Frau liegt auf einer Liege im Gasteiner Heilstollen Innenbereich und entspannt

Schlafstörungen bei Fibromyalgie beheben

Selbsthilfe

Bei der chronischen Schmerzerkrankung Fibromyalgie spielen Schlafstörungen eine maßgebliche Rolle. Häufig erwachen Betroffene nicht erholt, sondern bereits erschöpft. Schmerzen und Schlafmangel treten dabei nicht isoliert auf, sie verflechten sich zunehmend – ein Teufelskreis entsteht. Was hilft? 

 

Wie bei vielen chronischen Schmerzerkrankungen besteht auch bei Fibromyalgie ein enger Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Schmerzempfinden. Schlechter Schlaf führt zu einer Zunahme der Schmerzen, während Schmerzen wiederum die Schlafqualität negativ beeinflussen. Beide Faktoren bedingen und verstärken sich gegenseitig, sodass ein Kreislauf entsteht, der schwer zu durchbrechen ist. Oft lässt sich kaum noch unterscheiden, ob die Schlafprobleme die Schmerzen verursachen oder umgekehrt. Je schlechter Schmerzpatienten schlafen, desto intensiver nehmen sie ihre Beschwerden wahr. Begleitende Symptome wie depressive Verstimmungen und Angstzustände verstärken sich ebenfalls.  

Die Schlafstörungen wiederum führen zu ausgeprägter Tagesmüdigkeit, die sich in Stimmungsschwankungen äußert und sowohl das familiäre als auch das berufliche Umfeld belastet. Das Leistungsvermögen wird dadurch erheblich beeinträchtigt. Fast jeder Fibromyalgie-Patient leidet unter Schlafstörungen. Neben chronischen Schmerzen zählt Fatigue, was so viel bedeutet wie „belastende Erschöpfung“, zu den häufigsten Symptomen der Fibromyalgie. Es handelt sich um eine anhaltende, überwältigende Erschöpfung, die durch die Schlafprobleme mitverursacht wird.

Der Zusammenhang von Schmerz und Schlaf

Fibromyalgie ist eine Erkrankung bei der Experten davon ausgehen, dass die Schmerzverarbeitung im Gehirn anders abläuft als bei Gesunden. So gibt es Anhaltspunkte, dass beispielsweise Stress in Schmerz umgewandelt wird. Auch mangelnde Schlafqualität hat einen Einfluss auf die Schmerzempfindlichkeit. Da im Gegenzug Qualität und Tiefe des Schlafs leiden, wenn Fibromyalgie-Patienten dauerhaft Schmerzen haben, bedingen sich Schmerz und Schlaf auf ungesunde Weise gegenseitig. Untersuchungen im Schlaflabor zeigen, dass Menschen mit Fibromyalgie seltener und weniger tief schlafen als gesunde Vergleichsgruppen. Tief- sowie REM-Schlaf sind entscheidend für Regeneration und für die natürliche Schmerzdämpfung im Körper. Insbesondere der Tiefschlaf ist wichtig für die Erholung und die Schmerzverarbeitung. Zum einen spielen bei diesem Prozess Botenstoffe eine Rolle, die sowohl die Schlafqualität als auch die Krankheitsaktivität beeinflussen. Zum anderen sind es die Schmerzen selbst, die vielen Menschen mit Fibromyalgie den Schlaf rauben. Dadurch geraten Betroffene nicht selten in einen belastenden Kreislauf: Die Krankheit führt zu Schlafstörungen und verhindert ausreichende nächtliche Erholung, was wiederum die Krankheitssymptome verstärkt und neue Beschwerden begünstigt. Wird der Tiefschlaf gestört, reagiert unser Nervensystem in der Folge stärker auf Schmerzreize. Während des Schlafs produziert der Körper nämlich wichtige Wachstumshormone und Immunglobuline, die unter anderem für die Regeneration des Gewebes und die Erholung des Organismus verantwortlich sind. Fehlt diese nächtliche Regeneration, gewinnt die Krankheit an Einfluss. So entsteht ein Teufelskreis: Schlafmangel verschärft Schmerzen, Schmerzen stören den Schlaf – und beides zusammen schwächt das Empfinden, die Stimmung, die Leistungsfähigkeit im Alltag und die Lebensqualität insgesamt.

Schmerzmittel: Überlegungen und Grenzen

Den Kreislauf zu durchbrechen und chronische Schmerzen mit Schmerzmitteln zu behandeln, erscheint daher zunächst sinnvoll. Doch im Fall der Fibromyalgie sind herkömmliche Medikamente oft nur begrenzt wirksam – denn die Schmerzverarbeitung basiert im Vergleich zu rheumatischen Erkrankungen nicht primär auf Entzündung, sondern auf einer gestörten zentralen Reizverarbeitung. Die Einnahme von Schmerzmitteln hilft daher nur bei 30 bis 40 Prozent der Patienten. Zudem können Schlafstörungen durch Medikamente verschärft werden: Opioide beispielsweise beeinträchtigen den Tief- und REM-Schlaf, Medikamente mit Koffein-haltigen Wirkstoffen können das Einschlafen erschweren und selbst „leichtere“ Medikamente wie ASS können über Nebenwirkungen wie Sodbrennen den Schlaf negativ beeinflussen. 

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Therapie ohne Medikamente an Relevanz – insbesondere, wenn sie zugleich Schlafqualität, Beweglichkeit und Regeneration fördert.

Therapie ohne Schmerzmittel

Eine Therapie ohne Medikamente kann bei Fibromyalgie sehr hilfreich sein. Vor allem, wenn sie Schmerzen lindert, sich positiv auf das Erschöpfungsgefühl und die Beweglichkeit auswirkt. Eine besonders vielversprechende Option sind Kuren im Gasteiner Heilstollen, wo Wärme- und Radonanwendungen zum Einsatz kommen. Untersuchungen zeigen, dass bei etwa 80 bis 90 Prozent der Betroffenen eine spürbare Verbesserung der Symptome erreicht wird – und das häufig mit nachhaltigem Erfolg. Gleichzeitig nimmt der Bedarf an Medikamenten meist deutlich ab, während sowohl Energielevel als auch Lebensqualität merklich steigen. Neben Schmerzlinderung und Medikamenteneinsparung erzielt die Kur auch positive Auswirkungen auf die Beweglichkeit und das Erschöpfungsgefühl. Die Radontherapie im Gasteiner Heilstollen kombiniert gezielte, medizinisch unterstützte Anpassungen des Lebensstils mit der Wirksamkeit eines natürlichen Heilmittels. Auf diese Weise eröffnet sich ein langfristiger Ansatz für mehr Wohlbefinden und Lebensfreude, der nicht allein auf Medikamente setzt – eine sinnvolle Strategie bei Fibromyalgie.

Mehr Informationen: Wirkung des Heilstollens bei Fibromyalgie

Tipps für besseren Schlaf

Die Krankheit Fibromyalgie lässt sich auch von der Seite des Schlafes her positiv beeinflussen. So kann ein verbesserter Schlaf ein wichtiger Baustein im Therapieplan sein. Folgende Tipps tragen dazu bei, das nächtliche Erholungspotenzial besser zu nutzen:

  • Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus: Der Körper profitiert von festen Zeiten zum Einschlafen und Aufwachen – auch am Wochenende.

  • Optimale Raumtemperatur: Eine Temperatur zwischen etwa 16 °C und 18 °C gilt als förderlich für erholsamen Schlaf.

  • Geeignete Bett- und Schlafumgebung: Ein ausreichend großes Bett (z. B. ca. 1,80 m × 2 m) mit zwei individuell abgestimmten Matratzen und Zudecken verbessert Komfort und Bewegungsfreiheit.

  • Reduktion von blauem Licht am Abend: Smartphones, Laptops und Tablets strahlen Lichtanteile aus, die der Mittagssonne ähneln und die Bildung des Schlafhormons Melatonin hemmen – Nachtmodus oder Abschalten sind ratsam.

  • Gezielter Mittagsschlaf: Eine kurze Ruhepause von maximal 30 Minuten und nicht nach 15 Uhr kann hilfreich sein; länger oder später reduziert den Schlafdruck am Abend und ist nicht empfohlen. 

  • Tagesaktive Bewegung bei moderater Belastung: Körperliche Aktivität unterstützt den Schlaf; intensive Belastung nach etwa 18 Uhr sollte jedoch vermieden werden.

  • Sanfte Nachtruhe-Strategie beim Erwachen: Beim nächtlichen Aufwachen möglichst kein helles Licht einschalten; eine Taschenlampe reicht aus und stört Partner oder Schlafrhythmus weniger.

  • Entspannungsrituale vor dem Schlaf: Warme Bäder, leichte Dehnübungen oder Entspannungsverfahren helfen, Muskulatur und Geist zu beruhigen – insbesondere sinnvoll bei Muskelverspannungen und Reizempfindlichkeit.

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