Neurodermitits

„Ich bin nun seit 6 Jahren fast gänzlich beschwerdefrei“

Neurodermitis braucht Geduld, konsequente Hautpflege und eine Therapie, die zum Menschen passt. Der Gasteiner Heilstollen bietet mit dem Heilklima aus Radon, Wärme, hoher Luftfeuchtigkeit und allergenarmer Stollenluft einen besonderen kurmedizinischen Ansatz. Für Betroffene kann diese Kombination spürbare Entlastung bringen – wie eine Patientin berichtet.

Neurodermitis, medizinisch auch atopische Dermatitis genannt, ist mehr als nur trockene Haut. Sie ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die in Schüben verläuft, starken Juckreiz verursachen kann und viele Lebensbereiche berührt: Schlaf, Konzentration, Wohlbefinden, Beruf, Schule und soziale Situationen. Für Betroffene bedeutet das oft: cremen, kühlen, Auslöser meiden, Entzündungen behandeln – und lernen, mit einer Haut zu leben, die empfindlich auf innere und äußere Reize reagiert. Behandlungsleitlinien empfehlen deshalb ein individuelles Behandlungskonzept, das Alter, Schweregrad, psychosoziale Situation, Triggerfaktoren und die betroffenen Hautareale berücksichtigt. 

Neurodermitis im Überblick

  • Krankheitsgruppe: chronisch-entzündliche Hauterkrankung
  • Weitere Bezeichnungen: atopische Dermatitis, atopisches Ekzem
  • Ursache: gestörte Hautbarriere und fehlgeleitete Immunreaktion; häufig begünstigt durch genetische Faktoren, Umweltbedingungen, Allergene, Stress oder reizende Stoffe
  • Typische Beschwerden: sehr trockene Haut, Rötungen, Ekzeme, starker Juckreiz, Kratzspuren, nässende oder verkrustete Hautstellen, Schlafstörungen und seelische Belastung
  • Häufig betroffene Hautareale: Armbeugen, Kniekehlen, Hände, Hals, Gesicht, Kopfhaut, Nacken und je nach Alter weitere Körperregionen
  • Verlauf: meist chronisch-schubweise, individuell sehr unterschiedlich; beschwerdearme Phasen und akute Entzündungsschübe wechseln sich ab
  • Therapie: konsequente Basispflege, Rückfettung und Feuchtigkeitsversorgung der Haut, Vermeidung individueller Trigger, entzündungshemmende Salben oder Cremes, bei schwereren Verläufen moderne Systemtherapien, Lichttherapie, Schulung, Stressreduktion und ergänzende physikalische Maßnahmen
  • Heilstollen-Therapie: ergänzende natürliche Radonwärmetherapie mit Radon, Wärme, hoher Luftfeuchtigkeit und allergenarmer Stollenluft; mögliche hautberuhigende, entzündungsmodulierende, juckreizlindernde und entspannende Effekte im Rahmen eines individuellen Behandlungskonzepts
     

Wie der Heilstollen bei Neurodermitis helfen kann

Neurodermitis entsteht nicht durch einen einzigen Auslöser. Eine gestörte Hautbarriere, immunologische Prozesse, Allergien, Infektionen, Stress, Klima, Kleidung, Pflegeprodukte und individuelle Lebensumstände können zusammenspielen. Genau deshalb suchen viele Betroffene ergänzende Wege, um die Haut zu stabilisieren und Schübe seltener oder milder zu erleben. Der Gasteiner Heilstollen kann dabei ein wichtiger kurmedizinischer Baustein sein – besonders dann, wenn klassische Maßnahmen allein nicht ausreichend entlasten oder wenn Betroffene nach einer Alternative zu Cortison & Co. suchen.

Dabei steht bei Neurodermitis vor allem das Zusammenspiel aus feuchter Wärme, allergenarmer Stollenluft und niedrig dosierter Radonaufnahme im Mittelpunkt. Die feuchtwarme Atmosphäre kann für Betroffene als entlastend empfunden werden, weil trockene, reizende Umgebungsluft entfällt. Gleichzeitig bringt der Aufenthalt im Stollen den Körper in eine milde Überwärmung – eine Art kontrollierten Wärmereiz, der Kreislauf, Durchblutung und vegetative Regulation anspricht.

Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas. In der Heilstollentherapie wird es in niedriger Dosis und zeitlich begrenzt angewendet. Es führt zu einer Modulation immunologischer und entzündlicher Prozesse, unter anderem über die Beeinflussung entzündungsrelevanter Botenstoffe. Das kann zum Abklingen der Neurodermitis bedingten Symptome führen. Wichtig ist jedoch: Eine Heilung über Nacht ist nicht Ziel der Kur, sondern vielmehr eine mögliche Entlastung von Juckreiz, Entzündung, Hautstress und Begleitbelastungen.

Erfahrungsbericht einer Patientin mit Neurodermitis

Karin, 61 Jahre, Diagnose: Neurodermitis litt fast ihr Leben lang unter ihrer Hauterkrankung. Nun ist sie seit 6 Jahren fast beschwerdefrei – dank regelmäßiger Heilstolleneinfahrten. Hier erzählt sie ihre Geschichte:

„Seit Kindheit an hatte ich Neurodermitis. Ich hatte Hautekzeme von Kopf bis Fuß, immer an unterschiedlichen Stellen, juckende, brennende, geschwollene und nässende Hautstellen. Sehr jung, also ca. mit 12 Jahren fing ich dann mit Cortison Cremen an. Seither habe ich diese immer verwendet. Das hilft schon, aber die Crux ist, man muss es immer schmieren, immer mehr und die Dosis steigern. Bei langfristiger Anwendung von Cortison Salben kann es zu einer Abhängigkeit kommen, die sich in einem Gewöhnungseffekt der Haut äußert. Daher muss man es immer wieder absetzen für eine Zeit, aber wenn man aufhört, wird’s umso schlimmer. Das ging bis ins Erwachsenenalter so.

Als Erwachsene habe ich gefühlt alles ausprobiert. Jod-Schwefelbäder, Solebäder mit Bestrahlung, aber das ging ins Gegenteil bei mir. Meine Haut hat über die Jahre eine Sonnenempfindlichkeit entwickelt und da halfen mir keine UV-Bestrahlungstherapien.  Ich denke, das hilft bei Schuppenflechte mehr. Schuppenflechte und Neurodermitis sind aber nicht das gleiche, das wird oft in einen Topf geworfen. Ab Mitte 40 wurde es dann generell etwas besser, die Schübe wurden weniger, auch durch den Wechsel. Aber vom Cortison bin ich nie weggekommen.

Der Auslöser für den Heilstollen war dann ein dyshidrotischen Hautekzem, da bildeten sich juckende Bläschen an meiner Hand. Das war so schlimm, das ging durch Cortison Tabletten und -salben nicht weg. Durch Zufall habe ich vom Heilstollen erfahren und habe meinen damaligen Hautarzt damit konfrontiert.  Er hat mir abgeraten, es sei nur für Rheuma hat er gesagt. Er wollte mir Biologika verschreiben. Da habe ich gottseidank nicht auf ihn gehört, ich dachte mir das probiere ich, egal was er sagt.

2019 habe ich um eine Kur angesucht, diese aber für Neurodermitis nicht bewilligt bekommen. So habe ich direkt den Heilstollen kontaktiert und konnte zufällig an einer Neurodermitis Studie teilnehmen. Das war mein Glück. Ich kam vorher zu einer Probeeinfahrt, da hatte ich viele offene Hautstellen, durch die Einfahrt wurde das dann nochmal mehr. Das würde ich so nicht mehr machen. Die Haut muss jedenfalls abgeheilt sein.

Ein paar Wochen darauf, kam ich gut geschmiert (durch Cortison), das heißt die Haut war abgeheilt zur Studie nach Gastein. Als Teilnehmerin durfte ich 8 x einfahren. Während der Einfahrten merkte ich noch nichts, da ich weiterhin meine Cortison Salbe verwendete. Es tat mir nur gut und ich konnte mich gut entspannen. Aber nach ca. einem Monat spürte ich eine Veränderung und ich konnte das Cortison nach und nach absetzen und seither ist es nie mehr so stark gekommen.

Ich nutze die Salbe nur noch sehr vereinzelt, oft läuft sie mir ab. Ich mache nun 2x im Jahr Frühling und Herbst hier in Gastein Urlaub und fahre jeweils 4 x ein. So komme ich super durchs Jahr. Ich bin nun seit 6 Jahren fast gänzlich beschwerdefrei, meine Lebensqualität hat sich um so vieles verbessert. Ich kann wieder in die Sonne und Schwimmen gehen, in die Sauna und Sport machen. Das war alles vorher nicht mehr möglich. 

Ich rate jeden mit Neurodermitis den Heilstollen auszuprobieren.“

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