lindern chronische Schmerzen
Radontherapie und Hyperthermie
Seit über hundert Jahren wird in Europa die Kur- und Balneotherapie mit schwacher radioaktiver Strahlung als anerkannte Therapie angewendet. Besonders bei, chronischen Schmerzen, schmerzhaften Entzündungen und Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates hat sich die Radontherapie bewährt. Im Gasteinertal gibt es 17 verschiedene Quellen von Radon sowie den therapeutisch wirksamen Gasteiner Thermalstollen, der die Radontherapie zusammen mit Hyperthermie anbietet. Unter Hyperthermie versteht man eine milde Überwärmung des Körpers, die bei tropischen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit entsteht. Der Erfolg jeder Rehabilitationsbehandlung hängt aber immer vom Behandlungskonzept ab. In den letzten Jahren hat sich viel in Richtung ganzheitlicher Ansätze verbessert, die darauf abzielen, die Selbstheilungskräfte zu stärken.

Heilstollentherapie wirkt bei chronischen Schmerzen
Seit 1952 wird im Gasteiner Heilstollen das natürliche Klima für die Therapie genutzt. Während einer mehrwöchigen Kur gibt es etwa zehn Sitzungen á 60 Minuten in verschiedenen Therapiestationen, die sich im Berg befinden. Eingefahren wird mit dem Zug. Das vorherrschende Klima im Berg besteht aus einer natürlichen Radonkonzentration in der Luft, Temperaturen zwischen 37 und 41,5 °C sowie einer Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und fast 100%. Die Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit führen zu einer leichten Überwärmung, die zunächst schmerzende Muskeln entspannt und auch das Immunsystem stabilisiert.
Die Überwärmung ist ein wesentlicher Bestandteil der Heilstollentherapie und hat sowohl einen eigenen therapeutischen Nutzen als auch eine verstärkte Aufnahme von Radon zur Folge. Radon beeinflusst wiederum das Immunsystem positiv, indem es den Botenstoffe aktiviert, die schmerzlindernd wirken. Es regt auch die Produktion von Radikalfängern und Hormonen wie Endorphinen an. Darüber hinaus verbessert es die Reparaturfähigkeit der Zellen. Dadurch werden chronische Schmerzen und viele andere Beschwerden langfristig gelindert.

Studien bestätigen Wirksamkeit der Radontherapie
Die positiven Effekte der Therapie stützen sich auf Berichte von rund 10.000 Patienten, die jedes Jahr die Therapie in Anspruch nehmen. Zahlreiche Studien belegen zudem die schmerzlindernden, entzündungshemmenden und immunstabilisierenden Wirkungen. Reduzierung von Druckschmerz, Schmerzintensität, Funktionsstörungen und Medikamentenverbrauch sind nachgewiesene positive Effekte. Diese Wirkungen halten viele Monate an. Besonders hervorzuheben ist die internationale multizentrische randomisierte Studie (IMuRa), die den höchsten Standard der evidenzbasierten Medizin erfüllt. Sie zeigt die positive Wirkung von Radon-Behandlungen bei chronischen Schmerzen und die verringerte Einnahme von Schmerzmitteln über neun Monate hinweg. Andere aktuelle Studien untersuchen neue Anwendungsmöglichkeiten der Heilstollentherapie und ihre Wirkmechanismen und zeigen eine deutliche Verbesserung von Lebensqualität und chronischen Schmerzen bei vielen Krankheitsbildern.
Integration der Radontherapie in ein umfassendes Rehabilitationskonzept
Natürliche Heilmittel wie der Gasteiner Radonthermalstollen werden heute in der Regel im Rahmen eines ganzheitlichen Therapiekonzepts angeboten. Menschen mit chronischen Erkrankungen benötigen neben solchen klassischen Kuranwendungen auch ärztliche Betreuung, gut ausgebildete Physiotherapeuten und gezielte Programme. In verschiedenen Therapiesitzungen kann die Beweglichkeit gefördert und die Muskelkraft sowie das Gleichgewicht verbessert werden. Dies hilft, Bewegungseinschränkungen und Fehlhaltungen zu verhindern oder zu korrigieren und weitere Folgeerscheinungen zu reduzieren.
Behandlungen nach dem neuesten Stand der Rehabilitationsmedizin tragen dazu bei, Schmerzen langfristig zu lindern, den Medikamentenverbrauch zu senken und die Funktion zu verbessern. Dies ist jedoch nur möglich, wenn ein gut ausgebildetes medizinisches Team und eine Vielzahl von medizinischen Angeboten zur Verfügung stehen. Ein Kuraufenthalt sollte grundsätzlich dazu motivieren, den Lebensstil zu ändern, um die nachhaltige Wirkung zu erhöhen. Dies trägt dazu bei, die Erwerbsfähigkeit zu erhalten und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Regelmäßige Kuren im Heilstollen können dazu einen bedeutenden Beitrag leisten.
Kurzum: Die Heilstollentherapie ist besonders für Menschen mit chronischen Schmerzen im Zusammenhang mit Entzündungen und Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates eine effektive Behandlungsoption. Dank ihrer nachgewiesenen schmerzlindernden Wirkung ermöglicht sie einen deutlich reduzierten Einsatz von Medikamenten. Es besteht die Vermutung, dass dies auch einen krankheitsverzögernden Effekt hat. Um die Therapie noch effektiver einzusetzen, wird empfohlen, sie mit geeigneten Maßnahmen zur medizinischen Rehabilitation zu kombinieren.

































































































