Rollenuebung Lagerungsrollen Gasteiner Heilstollen

hilft Morbus Bechterew-Patienten

Rollenlagerung

Bei Morbus Bechterew stehen neben Maßnahmen zur Schmerzstillung durch Medikamente oder Kuren wie im Gasteiner Heilstollen auch eine systematische Krankengymnastik im Vordergrund der Behandlung. Dabei hat sich vor allem die sogenannte Lagerungstherapie auf Holzrollen bewährt, um kleinste Gelenke beweglich zu halten.

Am Anfang jeder Behandlung des Morbus Bechterews sollte die Schmerzlinderung stehen. Dies verbessert nicht nur die Lebensqualität der Patienten, sondern macht krankengymnastische Maßnahmen, welche der Wirbelsäulenversteifung entgegenwirken, oft überhaupt erst wieder möglich. Auch entzündungshemmende Maßnahmen sind wichtig, da chronische Entzündungen nach und nach das Skelett Betroffener verformen: Im Lendenwirbelbereich flacht sie ab, im Brustwirbelbereich bildet sich ein Buckel. Zudem geht die Erkrankung mit entzündlichen Veränderungen in den großen Gelenken, Sehnen, Augen und Herzmuskel einher. Neben schulmedizinischen Medikamenten helfen Kuren mit Radon und Wärme. Sie haben Erfolgsquoten zwischen 80 und 90 Prozent und sind nebenwirkungsarm.  Patienten berichten über eine Verbesserung bei Schmerzen, Beweglichkeit und Medikamenteneinnahme. Die Erfolge der Kur beruhen auf den Wirkfaktoren Überwärmung, hoher Luftfeuchtigkeit und Aufnahme von Radon über Haut und Lunge. Bei Temperaturen über 37,5 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit über 70 Prozent kommt es zu einem Anstieg der Körperkerntemperatur. Diese sogenannte milde Hyperthermie führt zu einer Muskelentspannung und wirkt immunstabilisierend. Radon wiederum setzt milde Alphastrahlen im Körper frei, die Aktivität von Entzündungszellen sowie Schmerzbotenstoffen deutlich verringert. Mehr über die Gasteiner Heilstollen-Therapie

Nach der Schmerzlinderung: bewegungserhaltende Therapien wichtig

Viele Patienten mit Morbus Bechterew, die regelmäßig eine solche Kur durchführen, können leichter bewegungserhaltende Übungen durchführen. So zeigt vor allem die Lagerungstherapie auf Holzrollen, die Wirbelsäule und Brustkorb dehnt, sehr gute Erfolge hinsichtlich der aufrechten Haltung bei Morbus Bechterew. Liegt eine Rolle unter der Brustwirbelsäule und eine zwischen Kreuzbein und Steißbein, verspüren Morbus Bechterew-Patienten ein angenehmes Dehnungsgefühl. Diese Lagerung tut nicht weh, vielmehr darf sie gar nicht wehtun, sonst ist irgendetwas nicht richtig. Dokumentiert sind Vorher-Nachher-Effekte bis zu einer um 5 cm verbesserten Aufrichtung. Wer die Lagerungstherapie sechs bis acht Mal unter Aufsicht durchgeführt hat, kann sie in der Regel auch selbstständig zu Hause durchführen.

Die Vorteile der Lagerungstherapie auf Rollen

  1. Entlastung der Wirbelsäule: Die Lagerung auf speziell geformten Rollen ermöglicht eine optimale Entlastung der Wirbelsäule und der betroffenen Gelenke. Dies reduziert Schmerzen und fördert die Beweglichkeit.
  2. Verbesserung der Haltung: Durch regelmäßige Anwendung der Therapie können Haltungsprobleme verbessert und einer weiteren Versteifung entgegengewirkt werden.
  3. Förderung der Durchblutung: Die richtige Positionierung auf den Rollen kann die Durchblutung verbessern und so die Versorgung der betroffenen Bereiche mit Nährstoffen und Sauerstoff fördern.
  4. Tief durchatmen: Mit der Lagerungstherapie auf Holzrollen lässt sich auch die Atem-Entfaltbarkeit des Brustkorbes verbessern.

Unter geschulter, therapeutischer Aufsicht erlernen Patienten die richtige, schmerzfreie Positionierung von zwei Rollen, die entweder aus Stoff, Schaumstoff oder Holz bestehen. Dies wird dann regelmäßig zu Hause – im Idealfall täglich 20 Minuten – selbstständig durchgeführt. Die Lagerungstherapie auf Rollen ist neben der Behandlung von Morbus Bechterew auch bei Fehlstellung der Wirbelsäule geeignet.

Wichtig! Diese Lagerungstherapie ist nicht bei allen Formen und Schweregraden des Morbus Bechterew bzw. jeder Form von Wirbelsäulenerkrankung sinnvoll. Insbesondere bei schweren Verkrümmungen und bei akuter Spondylodiscitis, also einer infektiösen Entzündung im Rücken, ist die Therapie nicht geeignet. Gute Erfolge werden neben Morbus Bechterew auch bei anderen Erkrankungen wie allgemeine Wirbelsäulensyndrome ohne Bandscheibenvorfall oder Fibromyalgie erzielt. Nicht eingesetzt werden darf sie bei schwerer Osteoporose, nach Wirbelkörperbrüchen und bei frischen Bandscheibenvorfällen.


Ziel der Lagerungstherapie

Das Ziel der Lagerungstherapie auf Holzrollen ist die Aufrichtung der Wirbelsäule, die Dehnung des Brustkorbes sowie der Brust- und Hüftbeugemuskulatur. Richtig und vor allem täglich angewandt, wirkt die Lagerung hervorragend gegen die drohende Vorwärtsneigung und die Brustkorbstarre bei Morbus Bechterew und zusätzlich auch gegen die drohende Verkürzung bestimmter Muskelgruppen. Die Lagerungstherapie auf Holzrollen ist eine sanfte Therapie. Sie darf niemals Schmerzen verursachen und es dürfen keine Druckstellen sein oder entstehen.

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