Therapie bei Fibromyalgie
Fragen und Fakten
- Krankheitsgruppe: Chronische Schmerzsyndrome
- Betroffene: überwiegend Frauen, beginnt um das 35. Lebensjahr, manchmal auch in der Jugend, ein Krankheitsbeginn nach dem 60. Lebensjahr ist selten
- Häufigkeit: 500.000 diagnostizierte Fälle, hohe Dunkelziffer (ca. 4 Millionen)
- Heilungschancen: Gering
- Lebenserwartung: Wie gesunde Menschen
- Medikamentöse Therapie bei Fibromyalgie: Schmerz modifizierende Medikamente wie Amitriptylin, Duloxetin, Milnacipran und Pregabalin, evtl. Beruhigungs- und Schlafmittel, Antidepressiva,
- Alternative Therapie bei Fibromyalgie: Radontherapie (Heilstollen-Therapie), gesamtes Spektrum der Naturheilkunde
- Wichtigste Regel: Stressabbau, körperliche Aktivität, zum Manager seiner Gesundheit werden

Die Symptome der Fibromyalgie
Leitsymptom der Fibromyalgie ist der Schmerz. Genauer gesagt ständige, heftige Schmerzen in Muskeln, Sehnen, Gelenken, Armen oder Beinen. Fibromyalgie heißt übersetzt dementsprechend Faser-Muskel-Schmerz. Oft kommen Schlafstörungen, vermehrte körperliche Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen aber auch erhöhte Reizempfindlichkeit oder Niedergeschlagenheit und Antriebsmangel hinzu. Darüber hinaus zeigt sich die Erkrankung in verschiedensten Symptomen unterschiedlichster Ausprägung, die vorübergehend oder dauerhaft sein können und nicht immer mit der Fibromyalgie in Zusammenhang gebracht werden.
Die häufigsten Symptome im Überblick:
- Schmerzen in Muskeln, Sehen oder Gelenken
- Schlafstörungen
- Müdigkeit & Erschöpfung
- Konzentrationsstörungen
- Niedergeschlagenheit & Antriebsmangel
- Reizempfindlichkeit
Symptome, die im Zusammenhang mit der Fibromyalgie auftreten können:
- Magen-Darm-Probleme
- Vermehrtes Schwitzen oder Frieren
- Überempfindlichkeit für Gerüche, Lärm oder Licht
- Depressive Verstimmungen
- Innere Unruhe
- Angstzustände
- Kopfschmerzen
- Vermehrtes Zittern
- „Nebel im Kopf“ (Fibro Fog) mit Vergesslichkeit, Sprachstörungen, Konzentrationsstörungen und einem dumpfen Gefühl im Kopf
Ist Fibromyalgie Kopfsache?

Was hinter der Fibromyalgie steckt, ist bisher unklar. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass bei Fibromyalgie-Patienten die Schmerzverarbeitung anders abläuft als bei Gesunden. Zudem scheint Stress ein wichtiger Faktor in der Krankheitsentstehung zu sein.
Keinesfalls sind die Schmerzen und Begleitsymptome der Fibromyalgie Einbildung, auch wenn dies manchmal immer noch den Patienten suggeriert wird. Das Problem: Die Krankheit lässt sich nicht durch Labor- oder Röntgenuntersuchungen nachweisen. Daher dauert es oft Jahre, bis sie diagnostiziert wird. Von einigen Ärzten wird sie auch heute noch als „Einbildung“ abgetan. Studien zeigen, dass jeder Zweite zusätzlich unter einer Depression leidet. Beide Krankheiten treten manchmal unabhängig voneinander auf. Oft genug bedingen und verschlimmern sie sich aber gegenseitig.
Chronische Schmerzen beeinflussen erheblich die Lebensqualität. Depressive Verstimmungen wiederum wirken sich oft nachteilig auf die ohnehin gestörte Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung aus. Die schlimmen Auswirkungen der Fibromyalgie-Schmerzen wiederum verstärken negative Gedanken und Überzeugungen und führen nicht selten dazu, dass soziale Kontakte und Aktivitäten eingeschränkt werden. Dies unterhält jedoch wiederum die Depression.
Die schlechte Nachricht: Aussicht auf Heilung bei Fibromyalgie besteht derzeit nicht. Die Gute: Die Symptome lassen sich lindern und Betroffene können lernen mit der Krankheit umzugehen und eine gute Lebensqualität erreichen.
Therapie bei Fibromyalgie

Wichtigstes Ziel der Therapie bei Fibromyalgie ist daher, Symptome allen voran die Schmerzen zu lindern. Dies ist zudem ein erster wichtiger Schritt, um aus dem Teufelskreis Schmerz – Depression zu entkommen. Die Therapie des Fibromyalgie-Syndroms ist jedoch eine Herausforderung. Die Einnahme von klassischen Schmerzmitteln hilft nur bei 30 bis 40 Prozent der Patienten, bei vielen nicht auf Dauer. Es gibt zwar heute eine Vielzahl an Medikamenten, einen Königsweg bei der Behandlung aber noch nicht. Patienten sollten je nach auftretenden Symptomen mit dem behandelnden Arzt abklären, welche Medikamente unter Umständen Wirkung zeigen können.
Die therapeutische Wirkung einer Fibromyalgie-Kur
Den Erfahrungen der Ärzte des Gasteiner Heilstollens nach, hat sich in der Vergangenheit eine multimodale Therapie bei Fibromyalgie bewährt. Im Rahmen einer Kur im Gasteiner Heilstollen kann am besten eine individuelle Behandlungsstrategie entwickelt werden. Denn aufgrund der verschiedenen Symptome ist bei der Fibromyalgie immer ein individuelles Therapiekonzept wichtig.
Während eines Kuraufenthaltes lernen Betroffene zum Beispiel bei speziellen Patientenschulungen, wie sie im Alltag mit der Krankheit umgehen können. Sie können die Wirkungen verschiedener Therapien testen und daraus einen Plan für zu Hause entwickeln. Entspannungsübungen, Physiotherapie, Massagen, Wärmebehandlungen und die richtige körperliche Aktivität erzielen beispielswiese oft gute Erfolge.
In Gastein profitieren Fibromyalgie-Patienten darüber hinaus vom Radonthermalstollen und den therapeutischen Wirkfaktoren Radon, Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit sowie von der alpinen Höhenlage.
Gerade von Patienten mit Fibromyalgie-Symptomen werden Einfahrten in den Heilstollen als ausgesprochen muskelentspannend und schmerzlindernd beschrieben. Studien zufolge erzielt die Radonwärmetherapie bei 71 Prozent der Fibromyalgie-Patienten eine signifikante Schmerzlinderung, die über viele Monate anhält. Erfahrungen zeigen, dass die Radonwärmetherapie sich darüber hinaus äußerst positiv auf Medikamentenbedarf und das Erschöpfungsgefühl auswirkt. Viele Betroffene brauchen nach einer zweiwöchigen Kur sogar überhaupt keine Tabletten mehr und fühlen sich merklich fitter.
Stressmanagement und körperliche Aktivität helfen
Die richtige körperliche Aktivität spielt eine große Rolle bei der Krankheitsbewältigung. Von Ausdauertraining wie Walking, Schwimmen, Fahrradfahren sowie Tai-Chi, Yoga und Qigong profitieren die meisten Betroffenen. Wir haben Experten für Fibromyalgie direkt im Haus.
Fibromyalgie-Patienten haben oft viel Stress und müssen lernen, damit umzugehen. Dies ist ein wichtiger Faktor, um mit der Erkrankung besser umgehen zu können. Dazu gehört zum Beispiel, zu erkennen, was einen stresst, wie man mit Wut und Ärger umgeht und wie man lernt, anderen und insbesondere sich selbst Fehler zuzugestehen. Fibromyalgie-Patienten sind oft perfektionistisch, müssen aber lernen, dass die eigenen Ansprüche mit einer solchen Krankheit nicht mehr konform gehen. Wer das schafft, der kann im Alltag besser mit Fibromyalgie umgehen.
In Einzelgesprächen, speziellen Schulungen und Gesprächsrunden können Patienten hier für sich selbst wichtige Erkenntnisse erhalten und von den Erfahrungen anderer lernen – ein wichtiger Schritt, um ein guter Manager seiner eigenen Gesundheit zu werden.

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