Der Sanitäter erkundigt sich im Heilstollen nach dem Wohlbefinden der Patientin

Für Katy hat der Heilstollen einen Dreifachnutzen

Erfahrungsbericht

Eine Krankheit kommt selten allein. So war es zumindest bei Katy. Die heute 48-Jährige litt schon mit 10 Jahren an einer Hauterkrankung. Vor 17 Jahren gesellten sich Gelenkentzündungen hinzu. Es stecke eine rheumatische Erkrankung dahinter, genauer gesagt Psoriasis-Arthritis. Dann kamen Asthma bronchiale hinzu und auch eine Fibromyalgie stand lange im Raum. Drei Erkrankungen, jede für sich betrachtet mit starken Auswirkungen auf die Lebensqualität und den Alltag. Aber Katy ist optimistisch, zupackend und nimmt ihre Gesundheit selbst in die Hand. Heute ist es die Kombination aus Rheumamedikamenten, jährlichen Kuraufenthalten im Gasteiner Heilstollen und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die ihr ein fast normales Leben ermöglicht. Wie haben mit ihr ein Interview geführt.

Was Psoriasis-Arthritis, Asthma bronchiale und Fibromyalgie sind

Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Typische Symptome sind Atemnot, Husten, Atemgeräusche und ein Engegefühl in der Brust. Beschwerden treten meist anfallsartig auf und werden durch verschiedene Auslöser wie Allergene, Kälte, Rauch oder Stress verstärkt. Bei Asthma bronchiale kommt es zu einer Verengung der Atemwege durch Schleimhautschwellung, vermehrte Schleimproduktion und Verkrampfung der Bronchialmuskulatur.

Psoriasis-Arthritis hingegen betrifft die Haut und Gelenke. Sie führt zu schmerzhaften Entzündungen in den Gelenken und kann zudem Sehnen und Bänder betreffen. Typische Symptome sind Gelenkschmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit, insbesondere in den Fingern, Zehen und an den Wirbelsäulengelenken. Die Behandlung umfasst oft entzündungshemmende Medikamente, sogenannte DMARDs (Disease-Modifying Anti-Rheumatic Drugs) und bei schweren Verläufen auch Biologika, die das Immunsystem gezielt regulieren.

Die chronische Schmerzerkrankung Fibromyalgie zeichnet sich durch Muskel- und Gelenkschmerzen sowie durch eine erhöhte Druckempfindlichkeit in bestimmten Körperbereichen aus. Begleitsymptome sind oft starke Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und depressive Verstimmungen. Die genaue Ursache der Fibromyalgie ist nicht bekannt, aber man geht davon aus, dass eine Störung in der Schmerzverarbeitung des zentralen Nervensystems eine Rolle spielt.

Erfahrungsbericht einer Betroffenen

Katy fährt seit 15 Jahren jedes Jahr in den Gasteiner Heilstollen ein. Sie selbst sagt, das hält ihre Psoriasis-Arthritis in Schach und seit einigen Jahren ist ihr Asthma vollständig verschwunden. Seit Kurzem fährt auch ihr Mann mit ihr regelmäßig in den Heilstollen. Wir haben mit ihr gesprochen:


Liebe Katy, bis man eine Diagnose für rheumatische Beschwerden hat, dauert es meist viele Jahre. Wann begannen die Beschwerden bei Ihnen und wie lange hat es bis zur Diagnosestellung gedauert?

“Das stimmt. Ich habe lange nicht gewusst, dass es Rheuma ist, was ich habe. Rückblickend betrachtet, gingen die Beschwerden schon sehr früh los. So habe ich früh im Berufsleben sehr lange an einer Sehnenscheidenentzündung gelitten, die einfach nicht heilen wollte. Als Kind hatte ich Schuppenflechte, was rückblickend sowas wie der Anfang meiner Krankengeschichte war. Der Psoriasis-Arthritis bin ich 2007 auf die Schliche gekommen. Da hatte ich ein dickes, geschwollenes Zehengrundgelenk, konnte nicht mehr richtig laufen und vermutete Gicht. Aber eine Ärztin meinte schließlich, ich sei dafür viel zu jung. Sie schickte mich zum Rheumatologen und der diagnostizierte schließlich die Psoriasis-Arthritis.”

Aber das blieb nicht ihre einzige Erkrankung.

“Nein. Ich bekam aufgrund der Diagnose Psoriasis-Arthritis u. a. die Medikamente MTX und Kortison. Aber meine Symptome wurden einfach nicht besser. Ich ging trotzdem arbeiten. Da meine Blutwerte gut waren, konnte und wollte mir mein damaliger Rheumatologe nicht weiterhelfen. 2009 ging es mir so schlecht, dass mich mein Hausarzt in eine Rheumaklinik einwies. Nach dem Krankenhausaufenthalt und einer dreiwöchigen Anschlussheilbehandlung empfahl mir die Rheumaklinik einen anderen Rheumatologen aufzusuchen. Dieser stellte mich dann auf ein Biologika ein. Aufgrund des Biologikas wurde mein Immunsystem so stark unterdrückt, dass sich nach der zweiten Gabe eine sehr schwere Bronchitis einstellte, welche kaum noch behandelbar schien. Sofort wurde ich an einen Lungenfacharzt überwiesen, welcher nach umfangreicher Diagnostik dann Asthma bronchiale feststellte. Wegen dieser massiven Nebenwirkung musste der Rheumatologe ein neues Biologika verordnen. Doch leider zeigte sich auch hier nach einiger Zeit keine ausreichende Wirkung mehr. Er meinte, meine Blutwerte seien top, ich hätte „nichts“, mein Rheuma sei gut eingestellt. Daher stellte er plötzlich die Diagnose Fibromyalgie in den Raum und ordnete eine Schmerztherapie an. Eine Psoriasis Arthritis ist eine sero-negative rheumatische Erkrankung, d. h. die Blutwerte können einwandfrei und trotzdem gibt es Entzündungen der Gelenke/Sehnen/Wirbelsäule, etc.”

Aber Ihnen ging es nicht gut!

„Nein, ich hatte starke Schmerzen, mich plagte immer ein latentes Krankheitsgefühl, ich war müde und abgeschlagen. Hüfte und einige Gelenke waren entzündet, ich hatte starke Rückenschmerzen, Morgensteifigkeit, Gelenkergüsse und Sehnenschmerzen. Ich hatte offensichtlich was, auch wenn die Blutwerte gut waren. Mir ging es nicht gut und ich bin ja nicht aus Spaß zum Arzt gegangen. Aber ich habe mich zusammengerissen und mir immer gesagt, dass meine Krankheit nicht mein Leben bestimmt. Schließlich habe ich den Rheumatologen zum dritten Mal gewechselt und hatte Glück. Ihn interessierten die Blutwerte nicht, er hat sich alles genau angeschaut, mich mit einbezogen und die Therapie umgestellt. Seither geht es mir besser. Aber was an Gelenken kaputt ist, lässt sich nicht mehr heilen.“

Und Sie haben angefangen in den Gasteiner Heilstollen einzufahren.

„Genau, vor 15 Jahren war ich das erste Mal auf Kur, seither komme ich jedes Jahr. Immerhin sind alle drei Erkrankungen Psoriasis-Arthritis, Asthma bronchiale und Fibromyalgie Indikationen für eine Heilstollentherapie. Mein Asthma ist seit Jahren in Vollremission, d. h. nicht mehr nachweisbar. Nicht mal mehr ein Notfall-Spray brauche ich noch. Meine Ergebnisse der Lungenfunktion sind hervorragend." Mehr über die Gasteiner Heilstollen-Therapie

Wie war es für Sie das erste Mal in den Heilstollen einzufahren?

„Ich hatte einen Freund, der mich beim ersten Mal sozusagen an die Hand genommen hat. Das hat mir sehr geholfen, denn der Heilstollen war bei der ersten Einfahrt schon etwas befremdlich und ich bin ja im Vergleich zu den anderen Patienten sehr jung. Aber das Ambiente und der Ablauf im Heilstollen sind super und wirklich einmalig.“

Wie machen Sie das mit den Kosten? Zahlt ihre Krankenkasse?

„Die ersten Jahre habe ich vieles von der Krankenkasse bezahlt bekommen, heute ist das schwieriger. Es ist mit viel Mühe und Aufwand verbunden, den Stollen und die Anwendungen erstattet zu bekommen. Im Prinzip zahlt die Kasse nur noch alle drei Jahre. Also bezahle ich es selbst, weil es mir einfach guttut. Mittlerweile fährt mein Mann, der unter Allergien leidet, auch mit ein und wir verbringen in Gastein sozusagen unseren Jahresurlaub.“

Das heißt, Ihnen geht es heute gut?

„Zu großen Teilen ja! In der Kombination aus Biologika, Heilstollentherapie und Nahrungsergänzungsmitteln geht es mir den Umständen entsprechend gut. Und auch wenn ich die Kur selbst zahle, will ich das Risiko nicht eingehen, damit auszusetzen. Mein Rheuma war so schwer einstellbar, dass ich sehr froh bin, dass es mir soweit gut geht.“

Haben Sie noch einen Tipp für andere Betroffene?

„Zuerst muss ich sagen, dass ich es furchtbar finde, dass Menschen, die es sich nicht leisten können, nicht regelmäßig in den Stollen einfahren können. Ich kann nur raten, sich dahinterzuklemmen und die erste Kur wird ja meist auch bezahlt. Für alle anderen: Das Geld ist es wert! Mein Mann und ich sagen uns, dann ist das eben unser Urlaub und das Gasteinertal ist ja auch sehr schön. Alle, die ich kennengelernt habe, haben von der Kur im Heilstollen profitiert. Man sollte es einfach mal versuchen!“

Vielen lieben Dank für das offene Gespräch. 


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