmerzen, mehr Beweglichkeit, neue Lebensfreude. Ein Schatz der Natur, bestätigt durch Studien. Die Jubiläums-Patientin berichtet von ihren Erfahrungen.

Elisa Pachernik
27, Heiligenkreuz, Österreich

Rückenschmerzen? Die sind doch harmlos – oder? Nicht für junge Menschen mit Morbus Bechterew. Die chronische Erkrankung beginnt oft früh, wird aber erst spät erkannt. Elisa Pachernik erlebte genau das. Mit 14 begannen ihre Beschwerden, mit 19 bekam sie Gewissheit. Sie erzählt, wie sie gelernt hat, mit der Krankheit zu leben.

Sabine Cauli
61, Neukirchen-Vluyn, Deutschland

„Nach dem Heilstollenaufenthalt bin ich in der Regel fast 10 Monate schmerzfrei, Tabletten muss ich nur noch sehr selten nehmen.“ - Sabine leidet seit 38 Jahren an Morbus Bechterew. Heute hat sie kaum noch Symptome. Ihr Erfolgsrezept sind Kuren im Gasteiner Heilstollen und ein achtsamer Lebensstil. Im Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Günther Gruber
51, Naarn, Österreich

„Ein Leben ohne den Heilstollen kann ich mir nicht mehr vorstellen. Er ist für mich das wichtigste Heilmittel und hilft mir neben der täglichen Gymnastik und viel Bewegung mit der Krankheit mit nur einer Tablette täglich zu leben.“ - Günther berichtet von seinen Erfahrungen und warum er sich das Logo des Heilstollens tätowiert hat.

Gotthard Baumann
72, Falkenfels, Deutschland

„Vor der Kur hatte ich den typischen Bechterew-Gang: Die Schultern nach vorgezogen und mit steifer Hüfte schaukelte ich beim Gehen. Wie ein ‚Entengang‘. Seit der 1. Kur im Heilstollen habe ich das nicht mehr. Meine Versteifungen sind fast völlig weg, ich bin beweglich, fühle mich gut.“ – ein Patient mit Morbus Bechterew berichtet:

Lisa de Vries
74, Unterföhring, Deutschland

Lisa de Vries aus Unterföhring kommt seit fast 15 Jahren in den Gasteiner Heilstollen zur Kur. Sie hat dadurch ihren Morbus Bechterew mit den Schmerzen und Schüben in den Griff bekommen und strahlt heute sehr viel Lebensfreude aus. Wir haben mit ihr über ihren Morbus Bechterew, ihren Weg zum Heilstollen und ihr heutiges Lebensgefühl gesprochen:

Günter Müller
67, Bergen-Celle, Deutschland

Günter Müller (51) leidet über 30 Jahre an Morbus Bechterew, ist stark bewegungseingeschränkt, verliert Job und soziale Kontakte. 500 Meter dauern fast 40 Minuten. Zufällig entdeckt er einen Artikel über die Radontherapie im Gasteiner Heilstollen in Österreich – eine mögliche Wende für sein Leben.

Bauernfeind-Pabst Harald
51, Neukirchen, Österreich

"Gleich nach der ersten Behandlungsserie war ich fast ein halbes Jahr ohne Schmerzen und benötigte weniger Medikamente," freut sich Harald über die erfolgreiche Behandlung im Gasteiner Heilstollen.

Therapien & Bewegung

Mit Bewegung und Gymnastik lässt sich der Körper geschmeidig halten. Das wirkt gerade zu Beginn des Morbus Bechterew der Versteifung entgegen. Außerdem leiden Betroffene weniger unter Schmerzen. Gute Gymnastikübungen, die die Beweglichkeit erhalten sowie die Rücken- und Bauchmuskulatur stärken, lassen sich mit Gummibändern und dem Gymnastikball durchführen. Die Kräftigung der Brustkorbmuskulatur erleichtert zum Beispiel die Atmung.

Die 3 B-Regel: Bechtis brauchen Bewegung

Tägliche Bewegung ist das A und O bei Morbus Bechterew. Natürlich braucht man dafür Behandlungen wie den Heilstollen, Physikalische Therapien oder Medikamente, damit dies halbwegs schmerzfrei möglich ist. Warum Nordic Walking empfohlen wird und welche Sportarten sich sonst noch gut eignen, wenn man an Morbus Bechterew leidet:

Leben mit Morbus Bechterew

Tägliche Übungen

Einer der wichtigsten Schwerpunkte bei der Behandlung von Morbus Bechterew ist die Beweglichkeit zu erhalten. Durch tägliche Übungen sollen die Haltung und die Bewegungsfähigkeit erhalten und die Kondition verbessert werden.

Während eines Kuraufenthalts haben Sie die Möglichkeit, spezifische Übungen zu erlernen, die Sie anschließend zu Hause weiter ausführen können.

Weil dieses Thema so wichtig ist, fangen Sie am besten gleich an: 10 Übungen bei Morbus Bechterew

Eine besonders wirksame Übung ist die Lagerungstherapie auf Holzrollen, die Wirbelsäule und Brustkorb dehnt. Sie zeigt sehr gute Erfolge hinsichtlich der aufrechten Haltung, die bei Morbus Bechterew besonders beeinträchtig ist. Liegt eine Rolle unter der Brustwirbelsäule und eine zwischen Kreuzbein und Steißbein, verspüren Morbus Bechterew-Patienten ein angenehmes Dehnungsgefühl. Dokumentiert sind Vorher-Nachher-Effekte bis zu einer um 5 cm verbesserten Aufrichtung. Wer die Lagerungstherapie einige Male unter Aufsicht durchgeführt hat, kann zu Hause selbstständig weitertrainieren.

Das ist natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten – auch wenn Sie bereits in Behandlung sind, gibt es verschiedene ergänzende Therapien, die einen optimalen Umgang mit der Krankheit ermöglichen. Wir stehen Ihnen gerne mit unserer Beratung zur Seite!

Physikalische Therapie

Neben klassischer Krankengymnastik haben alternative Therapien einen hohen Stellenwert bei der Behandlung des Morbus Bechterew.

5 alternative Therapien, die bei Morbus Bechterew empfohlen werden:

  • Progressive Muskelentspannung
  • Akupunkt-Massage
  • Magnetfeldtherapie
  • Osteopathie
  • Fußreflexzonenmassage

Welche Therapien sie im Heilstollen ausprobieren können, haben wir zusammengestellt: Zusätzliche aktive und passive Therapien im Gasteiner Heilstollen

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