Der Gasteiner Radhausberg
Gold und Gesundheit
Der Radhausberg birgt zwei Schätze: Gold und Gesundheit. Einst Zentrum des Tauerngoldabbaus, brachte er Salzburg Reichtum – heute ist er Heimat des Gasteiner Heilstollens. Wo Bergleute einst Erzgänge suchten, fanden sie Heilkräfte: Radon, Wärme und einzigartige Luft, die seit Jahrzehnten tausenden Patienten Linderung verschaffen.
Der Radhausberg

Den Patienten des Gasteiner Heilstollens ist er ein Begriff: der Radhausberg. Der im Süden des Gasteiner Tals gelegene, eindrucksvolle Berg ist nämlich das Zuhause des Gasteiner Heilstollens. Mit 2.613 Meter Höhe ist er einer der höchsten Berge in der Region. Wer im Naßfeld (Sportgastein) zum Bockhartsee wandert, hat vom oberen Ufer des Sees einen fantastischen Blick auf den Berg mit den zwei Schätzen Gold und Gesundheit.
Der Name des Radhausbergs geht auf ein „Radhaus“ aus dem 14. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit florierte in Gastein der Goldbergbau. Das dazu errichtete Radwerk diente zum Zerstampfen des Erzes. Später wurde es durch eine Aufzugsmaschine auf dem Radhausberg ersetzt. Diese Seilbahn wurde übrigens mit Wasserkraft betrieben und ermöglichte den Erztransport ins Tal. Die Talstation der Aufzugsmaschine befand sich oberhalb der heutigen Astenalm. Die Ruinen der Achslagertürme, die das große Rad mit einem Durchmesser von 15 Meter der Aufzugsmaschinen trugen, befinden sich auf der Hieronymushöhe – etwa 700 Meter oberhalb des Kurhauses des Gasteiner Heilstollens. Wer sie besichtigen will, muss zu Fuß vom Parkplatz des Gasteiner Heilstollens dem Peter-Sika-Weg folgen. Dieser Weg kreuzt übrigens auf etwa 1.900 Metern den Stollenverlauf des Gasteiner Heilstollens.
Tauerngold aus dem Radhausberg

Im 16. Jahrhundert war Gastein das „Goldgräberzentrum Europas“ und der markante Radhausberg war der bedeutendste Goldlieferant der Hohen Tauern. Im besten Jahr wurden 2800 Kilogramm Silber und 800 Kilogramm Gold in der Region gewonnen. Dieses legendäre Tauerngold bescherte den Erzbischöfen und der Stadt Salzburg viele Jahrzehnte lang einen immensen Reichtum.
In den folgenden Jahrhunderten kam der Bergbau jedoch zum Erliegen. Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde erneut versucht, den Goldbergbau im Gasteinertal zu reaktivieren. Auch der Radhausberg, war Ziel der Goldsuche. 1940 wurde mit einer neuen Stollenführung versucht, die alten Erzgänge zu unterfahren, um so wieder auf fündige Gangklüfte zu stoßen und an die Erfolge vergangener Zeiten anzuknüpfen.
Der zweite Schatz des Radhausberges: Gesundheit

Doch im Hinblick auf Gold war der Radhausberg diesmal eine Enttäuschung und zu den Gewinnern der Suche gehörten die einfachen Bergarbeiter. Sie gaben an, ihre rheumatischen Beschwerden, entzündlichen oder durch Verschleiß bedingten Gelenksprobleme, aber auch Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale und selbst Hauterkrankungen während der Arbeiten im Stollen verloren zu haben. Man fand einen anderen Schatz: Radonhaltigen Wasserdampf.
Grund genug für die Universität Innsbruck 1946 mit umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen zu beginnen. In einem Gutachten der Universität Innsbruck hieß es 1951: „Der Behandlung im Gasteiner Heilstollen ist ein Heilwert zuzusprechen, welcher bei einer beachtlichen Anzahl von Krankheiten den Wert der modernsten Behandlungsmethoden übertrifft.“
Seit 1952 fahren deshalb jährlich tausende Heilungssuchende in den Heilstollen zur Therapie ein.
Der Gasteiner Paselstollen – auf einen Blick
- Name: Gasteiner Heilstollen, Paselstollen
- Verlauf: Entlang eines 25 Millionen Jahre alten Erzgangs
- Stollenlänge: 2.540 m
- Seehöhe Stollenportal: 1.270m
- Radongehalt im Stollen: 44 kBq/m3
- Temperatur: 37,5-41,5°C
- Luftfeuchtigkeit: 70-100%










































































