Hände bei der Therapie im Gasteiner Heilstollen.

Wie wirkt der Heilstollen bei rheumatoider Arthritis?

Bei rheumatoider Arthritis fallen alltägliche Handgriffe schwer, der Start in den Tag kostet Kraft. Ziel jeder Therapie ist daher nicht nur weniger Schmerz, sondern auch mehr Beweglichkeit, mehr Belastbarkeit und mehr Selbstständigkeit im Alltag. Die Heilstollentherapie bietet dafür eine bewährte und gut verträgliche Therapieoption.

Rheumatoide Arthritis zählt zu den häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Typisch sind schmerzende, geschwollene und steife Gelenke – oft an Händen, Fingern oder Füßen. Viele Betroffene kennen außerdem Müdigkeit, Erschöpfung und das Gefühl, morgens erst „in Gang kommen“ zu müssen. Die Erkrankung entsteht durch eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems. Es richtet sich gegen körpereigene Strukturen und löst Entzündungen in den Gelenken aus. Ohne Behandlung kann rheumatoide Arthritis Gelenke langfristig schädigen und Beweglichkeit, Alltag und Lebensqualität deutlich einschränken.
 

Medikamente spielen in der Behandlung eine zentrale Rolle. Sie können Entzündungen bremsen, den immunologischen Krankheitsprozess grundsätzlich beeinflussen und Gelenkschäden verhindern. Dennoch suchen viele Patienten nach alternativen Möglichkeiten, um Schmerzen zu lindern, beweglicher zu bleiben und den Körper ganzheitlich zu unterstützen. Eine bewährte natürliche Therapieoption ist die Kur im Gasteiner Heilstollen mit Radon, Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit.

Rheumatoide Arthritis im Überblick

  • Krankheitsgruppe: chronisch-entzündlich-rheumatische Erkrankung

  • Weitere Bezeichnung: chronische Polyarthritis

  • Ursache: fehlgeleitete Immunreaktion mit chronischer Entzündung

  • Typische Beschwerden: Gelenkschmerzen, Schwellungen, Morgensteifigkeit, Erschöpfung

  • Häufig betroffene Gelenke: Finger, Hände, Füße, Zehen, aber auch Knie, Schultern oder Ellenbogen

  • Verlauf: meist schubweise, individuell sehr unterschiedlich

  • Therapie: Medikamente, Bewegung, Physiotherapie, Ergotherapie, Lebensstilmaßnahmen und ergänzende physikalische Therapien

  • Heilstollen-Therapie: natürliche Radonwärmetherapie mit entzündungshemmenden, schmerzlindernden und entspannenden Effekten

Was passiert bei rheumatoider Arthritis im Körper?

Bei rheumatoider Arthritis ist das Immunsystem in gestörter Weise aktiviert. Es bildet entzündungsfördernde Botenstoffe, die Gelenkinnenhaut und umliegende Strukturen reizen. Dadurch entstehen Schmerzen, Schwellungen und Überwärmung. Im weiteren Verlauf können Knorpel, Knochen, Sehnen und Bänder angegriffen werden. Besonders belastend ist, dass die Erkrankung oft nicht nur die Gelenke betrifft. Viele Patienten berichten über allgemeine Erschöpfung, Leistungsknick, Schlafprobleme oder ein allgemeines Krankheitsgefühl. Auch die Unsicherheit vor dem nächsten Schub kann den Alltag stark belasten.

Frühe Diagnose und konsequente Behandlung sind deshalb wichtig. Je besser Entzündung und Schmerz kontrolliert werden, desto größer ist die Chance, Beweglichkeit und Lebensqualität langfristig zu erhalten. Rheumatoide Arthritis beginnt nicht immer eindeutig. Manchmal stehen zunächst Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder diffuse Gelenkbeschwerden im Vordergrund. Später zeigen sich oft typische Muster.

Häufige Beschwerden sind:

  • schmerzhafte, geschwollene und überwärmte Gelenke

  • Morgensteifigkeit, besonders in Fingern und Händen

  • symmetrische Beschwerden, etwa an beiden Händen oder Füßen

  • Druckschmerz und eingeschränkte Beweglichkeit

  • Kraftverlust, zum Beispiel beim Greifen oder Öffnen von Flaschen

  • Müdigkeit, Erschöpfung und allgemeines Krankheitsgefühl

  • schubweiser Verlauf mit Phasen stärkerer und schwächerer Beschwerden

Wie wird rheumatoide Arthritis behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Krankheitsaktivität, Beschwerden, Begleiterkrankungen und persönlicher Lebenssituation. Meist wird eine Kombination verschiedener Maßnahmen eingesetzt. Die medikamentöse Therapie soll Entzündungen bremsen und Gelenkschäden verhindern. Dazu zählen je nach Verlauf entzündungshemmende Schmerzmittel, Kortison, klassische Basistherapeutika und immer mehr moderne zielgerichtete Medikamente wie Biologika. Ergänzend sind Bewegung und physikalische Therapien wichtig. Sie helfen, Muskeln zu kräftigen, Gelenke beweglich zu halten und Fehlbelastungen zu vermeiden. Auch Wärme, Entspannung, Stressreduktion und Schulungen zum Umgang mit der Erkrankung können dazu beitragen, Beschwerden besser zu kontrollieren.

Viele Patienten nutzen auch die Kur im Gasteiner Heilstollen, um Schmerzen zu reduzieren, Beweglichkeit zu verbessern und den Bedarf an Schmerzmitteln möglichst niedrig zu halten.

Wie der Heilstollen bei rheumatoider Arthritis helfen kann

Im Gasteiner Heilstollen wirken drei natürliche Faktoren zusammen: Radon, Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit. Die Therapie findet im Inneren des Berges statt. Dort herrschen Temperaturen über 37 °C und eine Luftfeuchtigkeit von 70 bis 100 Prozent. Das natürliche Edelgas Radon wird über Haut und Lunge aufgenommen. Die Wärme entspannt die Muskulatur, fördert die Durchblutung und kann steife Gelenke beweglicher machen. Die hohe Luftfeuchtigkeit unterstützt die milde Überwärmung des Körpers. Radon wiederum kann entzündungshemmende Prozesse anregen und die Aktivität von Schmerzbotenstoffen beeinflussen. Typisch ist ein nachhaltiger Effekt: Schmerzen lassen nach, Bewegungen fallen leichter und der Alltag wird wieder besser planbar.

Bei rheumatoider Arthritis spielen Entzündungsbotenstoffe und Immunprozesse eine zentrale Rolle. Genau hier setzt die Therapie im Heilstollen an. Studien und Beobachtungen deuten darauf hin, dass niedrig dosierte Radontherapie nicht nur Schmerzen beeinflussen kann, sondern auch entzündungs- und immunbezogene Prozesse. Vereinfacht gesagt: Der Körper reagiert auf den Reiz aus Wärme, hoher Luftfeuchtigkeit und niedrig dosierter Radonexposition mit Regulationsprozessen. Dabei können entzündungshemmende Mechanismen aktiviert und schmerzverstärkende Prozesse gedämpft werden. Gleichzeitig führt die Wärme im Stollen zu Entspannung, besserer Durchblutung und einer Entlastung verspannter Muskulatur.

Für Menschen mit rheumatoider Arthritis ist dieser ganzheitliche Ansatz besonders wertvoll. Denn sie leiden meist nicht nur unter einzelnen schmerzhaften Gelenken, sondern unter einem Zusammenspiel aus Entzündung, Schmerz, Steifigkeit, Erschöpfung und eingeschränkter Belastbarkeit. Die Wirkung des Heilstollens ist individuell unterschiedlich. Manche spüren bereits während der Kur eine Besserung, andere erst einige Wochen später. Auch die Dauer des Effekts variiert. Studien und Erfahrungsberichte zeigen jedoch, dass die Beschwerdelinderung bei vielen Menschen über mehrere Monate anhalten kann.

Häufig berichtete Ziele und Effekte sind:

  • weniger Gelenkschmerzen

  • bessere Beweglichkeit

  • weniger Morgensteifigkeit

  • mehr Kraft und Ausdauer

  • geringeren Bedarf an Schmerzmitteln

  • bessere Belastbarkeit im Alltag

  • mehr Lebensqualität und mehr Vertrauen in den eigenen Körper

Studienlage zur Radontherapie bei rheumatoider Arthritis

Die Wirkung von Radontherapie bei rheumatoider Arthritis wurde in mehreren Studien untersucht. Dabei wurden sowohl Radonbäder als auch die Heilstollentherapie betrachtet. Die Studien unterscheiden sich in Aufbau, Patientenzahl und Fragestellung. Insgesamt zeigen sie jedoch ein ähnliches Bild: Radontherapie kann Schmerzen lindern, die Lebensqualität verbessern und bei einigen Patienten den Medikamentenbedarf senken. Zusätzlich gibt es Hinweise darauf, dass Radonwärmetherapie auch entzündungs- und immunbezogene Prozesse beeinflussen kann.

Die wichtigsten Studien im Überblick:

Radonbäder bei rheumatoider Arthritis: nachhaltige Schmerzlinderung

In einer randomisierten Studie mit 60 Patienten wurden Radon-CO₂-Bäder mit radonfreien CO₂-Vergleichsbädern verglichen. Direkt nach der Behandlung verbesserten sich beide Gruppen. Nach sechs Monaten zeigte sich jedoch ein klarer Vorteil der Radon-Gruppe: Schmerzen und krankheitsbedingte Einschränkungen waren nachhaltiger reduziert.

Originalstudie: Franke A., Reiner L., Pratzel H. G., Franke T., Resch K. L., 2000: „Long-term efficacy of radon spa therapy in rheumatoid arthritis — a randomized, sham-controlled study and follow-up“

Radonbäder: weniger schmerzbedingte Einschränkungen

Eine weitere randomisierte und doppelt verblindete Studie untersuchte 134 Patienten mit rheumatoider Arthritis. Auch hier wurden Radon-CO₂-Bäder mit radonfreien CO₂-Bädern verglichen. Die Ergebnisse zeigten vor allem im Langzeitverlauf Vorteile: weniger schmerzbedingte Einschränkungen, bessere Lebensqualität und ein reduzierter Medikamentenverbrauch.

Originalstudie: Franke A., Reiner L., Resch K. L., 2007: „Long-term benefit of radon spa therapy in the rehabilitation of rheumatoid arthritis: a randomised, double-blinded trial“

Metaanalyse: Wirkung zeigt sich vor allem nach einigen Monaten

Eine Metaanalyse fasste fünf kontrollierte Studien zur Radontherapie bei rheumatischen Erkrankungen zusammen. Darunter war auch eine Studie zu rheumatoider Arthritis. Nach drei und sechs Monaten war die Schmerzlinderung in den Radon-Gruppen signifikant stärker. Das passt zu den Erfahrungen vieler Patienten: Die Wirkung baut sich oft erst nach der Kur auf und hält dann länger an.

Originalstudie: Falkenbach A., Kovacs J., Franke A., Jörgens K., Ammer K., 2005: „Radon therapy for the treatment of rheumatic diseases — review and meta-analysis of controlled clinical trials“

Gasteiner Heilstollen bei chronischer Polyarthritis: hohe Zufriedenheit und weniger Schmerzen

Eine Beobachtungsstudie des Gasteiner Heilstollens in Kooperation mit dem Forschungsinstitut Gastein untersuchte 63 Patienten mit rheumatoider Arthritis beziehungsweise chronischer Polyarthritis. Erfasst wurden Schmerz, Morgensteifigkeit, Schmerzmittel- und Cortisonverbrauch sowie der globale Kurerfolg. Die Befragungen erfolgten zu Kurbeginn, Kurende sowie vier und zwölf Monate nach der Kur. Viele Patienten bewerteten die Kur auch Monate später als erfolgreich. Die Schmerzintensität war nach der Kur sowie nach vier und zwölf Monaten signifikant niedriger als zu Beginn. Auch die Morgensteifigkeit nahm ab. Beim Schmerzmittelverbrauch zeigte sich vorübergehend eine Reduktion; bei der Cortisoneinnahme ergab sich keine signifikante Veränderung. Die Untersuchung war eine Anwendungsbeobachtung ohne Kontrollgruppe. Sie zeigt daher vor allem, wie Patienten die Wirkung im Kurverlauf und in der Nachbeobachtung erlebten.

Originalquelle: Gasteiner Heilstollen / Forschungsinstitut Gastein, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, 2015: „Anwendungsbeobachtung bzgl. Gasteiner Heilstollentherapie bei chronischer Polyarthritis“

IMuRa-Studie: Radontherapie bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen

Die multizentrische IMuRa-Studie untersuchte 652 Patienten mit rheumatischen Erkrankungen, darunter 98 mit rheumatoider Arthritis. Behandelt wurde je nach Kurort mit Radonbädern oder Radon-Heilstollentherapie; verglichen wurde mit radonfreien Anwendungen. Insgesamt zeigte sich eine signifikante und länger anhaltende Reduktion der selbst eingeschätzten Schmerzen. 

Originalstudie: Franke A., Franke T., 2013: „Long-term benefits of radon spa therapy in rheumatic diseases: Results of the randomised, multi-centre IMuRa trial“

Positive Effekte auf Entzündung und Knochenstoffwechsel

In einer prospektiven Studie mit 25 Patienten mit rheumatoider Arthritis und 24 Personen mit Osteoarthrose wurde untersucht, wie sich die Heilstollentherapie auf Entzündungs- und Knochenstoffwechselmarker auswirkt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Heilstollentherapie nicht nur Schmerzen beeinflussen kann, sondern auch Prozesse, die mit Entzündung und Knochenstoffwechsel zusammenhängen.

Originalstudie: Lange U., Dischereit G., Tarner I., Frommer K., Neumann E., Müller-Ladner U., Kürten B., 2016: „The impact of serial radon and hyperthermia exposure in a therapeutic adit on pivotal cytokines of bone metabolism in rheumatoid arthritis and osteoarthritis“

Radonstollen-Hyperthermie: Verbesserung von Schmerz und Funktion

Eine weitere Studie untersuchte klinische Parameter und ausgewählte Zytokine bei rheumatoider Arthritis und Osteoarthrose. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis zeigten sich eine unmittelbare und anhaltende Schmerzlinderung sowie eine Verbesserung des Funktionsstatus. Außerdem stieg ein entzündungshemmender Botenstoff an, was darauf hindeutet, dass die Therapie immunologische Regulationsprozesse anstoßen kann.

Originalstudie: Lange U., Dischereit G., Müller-Ladner U., Tarner I. H., Kürten B., 2017: „Einfluss einer kombinierten seriellen Radonstollen-Hyperthermie auf klinische Parameter und ausgewählte Zytokine bei rheumatoider Arthritis und Osteoarthrose“

Gasteiner Registerstudie: Schmerzreduktion im Alltag

Eine Auswertung des Gasteiner Radon-Indikationsregisters untersuchte 561 Menschen mit verschiedenen rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen, darunter auch Patienten mit rheumatoider Arthritis. Nach einer multimodalen Kur mit Radontherapie verbesserten sich Ruhe- und Bewegungsschmerzen über alle Krankheitsgruppen hinweg signifikant. Die Effekte waren teilweise über mehrere Monate nachweisbar. Für rheumatoide Arthritis ist diese Studie wichtig, weil sie den Nutzen der Therapie im Versorgungsalltag zeigt – also unter realen Kurbedingungen und nicht nur in einem streng kontrollierten Studiensetting.

Originalstudie: van der Zee-Neuen A., Fuchs J., Wildburger S., Gaisberger M., Kloppenburg M., Fioravanti A., Stamm T., Offenbächer M., Radlmueller R., Foisner W., Hoelzl B., Ritter M., 2023: „Improvement of Pain Symptoms in Musculoskeletal Diseases After Multimodal Spa Therapy in the Austrian Gastein Valley — A Study Based on Longitudinal Registry Data“

Erwartungen und Erfahrungen regelmäßiger Heilstollen-Gäste

Eine große Online-Befragung untersuchte Patienten mit ankylosierender Spondylitis, rheumatoider Arthritis und Psoriasisarthritis, die regelmäßig den Gasteiner Heilstollen besuchen. Viele Befragte gaben an, dass sich Gesundheit, Schmerzen, Symptome, körperliche Funktion und Teilhabe durch die Heilstollenanwendungen verbessert hätten. Diese Untersuchung ist keine kontrollierte Wirksamkeitsstudie, zeigt aber, welche Ziele und Erfahrungen Patienten mit der Therapie verbinden.

Originalstudie: Offenbächer M. et al., 2019: „Self-reported treatment expectations and motivations of a large cohort of patients with ankylosing spondylitis, rheumatoid arthritis and psoriatic arthritis attending the Gastein Healing Galleries regularly“

Mehr Kraft, Ausdauer und Alltagsteilhabe

In einer qualitativen Interviewstudie wurden 14 Patienten mit rheumatoider Arthritis, ankylosierender Spondylitis oder Fibromyalgiesyndrom befragt. Die Teilnehmenden beschrieben Verbesserungen bei körperlicher Funktion, Muskelkraft, Ausdauer, Alltagsaktivitäten, Arbeit und sozialer Teilhabe. Für Patienten ist diese Perspektive besonders greifbar: Es ging nicht nur um Messwerte, sondern um die Frage, ob Gehen, Treppensteigen, Arbeiten, Einkaufen oder soziale Aktivitäten wieder leichter fallen.

Originalstudie: Offenbächer M., Zerhoch T., Nöfer E., Kohls N., Toussaint L. L., Sirois F., Untner H., Hirsch J., 2020: „Effects of the Gastein Healing Gallery on physical functioning, activity and participation — results of qualitative interviews of 14 patients with rheumatoid arthritis, ankylosing spondylitis or fibromyalgia syndrome“

Frühe Kurreaktionen: wichtig für Aufklärung und Erwartungsmanagement

Eine Befragung von Erstbesuchern des Gasteiner Heilstollens untersuchte frühe Kurreaktionen. Rheumatoide Arthritis war eine der angegebenen Diagnosen. Häufig berichtet wurden vorübergehende Müdigkeit, verstärkte Schmerzen, Kraftlosigkeit oder Schlafprobleme. Meist waren diese Reaktionen moderat. Für die Praxis ist diese Untersuchung wichtig, weil sie hilft, Patienten gut auf mögliche Anfangsreaktionen während der Kur vorzubereiten.

Originalstudie: Offenbächer M., Untner H., Toussaint L. L., Hanshans C., Kohls N., Sirois F., Hirsch J., Plischke H., van der Zee-Neuen A., 2021: „Frequency, Severity and Duration of Early Spa Reactions in Patients attending the Gastein Healing Gallery“

Tiermodell: Radon beeinflusst den Verlauf experimenteller Arthritis

In einer präklinischen Studie wurde Radon in einem Mausmodell der rheumatoiden Arthritis untersucht. Die radonexponierten Tiere zeigten eine günstigere klinische Krankheitsentwicklung als die Kontrolltiere. Gleichzeitig fanden sich Hinweise auf positive Veränderungen im Immunsystem. Solche Tiermodellstudien ersetzen keine Patientenstudien, helfen aber, mögliche Wirkmechanismen besser zu verstehen.

Originalstudie: Deloch L., Hehlgans S., Rückert M., Maier A., Hinrichs A., Flohr A.-S., Eckert D., Weissmann T., Seeling M., Nimmerjahn F., Fietkau R., Rödel F., Fournier C., Frey B., Gaipl U. S., 2022: „Radon Improves Clinical Response in an Animal Model of Rheumatoid Arthritis Accompanied by Increased Numbers of Peripheral Blood B Cells and Interleukin-5 Concentration“

Tiermodell: Radon und Zytokin-Balance

Eine weitere präklinische Arbeit untersuchte, wie Radoninhalation Zytokine in gesunden Mäusen und Mäusen mit rheumatoider Arthritis beeinflusst. Im Modell näherten sich mehrere entzündungs- und immunbezogene Botenstoffe unter Radonaufnahme wieder eher dem Normalniveau an. Auch diese Studie unterstützt die Annahme, dass Radon nicht nur schmerzbezogen, sondern auch immunmodulierend wirken kann.

Originalstudie: Kataoka T., Naoe S., Murakami K., Yukimine R., Fujimoto Y., Kanzaki N., Sakoda A., Mitsunobu F., Yamaoka K., 2022: „Mechanisms of action of radon therapy on cytokine levels in normal mice and rheumatoid arthritis mouse model“

Übersichtsarbeit: Radontherapie im rheumatologischen Kontext

Eine deutschsprachige Übersichtsarbeit fasst die Bedeutung der niedrig dosierten Radontherapie bei rheumatischen Erkrankungen zusammen. Sie ordnet sie als ergänzende Therapieoption ein und beschreibt wiederkehrende Effekte wie Schmerzlinderung, bessere Funktion, verbesserte Lebensqualität und reduzierten Analgetikabedarf. 

Originalarbeit: Ritter M., Gaisberger M., 2020: „Die Bedeutung der niedrig dosierten Radon-Speläo- und Balneotherapie in der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen“

GREWIS-Review: Wirkung, Mechanismen und Sicherheit

Ein umfassender wissenschaftlicher Review betrachtet Radon sowohl unter therapeutischen Aspekten als auch im Hinblick auf mögliche Risiken. Die Arbeit fasst klinische Studien, präklinische Untersuchungen und mögliche Wirkmechanismen zusammen. Beschrieben werden unter anderem entzündungshemmende, immunologische und osteoimmunologische Effekte. 

Originalarbeit: Maier A., Wiedemann J., Rapp F., Papenfuß F., Rödel F., Hehlgans S., Gaipl U. S., Kraft G., Fournier C., Frey B., 2021: „Radon Exposure — Therapeutic Effect and Cancer Risk“

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