Ärztin tastetn manuell den Rücken/die Wirbelsäule der Patientin ab

Fibromyalgie und Rheuma treten oft gemeinsam auf

Was hilft:

Patienten mit rheumatischen Erkrankungen entwickeln im Verlaufe ihrer Krankheitsgeschichte, die u.a. durch Gelenkentzündungen und Schmerzen gekennzeichnet ist, mitunter auch chronische Schmerzen in verschiedenen Körperregionen einhergehend mit Müdigkeit und Erschöpfungszustände. Diese chronischen Schmerzen erfüllen dann oft die Kriterien eines Fibromyalgie-Syndroms.

Der schwierige Weg für Rheumatiker, Fibromyalgie zu erkennen

Studien zeigen, dass bis zu 40 Prozent der Rheumapatienten zusätzlich die Kriterien einer Fibromyalgie erfüllen. Da sich die Symptome oft überlagern, ist es schwer neben dem Rheuma auch die Fibromyalgie zu erkennen. Die Diagnose der Fibromyalgie erfolgt grundsätzlich anhand folgender Kriterien: Schmerzen oberhalb und unterhalb der Taille in mindestens drei Körperregionen, die über einen Zeitraum von mehr als drei bis sechs Monaten bestehen. Ergänzend werden von den Patienten in der Regel Symptome wie Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit beschrieben.

Früher wurden sogenannte Tender Points zur Diagnostik der Fibromyalgie herangezogen. Der Nachweis dieser Tender Points ist aber nicht mehr notwendig. Heute liegt der Fokus der Forschung auf der gestörten Schmerzverarbeitung, die im zentralen Nervensystem lokalisiert ist. Bei chronischen Schmerzen ist die Differenzierung entscheidend, aber auch schwierig: Handelt es sich um Schmerzen durch die rheumatische Entzündungsaktivität oder um solche, die auf eine gestörte zentrale Schmerzverarbeitung, also Fibromyalgie, zurückzuführen sind? Aber diese Unterscheidung ist für die Behandlung essenziell, da die therapeutische Ausrichtung bei Rheuma und Fibromyalgie unterschiedlich ist. Entzündungsbedingte Schmerzen werden z.B. mit Kortison und Basistherapeutika zur Reduktion der Entzündungsaktivität behandelt, während diese Medikamente bei Fibromyalgie-assoziierten Schmerzen nicht hilfreich und sogar kontraindiziert sind.

Die Diagnose einer Fibromyalgie ist oft schwierig, da es für Betroffene keine passende Anlaufstelle gibt. Rheumatologen konzentrieren sich meist auf entzündliche Erkrankungen, während Fibromyalgie weniger Beachtung findet.

Heilstollentherapie: Die Rolle des autonomen Nervensystems

Sowohl bei rheumatischen Erkrankungen, als auch bei Fibromyalgie erzielt die Kur im Gasteiner Heilstollen eine sehr gute Wirkung. Die Therapie findet im Inneren eines ehemaligen Bergwerkes statt und Patienten fahren zur therapeutischen Nutzung mit einem Stollenzug auf die Therapiestationen. Im Heilstollen wirkt eine Kombination aus leichter Überwärmung, hoher Luftfeuchtigkeit und der Aufnahme von Radon durch Lunge und Haut gesundheitsfördernd. Dass der Heilstollens sowohl bei Rheuma als auch bei Fibromyalgie sehr gut hilft, scheint an seiner Wirkung auf das autonome Nervensystem zu liegen. Chronische Erkrankungen, insbesondere entzündlich-rheumatische und schmerzbedingte wie Fibromyalgie, gehen häufig mit einer Fehlregulation des autonomen Nervensystems einher: einer Überfunktion des Sympathikus (für Stressregulation und Aktivität zuständig) und einer Unterfunktion des Parasympathikus (für Entspannung zuständig). Es gibt sogar Hinweise, dass bei Fibromyalgie Stress – was den Sympathikus anregt – direkt in Schmerz umgewandelt wird. Einfahrten in den Heilstollen scheinen regulierend auf das autonome Nervensystem zu wirken und „trainieren“ es gewissermaßen. Das autonome Nervensystem wiederum reguliert Entzündungen im Körper sowie Schmerzen.

Das kann man sich so vorstellen: 

Zu Beginn löst die Einfahrt in den Heilstollen zum Beispiel durch den Hitze-Stress eine sympathische Reaktion aus, während später die parasympathische Aktivierung in Form eine starke Müdigkeit einsetzt, was zur Entspannung führt. Diese wiederholte Stimulation durch mehrere Einfahrten trainiert das autonome Nervensystem, was sich positiv auf Rheuma und Fibromyalgie auswirkt. Je länger und regelmäßiger die Therapie erfolgt, desto stabiler verläuft die Erkrankung mit weniger Schüben und Infekten – ein Hinweis darauf, dass auch das Immunsystem positiv beeinflusst wird. Allerdings erfordert die Therapie zu Beginn häufige „Trainingsbesuche“.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Regulationsfähigkeit des autonomen Nervensystems ab, was teilweise die Zunahme chronischer Erkrankungen im Alter erklärt. Generell ist auch Wärme förderlich für Fibromyalgie-Patienten. Regelmäßige Saunabesuche (zwei- bis dreimal pro Woche) können gute Effekte haben. Im Heilstollen ist die Wirkung aber komplexer als in der Sauna, denn auch andere Faktoren wie Radon, negative Luftionen, Feuchtigkeit, Höhenlage und Hitze wirken regulierend auf den Organismus. Die verstärkte Schweißbildung während der Therapie ist Ausdruck vegetativer Reaktionen und trägt ebenfalls zur Entlastung bei.

Diese Wirkfaktoren führen im Rahmen einer Kur mit 8 bis 12 Heilstolleneinfahrten über 2 bis 3 Wochen bei vielen Fibromyalgiepatienten zu einer Reduktion ihrer Schmerzsymptomatik. Aus unserer klinischen Erfahrung möchten daher über 80% der Patienten, die zum ersten Mal eine Heilstollenkur durchgeführt haben, wieder kommen. Mehr über die Gasteiner Heilstollen-Therapie

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